Vergleich

Analysiert: Das neue BASE-Tarifkonzept "Mein BASE"

Wie schlägt sich "Mein BASE" im Vergleich mit den bisherigen Tarifen?
Von Marc Kessler

Wie berichtet, startet der Düsseldorfer Mobilfunker E-Plus am 1. Februar ein neues Tarifkonzept bei seiner Flatrate-Marke BASE. Mit kostenfreiem Grundtarif und individuell zubuchbaren Optionen bei Mein BASE will man einen "neuen Maßstab" setzen. Doch wie schlagen sich die neuen Tarife im Vergleich mit dem bisherigen Tarifportfolio bei BASE? Wir haben nachgerechnet.

Das E-Plus-Netz läuft künftig separat

Gravierender Nachteil bei "Mein BASE" ist die künftige Beschränkung auf die BASE-Community: Gespräche ins E-Plus-Netz - und damit auch zu sämtlichen E-Plus-Discountern - kosten künftig extra. Ebenso kann eine Flatrate für Gespräche ins E-Plus-Netz nur durch die Buchung der Voll-Flatrate (Allnet Flat) zum Preis von 50 Euro pro Monat inkludiert werden.

Nach Auskunft von E-Plus gelten auch bei Online-Buchung von "Mein BASE" dieselben Konditionen wie im klassischen Mobilfunk-Shop. Daher bietet sich als erster Vergleichspunkt die bislang angebotene, besonders günstige BASE Web Edition an. Der Tarif - der Flatrates ins deutsche Festnetz BASE-Tarif-Blume Neues Tarifkonzept "Mein BASE"
Foto: BASE
sowie das (gesamte) E-Plus-Netz bietet - wurde bis Oktober vergangenen Jahres für 10 Euro angeboten, danach wurde die Grundgebühr im Gegenzug gegen eine Senkung des SMS-Preises von 29 auf 19 Cent auf 15 Euro pro Monat erhöht.

Mit "Mein BASE" müssen nun insgesamt 20 Euro (BASE Flat plus Festnetz Flat) aufgewendet werden, um die Web Edition nachzuahmen - also mindestens 5 Euro mehr Grundgebühr als bislang. Zusätzlich erhält der Kunde nun keine Flatrate-Gespräche mehr in das komplette E-Plus-Netz, sondern nur noch in den deutlich kleineren Teil der BASE-Community. Einziger Trost sind da die kostenfreien SMS (in der BASE Flat inkludiert) innerhalb von BASE.

Bisherige BASE 2 Doppelflat ist günstiger und bietet mehr

Die BASE 2 Doppelflat bietet noch bis 31. Januar zum Preis von 25 Euro (online: 20 Euro) ebenfalls eine Flatrate ins deutsche Festnetz sowie das E-Plus-Netz und integriert zusätzlich die Internet-Handy-Flatrate für mobiles Surfen (Drosselung auf GPRS-Niveau ab 250 MB Datenvolumen pro Monat). Mit "Mein BASE" müssen ab 1. Februar 30 Euro ausgegeben werden (BASE-Flat plus Internet-Handy-Flat plus Festnetz-Flat) - und auch hier fehlt bei der Telefonie die Abdeckung aller E-Plus-Rufnummern. Zwar erhält der Kunde auch hier die BASE-interne SMS-Flat hinzu, die über den Mehrpreis und die Minderleistung aber wohl nur wenige hinweg trösten dürfte.

Die Voll-Flatrate BASE 5 Doppelflat beinhaltet zum Monats-Preis von 75 Euro (bei Online-Abschluss: 60 Euro) Gespräche in alle deutschen Netze sowie ebenfalls die Internet-Handy-Flatrate. Mit "Mein BASE" werden für diese Kombination (Allnet-Flat plus Internet-Handy-Flat) ebenfalls 60 Euro fällig, eine Preisveränderung zum bisherigen Online-Preis gibt es nicht. Bei Abschluss im Mobilfunk-Shop ergibt sich allerdings ein deutlicher Preisvorteil für das neue Tarifkonzept. Vorteil bei "Mein BASE": Die Optionen können monatlich gekündigt werden, es drohen keine Fixkosten von mindestens 60 Euro pro Monat über zwei Jahre Laufzeit.

Fazit: Individualisierbarkeit zu Lasten von Inklusivleistung und Preis

Im Fazit bleibt für "Mein BASE" der Vorteil der Individualisierbarkeit mit monatlich kündbaren Optionen sowie der positiv hervorzuhebende Grundtarif mit kostenfreien Inklusiv-Leistungen - wenn auch "nur" innerhalb der BASE-Community. Nachteilig ist vor allem die künftige Trennung zwischen E-Plus-Netz und BASE-Community und der dadurch entfallende erhebliche Mehrwert bei den bislang angebotenen beziehungsweise integrierten Intern-Flatrates. Zudem können mit "Mein BASE" die in den günstigen - und besonders häufig gebuchten - Alttarifen angebotenen Preise nicht mehr erreicht werden.

Einen kritischen Kommentar zum neuen BASE-Tarifmodell lesen Sie in einem weiteren teltarif-Artikel.

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