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TechniSat verkauft Digital-Radio mit DAB+ für unter 20 Euro

Für unter 20 Euro gibt es ab sofort ein Digital-Radio im Online-Shop des Unternehmens TechniSat. Ob aber so günstige Preise mehr Personen zum Kauf eines Radios mit DAB/DAB+ bewegen, ist fraglich.

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Bild: TechniSat
Mit einem neuen Preisbrecher will der Elektronik-Hersteller TechniSat dem nach wie vor lahmenden Digital-Radio DAB+ auf die Sprünge verhelfen. In seinem Online-Shop verkauft das Dauner Unternehmen jetzt ein Digital-Radio-Modell für unter 20 Euro (ohne die zusätzlich anfallenden Versandkosten). Das DigitRadio Star*Sat Berlin besitzt ein Branding des Radiosenders Star*Sat Radio, der in Berlin über DAB+ zu hören ist. Eine Taste ist mit dem Kanal des Pop-Senders belegt, somit kommen Hörer in der Hauptstadt per Direktwahl sofort zum Star*Sat Radio-Programm. Natürlich sind aber auch alle anderen digitalen Sender zu hören.

Neben digitalem DAB/DAB+-Empfang liefert das Radio analoges UKW. Das kleine Radio verfügt zudem über eine 3,5 mm-Kopfhörer-Anschluss­buchse und lässt sich somit auch - für besseren Klang - an Aktiv­boxen­systeme oder HiFi-Anlagen anschließen. Das DigitRadio Star*Sat Berlin lässt sich sowohl am Netz als auch mit AA-Batterien betreiben. Je zehn Sender lassen sich auf Programmplätze via DAB/DAB+ sowie UKW abspeichern.

Einfache Radios kosten im Schnitt noch 50 Euro

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Bild: TechniSat
Bisher wurde die Preisgrenze von 20 Euro bei DAB+-Radios in Deutschland erst einmal geknackt: Im vergangenen Jahr verkauften die Online-Shops Conrad und Völkner einen Radiowecker von Renkforce für 19,90 Euro. Inzwischen gibt es dieses Modell nicht mehr auf dem Markt. In der Regel liegt der Einstiegs­preis bei Digital-Radios ansonsten aktuell bei 30 Euro, im Schnitt kosten kompakte Mono-Empfänger immer noch rund 50 Euro.

Doch ob ein Modell für knapp unter 20 Euro für einen Verkaufsboom bei digitalen Radios auslöst, darf bezweifelt werden. In einer nicht-repräsentativen Umfrage unter gut 50 Personen haben wir ermittelt, dass die Bereitschaft, gut laufende UKW-Radios im Haushalt auszu­tauschen, sehr gering ist, obwohl das Programm­angebot in manchen Regionen größer und der Empfang rauschfrei ist. Viele finden zwar neue digitale Programm­angebote wie das "Schlagerparadies" interessant, würden aber trotzdem den gut laufenden Radiowecker oder das Küchenradio nicht zum Elektro-Müll befördern. Zu eingefahren sind die Hör­gewohnheiten: Oft wird über Jahre hinweg nur ein Sender als "Hintergrund­berieselung" gehört, der völlig ausreicht. Daher hat sich in den Köpfen eine Haltung verankert, wonach man durchaus nach einem oder zwei Jahren Geld für ein aktuelles Smartphone oder Tablet ausgeben kann, ein Notebook ebenfalls nach gut drei Jahren ausrangiert wird, aber das Radio in der Küche ruhig 20 Jahre und älter sein kann.

Euro-Chip oder UKW-Abschalttermin nötig

Auch auf diversen Podiums-Diskussionen und Panels haben die Vertreter festgestellt, dass DAB+ nur aus dem Markt heraus kein Erfolg werden kann. Somit sind Maßnahmen wie ein verpflichtender Einbau eines Digital-Radio-Chips durch die Industrie ("Euro-Chip") oder ein definitiver Abschalt­termin für das analoge UKW nötig, damit weit mehr Geräte in die Haushalte kommen. Im vergangenen Jahr wurden nur gut 600 000 Digital-Radios verkauft, dem gegenüber standen immer noch über 6,5 Millionen analoge UKW-Radios.

Angebote wie das Unter-20-Euro-Radio im TechniSat-Shop könnten jedoch Neugier wecken und auch anderen Herstellern zeigen, dass es durchaus möglich ist, sehr preisgünstige DAB+-Empfänger auf den Markt zu bringen. Das TechniSat-Gerät ist kaum teurer als vergleichbare Nur-UKW-Radios mit Digital­anzeige. In Großbritannien, das inzwischen DAB-Massenmarkt ist (fast die Hälfte der Briten besitzt bereits ein Digital-Radio), liegt der Einstiegs­preis bei Digital-Radios inzwischen bei umgerechnet 10 Euro.

Stick mit DVB-T und DAB/DAB+ für 6 Euro

Wer übrigens generell ausprobieren möchte, was DAB+ leisten kann, für den gibt es ein noch günstigeres Schnäppchen: Auf ebay verkauft ein Shop aktuell einen Stick für PC, Net- und Notebook versand­kostenfrei für 6 Euro. Das Gerät kann auch noch digital-terrestrisches Fernsehen (DVB-T) empfangen - inklusive Video-Recorder-Funktion.

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