Verwirrend

TelDaFax-Tochter Tangens will zu HugoTel portieren

Tangens schaltet Prepaid ab - TelDaFax in Schwierigkeiten

Vor einiger Zeit hatten wir über den Service-Provider Tangens berichtet, der vom ehemaligen Call-by-Call-Pionier und heutigen Energie-Anbieter TelDaFax übernommen wurde. Tangens war einst als Service-Provider für die ProMarkt-Gruppe in den Netzen von D1, D2 und E-Plus gestartet. Diese Kooperationen hatten sich dann aber größtenteils zerschlagen, sodass am Ende nur noch Tangens-Kunden im Netz der Mobilfunksparte der Telekom übrig geblieben waren.

Anfang 2010 wurde die Tangens GmbH in die Liquidation geschickt. Den verbliebenen Postpaid-Laufzeitvertrags-Kunden von Tangens habe man bereits ein neues Angebot gemacht, kündigte damals die TelDaFax-Pressestelle an. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass alle verbliebenen Tangens-D1-Prepaid-Kunden abgeschaltet werden, genauere Infos sollten in Kürze auf www.tangens.com nachzulesen sein. Seitdem verging einige Zeit. Inzwischen ist die Seite in der Tat wieder erreichbar, die Informationen dort sind jedoch auf den ersten Blick verwirrend.

www.tangens.com wieder da - mit verwirrenden Infos

Das TelDaFax-Logo TelDaFax-Tochter Tangens will zu HugoTel portieren
Logo: TelDaFax
Demnach sollen Tangens-Kunden, die bislang noch im Mobilfunknetz der Telekom telefonieren, zum 31. Oktober - dem Abschalttermin der D1-Karten - zu einem Postpaid-Laufzeitvertrag bei "HugoTel" portiert werden. Dieser Anbieter nutzt das Vodafone-Netz. Alternativ ist auch der Wechsel zu einem anderen Mobilfunk-Anbieter möglich. Dies kostet jedoch einmalig 29,95 Euro für die Rufnummernportierung. Dieser Betrag müsse mindestens als Restguthaben auf der Karte vorhanden sein. Alternativ könne das Restguthaben auch zurückerstattet werden. Informationen sind auf der Homepage des neuen Mobilfunkanbieters HugoTel [Link entfernt] derzeit nicht zu finden. Die Webseite ist momentan nicht erreichbar. HugoTel war bislang nur als Anbieter von Call by Call im Festnetz bekannt.

Aktuell gerät die neue Tangens-Muttergesellschaft TelDaFax in die Schlagzeilen. So berichtete das Handelsblatt, dass TelDaFax "überschuldet" sei. Der ehemalige Vorstandschef und spätere Aufsichtsrat von TelDaFax, Michael Josten, sei 2007 wegen Untreue in 176 Fällen und Gläubigerbegünstigung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dieses war bisher nicht bekannt geworden. Laut dem Urteil des Landgerichts Mannheim habe Josten Tausende von Immobilienanlegern mit einem Schneeballsystem um ihr Geld gebracht. Die Richter hätten dem Angeklagten "eine erhebliche kriminelle Energie" bescheinigt.

Seine Erfolge erzielte der Stromanbieter TelDaFax durch die Einnahmen aus Vorauszahlungen auf Stromrechnungen der Neukunden. Laut dem Handelsblatt ermöglichten es diese Vorauszahlungen, Strom und Gas günstiger anzubieten, als TelDaFax es selbst eingekauft hatte.

Verbraucherschützer raten von Verträgen bei TelDaFax ab

Darüber hinaus finden sich seit Jahren in einschlägigen Foren und verschiedenen Verbrauchersendungen im Fernsehen unzählige Klagen über eine zähe Kundenbetreuung, die Reklamationen grundsätzlich abblocke. Verbraucherschützer raten inzwischen von Verträgen bei TelDaFax ab.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa dementierte TelDaFax-Sprecher Thomas Müller den Bericht des Handelsblatts. "Wir sind nicht insolvent und uns droht auch keine Insolvenz", sagte er. Das Handelsblatt hatte unter Berufung auf Unternehmensvorstände berichtet, TelDaFax sei "seit nunmehr eineinhalb Jahren überschuldet". Seit dieser Zeit spreche das Management mit Wirtschaftsprüfern über den Fortbestand des Unternehmens. Inzwischen sei bereits eine Lösung in Sicht.

Betroffene Tangens-Mobilfunk-Kunden können eine Hotline unter der Rufnummer 01804-001080 erreichen. Diese kostet 20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz oder 42 Cent pro Minute vom Handy aus. Wer sein Restguthaben zurückerstattet haben will, kann sich an

TelDaFax SERVICES GmbH
Team Mobilfunkservices
Mottmannstr. 2
53842 Troisdorf


wenden. Dorthin kann auch die Kündigung eines etwa noch existierenden Tangens-Laufzeitvertrages geschickt werden. Für verbliebene Prepaid-Kunden dürfte es jedoch am einfachsten sein, etwaiges Restguthaben vor dem 31. Oktober rechtzeitig zu verbrauchen.