Teures Schnäppchen

Stromfresser zum Schnäppchenpreis: Typische Fallen beim Technikkauf

Der Handyakku macht nach zwei Jahren schlapp. Oder bei der Lampe lässt sich die defekte LED nicht aus­tauschen. Beim Kauf von Technik bleiben einem unan­ge­neh­me Über­raschun­gen nicht erspart. Die häufigsten Ärger­nisse im Über­blick.
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Das Schnäppchen entpuppt sich als teurer Strom­fresser, die neue Technik erweist sich in der Praxis als unaus­gereift. Beim Kauf von Handy, Fernseher und Kühl­schrank erleben Kunden immer wieder böse Über­raschun­gen. Sechs Dinge, die Kunden beachten sollten:

1. Die Akku-Falle:

Mobile Geräte wie Smart­phones oder Tablets liefern die Her­stel­ler häufig mit fest ver­bautem Akku aus. Lässt er nach, kann der Kunde ihn nicht einfach wechseln. Das muss ein Fach­mann mit dem richtigen Werk­zeug über­nehmen. "Schwächer werdende Akkus sind oft ein Grund, sich ein neues Gerät zu kaufen - nach­haltig ist das nicht", kritisiert Margrit Lingner von der Zeit­schrift PC Maga­zin aus München. Die Deut­schen behiel­ten ihr Smart­phone im Schnitt nur 2,5 Jahre. Dann verkaufen sie es even­tuell noch weiter oder nutzen es als Zweit­gerät. Bei Akku-Rasierer und elek­trischer Zahn­bürste ist es noch schlimmer: Die muss man dann weg­schmeißen.

Tipps für eine längere Lebens­dauer des Handy-Akkus finden Sie in unserem Akku-Ratgeber. Dort lesen Sie auch, wie Sie Elektro­schrott richtig entsorgen.

2. Fest verlötete Lebensdauer:

Waschmaschinen Stromverbrauch EnergieeffizienzWer beim Wasch­maschinen­kauf auf den jährlichen Strom- und Wasser­verbrauch achtet, spart Geld. Der Fort­schritt macht auch vor Glüh­lampen nicht halt. Moderne LED-Leuchten sparen Strom, weil sie weniger Wärme und mehr Licht erzeugen. Doch Lampen mit fest verlö­teter LED als Leucht­mittel werden zum Ärgernis, wenn die einge­baute LED kaputt­geht. Dann muss die Lampe in den Müll wandern. Bei LED-Lampen ist die voraus­sichtli­che Nutzungs­dauer in Stunden angeben. Bei vielen anderen Geräten aber nicht. Verbrau­cher könnten dem Produkt nicht ansehen, für welche Lebens­dauer es konzipiert wurde, bemängelt das Umwelt­bundes­amt in Dessau.

3. Das versteckte Abo-Modell:

Es hat sich herum­gespro­chen, bleibt aber ärger­lich: Einige Her­stel­ler ver­schenken ihre Geräte fast. Doch das benötigte Ver­brauchs­material treibt die Ein­stands­kosten in die Höhe. Bestes Beispiel: Tinten­strahl­drucker mit Original­tinte zu Apo­theker­preisen. Preis­werte Patronen­nach­bauten ver­suchen die Her­steller zu ver­hindern. Dieses Geschäfts­modell funktio­niert auch mit elek­trischen Zahn­bürsten (Bürsten­köpfe), Rasierern (Klingen oder Reinigungs­patronen) und Kaffee­maschinen (Kapseln). Kunden erkundigen sich also besser vorher, ob das Gerät mit billigeren Nach­bauten klar­kommt - bezie­hungs­weise ob es diese gibt.

4. Ungeahnte Nebenkosten:

Der neue Kühl­schrank oder die Wasch­maschine ist beim Kauf oft preis­wert. Doch die Folge­kosten über die Jahre fressen den Preis­vorteil schnell auf. Wer hier auf die Energie­label und den jährlichen Strom- und Wasser­verbrauch achtet, zahlt zwar am Anfang mehr, spart über die gesamte Lebens­dauer aber Geld. Gibt es kein Energie­label und keine Hinweise in der tech­nischen Dokumen­tation, kann man den Strom­verbrauch auch selbst mit einem Mess­gerät im Zwischen­stecker prüfen.

5. Störende Kleinigkeiten:

Es gibt immer wieder Über­raschun­gen bei neuen Techno­logien. Peter Knaak, Redak­teur bei Stif­tung Waren­test in Berlin, hat gerade Curved-Fern­seher getes­tet. Die gebo­genen Moni­tore sind eine neue Mode im TV-Sektor. "Bei diesen Model­len gibt es fast immer störende Reflexe. Bei den normalen Geräten konnten Sie das durch Drehen anpassen, hier nicht", sagt er. Brummende oder piepsende Spannungs­wandler am Strom­anschluss treiben manche Nutzer in den Wahn­sinn. Auch störende Kontroll­lampen können einem den Spaß am neuen Gerät verderben. Erfah­rungen anderer Kunden in den Kommen­taren von Online-Shops können wichtige Hin­weise geben, ob man mit dem Gerät zufrie­den sein wird. Wenn sich viele Kunden melden, ist es wohl eher kein Einzel­fall, sondern ein Serien­fehler. Also: Am besten vorher auspro­bieren.

6. Stinkende Materialien:

Die neue Technik sieht zwar gut aus, verströmt aber einen üblen Geruch. Ursache können Plastik­teile, Dämmungen und Abdeckungen sein. Sind die Aus­dünstun­gen even­tuell gesund­heits­schädlich? Manche Stoffe hätten zwar eine sehr niedrige Geruchs­schwelle, eine Wirkung auf die Gesund­heit sei aber erst in sehr viel höheren Konzen­tratio­nen mög­lich, sagt Ana Maria Scutaru vom Umwelt­bundes­amt. "Es gibt Stoffe, die sind in winzigen Mengen schon von unserer Nase wahr­nehmbar - und tauchen trotzdem bei einer Raum­luft­messung nicht auf", beruhigt die Expertin. Sie empfiehlt Produkte mit dem Zeichen "Blauer Engel". Doch auch Experten können in die Technik­falle tappen: Scutaru berichtet von ihrem gerade neu gekauften Mixer, der unan­genehm riecht.

Sie wollen Ihr Alt­gerät los­werden, aber es ist noch nicht schrott­reif? Wir geben Tipps für die Weiter­nutzung alter Elektro­geräte.

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