WiFi Calling

WiFi Calling: Mit dem Smartphone über WLAN telefonieren

WiFi Calling ist vor allem dazu gedacht, Telefongespräche an Orten zu ermöglichen, an denen dies bisher nicht möglich war. Wann es sich lohnt, welche Nachteile und Voraussetzungen es hat, erfahren Sie hier.
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Frau mit Smartphone telefoniert über W-LANWifi-Calling WiFi Calling ist die Telefonie über WLAN anstatt über das Mobilfunk­netz. Es wird also mit dem Smartphone nicht wie üblich über GSM, UMTS oder LTE (VoLTE) telefoniert, sondern über die Internet­verbindung eines WLAN-Routers. Dies ist allerdings nicht zu verwechseln mit VoIP: Im Gegensatz zur Telefonie via Skype, WhatsApp, Google Talk oder iChat, telefoniert man bei Wifi Calling direkt über die vom eigenen Mobilfunk­anbieter vergebene Rufnummer. Und im Gegensatz zu All-IP, das auch unter das Stich­wort VoiP fällt, handelt es sich um eine Lösung für mobiles Tele­fonieren anstatt um einen Standard der Festnetz­telefonie.

WiFi Calling ist vor allem dazu gedacht, Telefon­gespräche an Orten zu ermöglichen, an denen dies bisher nicht möglich war. In den USA hat sich diese Art der Internet­telefonie bereits etabliert, in Deutschland arbeiten die Mobilfunk­anbieter noch daran. Die Vorteile, die Nachteile und die Voraus­setzungen für WiFi Calling stellen wir in diesem Artikel dar.

Welche Vorteile bietet WiFi Calling?

  • Mit WiFi Calling ist es möglich, dort zu telefonieren, wo das Smartphone lediglich WLAN-Zugang hat. Das ist an all jenen Orten praktisch, an denen es keinen oder nur sehr schwachen Netz­empfang gibt. In manchen gut abgeschotteten Büro­gebäuden ist dies etwa ein Vorteil, aber auch in U-Bahnhöfen, im Flugzeug oder im ICE.
  • Zu den Vorzügen zählen auch ein schnellerer Verbindungs­aufbau und eine im Großen und Ganzen bessere Ton­qualität als bei gewöhnlichen Handy­gesprächen. Bei der Tonqualität gilt dies allerdings nicht uneingeschränkt, da es in seltenen Fällen zu Hintergrund­rauschen und Echo-Effekten kommen kann.
  • Im Ausland lassen sich Roaming­gebühren umgehen, da mit WiF Calling Anrufe immer als Auslandsgespräche aus Deutschland behandelt werden. Innerhalb der EU kann dies allerdings auch eine Kostenfalle sein. Dies erklären wir auch ausführlich in unserem Ratgeber WiFi Calling im Ausland.

Was sind die Nachteile von WiFi Calling?

  • Das größte Problem an WiFi Calling sind Gesprächs­ab­brüche. Ein Handover ist bisher nur ins LTE-Netz möglich, nicht aber ins GSM- und UMTS-Netz. Verlässt man also den WLAN-Empfangs­bereich, bricht das Gespräch immer ab, es sei denn, man kann VoLTE nutzen. Auch das Handover zwischen verschiedenen WLAN-Basis­stationen funktioniert nicht immer.
  • Ebenfalls problematisch ist, dass weder per WiFi Calling noch per VoLTE Notrufe getätigt werden können. Wäre ein Handover in ein anderes als das LTE-Netz möglich, könnte das Problem wenigstens teilweise umgangen werden. Solange das Handover aber auf LTE beschränkt ist, ist dies ein echter Nachteil der WLAN-Telefonie.

Was sind die Voraussetzungen für WiFi Calling?

Um WiFi Calling nutzen zu können, wird sowohl ein passendes Smartphone (mit passender Firmware), als auch ein passender Vertrag benötigt. Die Anzahl an Modellen und Anbietern ist derzeit noch überschaubar. Die drei Mobilfunk-Netz­betreiber Telekom, Vodafone und Telefónica bieten WiFi Calling an, von den kleineren Mobilfunk­anbietern bisher nur Drillisch. Bei Vodafone entstehen in den meisten Tarifen Zusatz­kosten in Höhe von 2,99 Euro pro Monat, wenn man WiFi Calling nutzen will, bei den anderen Anbietern entstehen keine weiteren Kosten.

Fazit

WiFi Calling kann nützlich sein, vor allem bei schlechtem Netzempfang, aber auch, um im Ausland Roaming-Gebühren zu entgehen. Bisher ist das Angebot aber noch sehr beschränkt. Es ist jedoch absehbar, dass sich dies in Zukunft ändern wird. Dies zeigen auch die USA, in denen WiFi Calling schon seit längerer Zeit zum Standard gehört.

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