Umstellung

Die All-IP-Umstellung der Telekom

Die Telekom plant die voll­stän­dige Umstel­lung auf All-IP bis Ende 2020. Dies trifft alle Kunden, die einen analogen oder ISDN-Anschluss benutzen. Wir erklären die wich­tigsten Details zur Umstel­lung.
Von Florian Krockert
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Die Zeit des leitungs­basierten Fest­netzes ist bald vorbei. Die Techno­logie der Zukunft heißt All-IP. Bis Ende 2020 wird die Telekom all ihre Anschlüsse hierauf umge­stellt haben. Damit ist sie die Vor­letzte der großen Telefon­anbieter, die diesen Schritt geht. Danach kommt nur noch Voda­fone. Hier soll die Umstel­lung bis 2022 voll­zogen werden. Hinterher wird es in Deutsch­land keine funk­tionierenden Analog- oder ISDN-Anschlüsse mehr geben.

Die wich­tigsten Infor­mationen zur Telekom-Umstel­lung auf All-IP werden wir Ihnen hier an die Hand geben.

All-IP: Über das Internet-Proto­koll tele­fonieren

Das Telekom-LogoBis Ende 2020 stellt die Telekom die Anschlüsse aller Kunden auf All-IP um. Bei den klas­sischen, nicht-IP-basierten Anschlüssen wird über die Telefon­leitung auf verschie­denen Frequenz­bereichen gleich­zeitig das Signal für Internet und Tele­fonie über­tragen. Ein Splitter ist dafür zuständig, die beiden Signale zu trennen, damit sie separat genutzt werden können, beziehungs­weise sie zusammen­zu­führen, damit sie über die Telefon­leitung versendet werden können. Bei der neuen Tech­nologie fällt die Über­tragung des Tele­fonsi­gnals weg, sodass Splitter hier obsolet sind. Dafür sind nun Router auch für Tele­fonie obli­gato­risch: Telefon­gespräche werden aus­schließ­lich über die Breit­band-Internet­verbindung vermit­telt. Und eine solche kann ohne Router nicht herge­stellt werden. Dieses paket­basierte Kommunikations­verfahren ist auch als Voice over IP (VoIP) bekannt. Unter diesem Schlag­wort versteht man ganz allge­mein die Tele­fonie über das Internet, also auch Gespräche über Skype, WhatsApp, Google Talk oder iChat.

Die Umstel­lung auf All-IP kommt vor allem der Telekom selbst zugute. Diese kann Wartungs­kosten redu­zieren und Personal einsparen. Außerdem werden Strom­kosten auf die Kunden umge­legt.

Kein Strom aus der Tele­fondose

Analoge und ISDN-Telefon­anschlüsse werden noch per Fern­speisung mit Strom versorgt. Diese Fern­speisung reicht aus, um schnur­gebundene Tele­fone ohne Anruf­beantworter mit Strom zu versorgen, sodass sie kein eigenes Netz­teil benö­tigen. Tele­fone ohne eigenes Netz­teil funk­tionieren natür­lich auch mit All-IP noch. Sie beziehen ihren Strom nun eben aus dem Router anstatt aus der Telefon­dose. Diesen Strom bezahlt der Kunde selbst, anstatt - wie früher - der Telefon­anbieter.

Ein Vorteil der Fern­speisung ist, dass das Telefon auch im Falle eines Strom­aus­falls funk­tioniert. Dieser Vorteil fällt nun weg. Not­rufe während eines Strom­aus­falls sind höchs­tens über Handys möglich - voraus­gesetzt, das Mobil­funk­netz ist nicht über­lastet. Auch kann man den Router nachts aus Strom­spar­gründen nicht mehr aus­schalten, ohne dabei die gesamte Tele­fonan­lage außer Betrieb zu setzen.

Die All-IP-Umstel­lung für ISDN-Kunden

Die Umstel­lung auf IP-basierte Tele­fonie trifft vor allem jene Kunden der Telekom, welche noch immer einen ISDN-Anschluss benutzen. Im Zusammen­hang mit dem Vor­gehen der Telekom diesen Kunden gegen­über fallen oft die Worte Zwangs­umstellung und Zwangs­migration. Die Wahl, in den bestehenden Verträgen zu bleiben, haben die Kunden nämlich nicht. Die Verträge werden von der Telekom jeweils frist­gerecht gekün­digt, aller­dings nicht, ohne neue Verträge an­zu­bieten, die dann jedoch All-IP-Anschlüsse beinhalten. Alter­nativ können die Kunden natür­lich die Vertrags­auflösung nutzen, um zu einem anderen Anbieter zu wech­seln. Mit einem solchen Wechsel lässt sich die ISDN-Abschal­tung immerhin auf­schieben, wenn auch nicht dauer­haft ver­hindern. Der einzige echte Zwang, den die Telekom damit ausübt, ist also der, die bestehenden Verträge zu kündigen. Vertrags­kündigung ist aber nicht nur das Recht des Kunden, auch der An­bieter darf davon Gebrauch machen. Voraus­setzung ist frei­lich, dass er sich an die geltenden Kündigungs­fristen hält.

Wie auch immer das Vorgehen der Telekom zu bewerten ist, fest steht, dass es einige Punkte gibt, die bei der Um­stellung von ISDN auf All-IP be­achtet werden sollten. Zum einen muss sicher­ge­stellt werden, dass der ver­wendete Router für Internet­telefonie ge­eignet ist. Das ist er, wenn er den DSL-Stan­dard Annex J unter­stützt. Alle Fritzbox-Router seit 2004 tun dies beispiels­weise.

Zum anderen gibt es einige ISDN-basierte Zusatz­geräte, die unter All-IP nicht mehr funk­tionieren könnten. Dazu zählen auto­matische Tür­öffner, Fax­geräte, Alarm­anlagen, Frankier­maschinen, Gegen­sprech­anlagen und EC-Karten­terminals. Auch viele Notruf­systeme funk­tionieren mit der neuen Technik nicht - und selbst wenn sie funk­tionieren, haben sie das Problem, bei Strom­ausfall mit aus­zu­fallen. Hier sollten Sie sich im Zweifels­fall beim Her­steller infor­mieren.

Die All-IP-Umstel­lung für Analog-Kunden

Auch Kunden, die noch über einen analogen Telefon­anschluss ohne Internet verfügen, werden auf All-IP um­gestellt. Wir berich­teten dazu an anderer Stelle. Diese Umstel­lung kommt im Unter­schied zu derje­nigen von ISDN-Kunden ohne Vertrags­änderung oder -Kündi­gung aus. Auch ein Router ist im Normal­fall nicht nötig, da die Speise­spannung durch die kryp­tisch bezeich­nete Technik MSAN-POTS gelie­fert wird. Ledig­lich in Regionen, in denen diese Technik nicht zur Ver­fügung steht, müssen Router ein­ge­setzt werden. Näheres dazu lesen Sie in unserem Artikel zur Speise­spannung an der TAE.

Den passenden Vertrag finden

Ihnen steht die Umstel­lung auf All-IP bevor und Sie möchten sich über Alter­nativen zur Telekom infor­mieren? In unserem Vertrags-Vergleich können Sie sich eine Über­sicht ver­schaffen. Hier haben Sie auch die Option, nach den verblie­benen ISDN-Vertrags-Möglich­keiten zu suchen oder sich Ange­bote zur reinen Fest­netz-Tele­fonie ohne Internet einzu­holen.

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