Ausbau

Tele Columbus: "Koax ist nicht tot!"

Mit einem Mix aus Glasfaser und Koaxialkabel möchte Tele Columbus seinen Beitrag zur Gigabit-Gesellschaft leisten. In Berlin nannte der Konzern weitere Zahlen.
Von Marleen Frontzeck-Hornke /
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Die Tele-Columbus-Gruppe hatte wie berichtet zum Neujahrsempfang geladen. Dabei gab das Unternehmen einen Ausblick auf die Vorhaben in 2017 und nannte aktuelle Zahlen. So hatte der Konzern 2016 bereits die Marke von 1 Million Kunden erreicht, die einen Internet-Anschluss mit bis zu 400 MBit/s im Downstream nutzen können.

In seiner Keynote betonte Ronny Verhelst, Chief Executive Officer (CEO) von Tele Columbus, dass er stolz sei, dass der Kabelnetzbetreiber als erster 400 MBit/s im Downstream anbieten konnte. Erst kürzlich hatte Verhelst geäußert, dass das Unternehmen ohne größere Investitionen eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 800 MBit/s im Downstream zur Verfügung stellen könne. Verhelst meinte zudem: "Schnelles Internet ist uns ganz wichtig, wir bietet 400 MBit/s und künftig auch mehr." Der Internetzugang werde schon längst ebenso als Kerngeschäft angesehen wie das TV-Angebot des Kablers.

Dass die Bemühungen um den Ausbau der Breitband-Versorgung damit an kein Ende gelangt seien, wurde in weiteren Vorträgen klar.

Tele Columbus äußert sich zur Koax-Infrasturktur

Tele Columbus setzt auf einen Mix aus Koax- und Glasfaser-Kabel.Tele Columbus setzt auf einen Mix aus Koax- und Glasfaser-Kabel. Im Rahmen des Kongresses der Tele-Columbus-Gruppe trug Jean-Pascal Roux, Chief Sales Officer Housing Industry der Tele Columbus GmbH, vor, dass dem Koaxial-Kabel keine Absage erteilt werde. Bei einem bestehenden Koaxial-System sei es sinnvoll, darauf aufzubauen. Koax sei also nicht tot: In der Praxis könne man auch über die klassische Kabel-Infrastruktur 1-GBit/s-Anschlüsse realisieren. Behauptungen, Gigabit-Bandbreiten seien über Koaxial-Netze nicht zu erreichen, erteilte Roux damit eine Absage.

Zweites Standbein Glasfaser

Andererseits habe die Gruppe zunehmend auf den Glasfaser-Ausbau gesetzt, so Roux, und werde dies fortsetzen. Insbesonders bei Neubauten investiere man auch zukünftig massiv in den Ausbau, um die Glasfaser bis ans Gebäude oder sogar ins Gebäude zu bringen. Dies schaffe eine Grundlage für künftige digitale Dienste, die in den nächsten 30 bis 40 Jahren Bestand haben sollen. Tele Columbus sei in diesem Zuge schon längst von einem Kabelnetzbetreiber zu einem Glasfasernetzbetreiber geworden.

Nummer 3 am Markt, aber nah herangerückt: Die Tele-Columbus-Gruppe und ihre Mitbewerber.Nummer 3 am Markt, aber nah herangerückt: Die Tele-Columbus-Gruppe und ihre Mitbewerber. Roux betonte: "Wir müssen in die Gigabit-Gesellschaft gehen - wir brauchen das." Über die Wohnungswirtschaft wurden 2016 Verträge für die Versorgung von 450 000 Haushalten geschlossen. 90 000 Wohneinheiten konnten nach Angaben von Roux für die zukünftige Versorgung gewonnen werden. Sie sollen an das Glasfaser-Backbone angeschlossen werden. Hierbei gelte es, die Spaltung zwischen Stadt und Land zu überwinden. Dies sei unter anderem mit selbst errichteten Netzen zu erreichen. Wichtige Partner wie die Wohnungswirtschaft sowie kommunale Breitbandprojekte trieben dieses Ziel weiter voran. Die Frage, wie der Breitband-Ausbau zu bewältigen sei, beantwortete sich Roux augenzwinkernd selbst: "Man muss es machen." Auf die Fahnen schrieb er sich, dass 770 km Tiefbau im Jahr 2016 realisiert wurden. Zudem gab Roux bekannt, dass im Laufe von 2017 weitere Pilotprojekte mit Gigabit-Produkten für Haushalte gestartet werden sollen und führte als Beispiel das Ausbauprojekt in Markt Indersdorf in Bayern an.

Konvergenz von Kabel und Mobilfunk angekündigt

Abseits dessen strebt Tele Columbus neuartige Produkte an, die TV, Telefon, Internet und Mobilfunk verknüpfen. Dabei geht es nicht nur um das zusätzliche Angebot eines Mobilfunk-Tarifs, wie es bereits praktiziert wird, sondern um eine echte Konversion. Die Vorteile des Mobilfunk-Produkts soll die Möglichkeiten der Kabelprodukte aufnehmen. Wie genau dies in Zukunft aussehen soll, wurde indes noch nicht verraten.

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