Umfrage

Studie: Jeder Fünfte will Mobilfunkanbieter wechseln

Die Boston Group Consul­ting hat unter­sucht, wie zufrieden Mobil­funk­kunden mit ihrem Vertrag in der Covid-19-Krise sind. Das Ergebnis über­rascht (nicht).

Während des Lock-Downs blieb genügend Zeit, sich Gedanken über den eigenen Anbieter und seine Tarife und Leistungen zu machen. Während des Lock-Downs blieb genügend Zeit, sich Gedanken über den eigenen Anbieter und seine Tarife und Leistungen zu machen.
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Die Covid-19-Krise hat anschau­lich gezeigt, wie wichtig eine stabile und zuver­läs­sige Tele­kom­mu­ni­ka­tion ist, beispiels­weise mit dem Handy oder auch zu Hause. Lange Zeit waren persön­liche Kontakte (= Treffen) nicht möglich, also wurde viel mehr tele­fo­niert, teil­weise mit Bild- oder Vide­oun­ter­stüt­zung (bei Konfe­renzen), teil­weise auch ohne.

Höttges: Acker­gaul der Digi­ta­li­sie­rung

Während des Lock-Downs blieb genügend Zeit, sich Gedanken über den eigenen Anbieter und seine Tarife und Leistungen zu machen. Während des Lock-Downs blieb genügend Zeit, sich Gedanken über den eigenen Anbieter und seine Tarife und Leistungen zu machen.
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Telekom-Chef Timo­theus Höttges erklärte das bei der Vorstel­lung der Quar­tals­zahlen so: „Der Acker­gaul Telekom zieht Deutsch­land auf seinen Netzen durch die Coro­na­krise.“ Es habe keine größeren Störungen gegeben. Ähnliche Aussagen waren auch von seinen Konkur­renten Voda­fone und Telefónica zu hören - wenn­gleich es in Einzel­fällen zu kurzen Ausfällen kam.

Eigene Verträge auf dem Prüf­stand

Die lange Zeit daheim haben einige Kunden genutzt, ihre Verträge und Tarife auf den Prüf­stand zu stellen, stellte das in Düssel­dorf erschei­nende Handels­blatt fest. Die Branche stehe vor einem Wandel. Viele Deut­sche hätten sich die Frage gestellt, ob sie beim "rich­tigen Anbieter" oder im "rich­tigen Tarif" sind oder besser wech­seln sollten?

Die Kritik der Kunden ist nach­voll­ziehbar: "Zu teuer" oder "zu wenig Leis­tung fürs Geld".

Eindeu­tiges Ergebnis

Das Ergebnis sei - so die Studie - sehr deut­lich ausge­fallen. „Rund jeder fünfte Verbrau­cher hat ange­kün­digt, seinen Anbieter wech­seln zu wollen. Die Rate hat sich im Vergleich zu vor der Corona-Pandemie verdop­pelt“, sagte Roman Fried­rich von der Unter­neh­mens­be­ra­tung Boston Consul­ting Group (BCG).

Für eine Studie der Unter­neh­mens­be­ra­tung hatte Fried­rich eine Umfrage in Auftrag gegeben. Darin gaben 18 Prozent der Befragten an, künftig ihren Mobil­funk­an­bieter wech­seln zu wollen, die Umfrage liegt dem Handels­blatt vor.

Sieben Prozent der Befragten mit Mobil­funk­ver­trägen hätten ange­geben, ihren Vertrag oder Tarif nicht länger behalten zu wollen. Ledig­lich drei von vier Befragten (also 75 Prozent) wollten ihrem Anbieter treu bleiben.

Es wird mehr tele­fo­niert

Telekom-Chef Höttges hatte auf Nach­frage bei der Vorstel­lung seiner Quar­tals­zahlen einge­räumt, dass sich durch den Ausbruch des Coro­na­virus einiges verän­dert habe. „Das Nutzungs­ver­halten der Kunden hat sich durch Corona geän­dert. Die Menschen tele­fo­nieren vor allem mehr im Shut­down“, stellte Höttges fest.

Eins ist klar: Die Netze in Deutsch­land sind so wichtig wie nie. Gleich­zeitig könnte sich die Branche ändern. Fried­rich fasst die Ergeb­nisse der Studie in einem Satz zusammen: „Der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­markt könnte vor einem Umbruch stehen.“

Jeder Fünfte will Anbieter wech­seln

Die Boston Group gibt auch einen Ausblick, in welche Rich­tung sich der Markt drehen könnte. Die Berater fragten auch, wie sich die Kunden bei der Wahl ihres nächsten Mobil­funk­ver­trags entscheiden wollten.

Das Ergebnis ist hoch inter­es­sant: Unter den drei aktuell aktiven deut­schen Netz­be­trei­bern schnitt die Deut­sche Telekom am besten ab. 84 Prozent der Kunden wollten weiter dem Magenta-Konzern treu bleiben.

Während Telefónica (Marke o2) im Mittel­feld landete, schnitt Voda­fone spürbar schlechter ab. Nur 73 Prozent der Voda­fone-Kunden gaben an, ihre Mobil­funk­ver­träge fort­führen zu wollen. Hingegen kündigten 18 Prozent der befragten Kunden an, den Anbieter wech­seln zu wollen.

Schluss­licht Service-Provider?

Noch schlechter als Voda­fone schnitten nur noch zwei Anbieter ab, die selbst gar keine eigenen Netze besitzen: Das sind 1&1 sowie der Service-Provider Mobilcom-Debitel. Bei 1&1 lag der Anteil der wech­sel­wil­ligen Kunden bei 20 Prozent. Von Mobilcom-Debitel wollten 23 Prozent der Befragten weg.

Ausführ­lich verglei­chen lohnt sich

In Zeichen der Krise scheint der Preis nicht mehr alles zu sein. Die Kunden schauen jetzt auch auf Verfüg­bar­keit, Netz- und Service­qua­lität. Gewinner der Umfrage ist die Telekom, die von vielen Kunden als "teurer" wahr­ge­nommen wird.

Dabei gibt es auch im Netz der Telekom durchaus attrak­tive Ange­bote. Wenn Sie selbst ihre Verträge auf den Prüf­stand stellen möchten, können Sie das in unterem Tarif-Vergleich tun.

Bei den Handy-Tarifen können Sie genaue Vorgaben (welches Netz, welcher Vertragstyp, ist LTE wichtig etc.) machen.

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