Breitbandausbau

Tele Columbus: Erste Gemeinde bekommt 1 GBit/s

Die erste Gemeinde in Bayern erhält bis Jahresende komplett 1 GBit/s per FTTB von der Tele-Columbus-Tochter Kabel & Medien Service. Wir erläutern, was dies für die Bürger kostet.
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Tele Columbus will ersten Kunden noch in diesem Jahr Ge­schwindig­keiten von 1 GBit/s bieten. Der Netzbetreiber teilt heute mit, dass für das Hoch­ge­schwindig­keits­netz eine Bayerische Gemeinde ausgewählt wurde, die in mehreren Schritten eine Maxi­mal­ge­schwindig­keit von 1 GBit/s erhalten soll.

Interessant ist dabei die Tatsache, dass dazu nicht ein bestehendes Netz aufgerüstet wird, sondern perspektivisch Glasfaser in alle Haushalte verlegt wird. Es handelt sich also um ein FTTB-Ausbauprojekt, das nach Angaben des Netzbetreibers ein Investitionsvolumen von 9,5 Millionen Euro beinhaltet und insgesamt rund 18 Monate in Anspruch nehmen wird.

FTTB/H für 3500 Haushalte

Tele Columbus: Erste Gemeinde bekommt 1 GBit/sTele Columbus: Erste Gemeinde bekommt 1 GBit/s Bei der Gemeinde handelt es sich um Markt Indersdorf im oberbayerischen Landkreis Dachau, und Tele Columbus gibt bekannt, welche Firmen an dem Projekt beteiligt sind. Bauherr und Eigentümer ist die Gemeinde Markt Indersdorf, Planer die LAN Consult Hamburg, Technologiepartner und Netzbetreiber die Kabel & Medien Service (KMS). Die Tiefbauarbeiten werden von der Mühlbauer Bau GmbH und die Glasfaserinstallation von der OFM GmbH ausgeführt.

Das komplette Netz wird eine Länge von 108 Kilometer haben, insgesamt sollen rund 930 Kilometer Glasfaser verlegt werden. Momentan hat das Netz eine Kapazität von 2,5 GBit/s per Gigabit Passive Optical Network (GPON). Geplant ist eine Netzkapazität von 10 GBit/s. Das sternförmig aufgebaute Netz in FTTB/H-Technologie bringt nach Angaben von Tele Columbus vier Glasfasern direkt in die Wohnungen. Bei der GPON-Technik werden Downstream und Upstream auf einer Faser gleichzeitig mit zwei separaten Wellenlängen übertragen.

Auch für die angeschlossenen Haushalte wird die hohe Geschwindigkeit nur schrittweise zur Verfügung gestellt. Zum Start will Tele Columbus Anschlusspakete mit Tarifen bis zu 100 MBit/s anbieten. Ab 1. August 2016 sollen bis zu 400 MBit/s zur Verfügung stehen. Ab Jahresende wird die Geschwindigkeit dann flächendeckend auf bis zu 1 GBit/s hochgeschraubt. Das Netz soll rund 3500 Haushalte sowie Gewerbebetriebe in 59 Ortsteilen der knapp 9500 Einwohner zählenden Marktgemeinde erreichen. Wer als Hauseigentümer die Unterlagen bis zum Stichtag 30. November 2014 eingereicht hat, für den ist der Glasfaser-Hausanschluss kostenlos.

Momentan wird für Einsteiger der Tarif cablesurf 25.000 für 29,95 Euro monatlich mit einem Upstream von 2,5 MBit/s angeboten. cablesurf 50.000 mit 5 MBit/s Upstream kostet monatlich 34,95 Euro. Der 100-MBit/s-Anschluss mit 10 MBit/s Upstream kostet 39,95 Euro, zum Preis für den Gigabit-Anschluss wurde noch nichts bekannt. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Dazu kommen noch 95 Cent Monatsmiete für den Medienkonverter, der das Glasfasersignal im Haus für die Endgeräte wie WLAN-Router, Computer, Telefon etc. umsetzt. Eine Telefon-Flatrate mit bis zu zwei Telefonleitungen und bis zu zehn Rufnummern kostet zu allen Tarifen jeweils 5 Euro monatlich extra. Auch für das TV-Angebot der KMS werden zu allen Tarifen jeweils 5 Euro monatlich extra berechnet. Zusätzlich kommen auf die Hauseigentümer Kosten für ein Lichtwellenleiter-Patchkabel zur Weiterverkabelung ab dem installierten Hausübergabepunkt innerhalb des Gebäudes hinzu. Eine FRITZ!Box 7360, 7390 oder 7490 kann für 4,95 Euro monatlich gemietet werden, zwingend vorgegeben ist dies aber nicht. Telefongespräche werden in der Leitung priorisiert.

Seit Projektbeginn haben sich offenbar 70 Prozent der Bürger in Markt Indersdorf für das Angebot der Gemeinde entschieden. Der Roll-Out des Netzes wird in der Gemeinde schrittweise erfolgen. Bayerns Finanzminister Markus Söder hat heute den offiziellen Startschuss für das Highspeed-Netz gegeben.

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