Fake

Tag des Faktenchecks: Kuriose Falschbehauptungen im Netz

Füchse sind monogam, Paprika lassen ihr Geschlecht erkennen - und wer Impf­stoff gegen das Coro­navirus sucht, muss nur auf grünes Leuchten im Dunkeln achten. Oder doch nicht? Bizarre Lügen im Internet und was wirk­lich dahin­ter­steckt.

Viele Füchse gehen fremd Viele Füchse gehen fremd
Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Brian Lawless
Ob Handy­strahlen, Impf-Neben­wir­kungen oder geheime Satel­liten: Fakten­che­cker decken jeden Tag Mythen auf, die sich tausend­fach im Internet verbreiten. Viele der Behaup­tungen sind erschre­ckend, teils gefähr­lich, manche jedoch vor allem skurril.

Zum heutigen Inter­natio­nalen Tag des Fakten­checks wider­legt die Deut­sche Presse-Agentur (dpa) sieben kuriose Falsch­infor­mationen in den sozialen Medien.

Behaup­tung: Füchse bleiben lebens­lang einem Partner treu

Viele Füchse gehen fremd Viele Füchse gehen fremd
Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Brian Lawless
Fakten: Die Wahr­heit ist weniger roman­tisch. "Es gibt keinerlei wissen­schaft­liche Hinweise, dass diese Behaup­tung zutrifft. Männ­liche Füchse paaren sich, wann immer sich die Möglich­keit ergibt", sagte der Natur­schutz­bio­loge Stephan M. Funk der dpa.

Füchse leben zwar gele­gent­lich monogam mit einem Partner in ihrem Revier und bekommen regel­mäßig gemein­samen Nach­wuchs. Doch viele der Tiere gehen auch fremd - das gilt übri­gens auch für Fuchs-Damen.

Behaup­tung: An Papri­kaschoten kann man deren Geschlecht erkennen

Fakten: Hat die Schote drei Beulen an der Unter­seite? Dann soll es eine männ­liche Paprika sein, bei vier Beulen eine weib­liche. Diese Behaup­tung ist aber komplett falsch. Die Papri­kapflanze hat nämlich zwitt­rige Blüten, die sowohl ein männ­liches als auch ein weib­liches Fort­pflan­zungs­organ enthalten. Dementspre­chend kann auch die Form der Frucht kein Geschlecht bestimmen.

Behaup­tung: Der Bundes­gerichtshof (BGH) sieht die Exis­tenz von Masern-Viren wissen­schaft­lich nicht belegt

Fakten: Stimmt nicht. Der BGH hat sich aber tatsäch­lich mal in einem kuriosen Fall mit Masern beschäf­tigt: 2011 hatte ein Biologe ein Preis­geld in Höhe von 100.000 Euro ausge­schrieben für denje­nigen, der durch eine wissen­schaft­liche Publi­kation die Exis­tenz des Masern-Virus beweist. Ein Medi­zin­stu­dent reichte gleich sechs Publi­kationen ein - und seine Konto­nummer.

Der Biologe über­wies das Geld nicht. Der Streit ging durch mehrere Rechts­instanzen. Der BGH wies den Fall zurück. Damit galt das Urteil des Ober­lan­des­gerichts Stutt­gart, das dem Biologen recht gab. Der Student habe zu viele Publi­kationen einge­reicht und damit die Anfor­derungen nicht erfüllt. Die Frage nach der Exis­tenz von Masern-Viren spielte vor Gericht keine Rolle.

Behaup­tung: Bundes­kanz­lerin Angela Merkel hat als Jugend­liche in einer DDR-Kinder­zei­tung ein sozia­lis­tisches Gedicht veröf­fent­licht

Fakten: "Ich werd Chef der BRD, / der Klas­sen­feind wird's hassen! / und folg' dem Plan der SED, / sie plei­tegeh'n zu lassen!" Diese Zeilen hat Merkel natür­lich nicht 1967 in der "Frösi" geschrieben, sondern 2012 ein Autor der Satire-Zeit­schrift "Eulen­spiegel".

Behaup­tung: Es gibt Wunder­betten, die nahezu alle Krank­heiten heilen

Fakten: Knochen­brüche? Krebs? Band­schei­ben­vor­fall? Diese Krank­heiten lassen sich nicht allein durch das Liegen in spezi­ellen Betten heilen, wie in fins­teren Ecken des Inter­nets behauptet wird. Angeb­liche Beweis­fotos zeigen nur eine Requi­site aus dem Horror-Film "Prome­theus - Dunkle Zeichen".

Die Reichen und Schönen, denen die Betten bislang angeb­lich vorbe­halten waren, müssen also wie alle anderen weiter auf die herkömm­lichen Behand­lungs­methoden setzen.

Behaup­tung: Hunderte Vögel sind wegen eines 5G-Sende­mastes gestorben

Fakten: Fotos von Hunderten Vögeln, die tot auf einer Straße liegen, werden im Netz verbreitet. Die Tiere sind zwar wirk­lich gestorben - aller­dings nicht in Verbin­dung mit dem neuen Mobil­funk-Stan­dard. Die Vögel saßen auf einem Baum, der bei einem Sturm umge­kippt war.

Behaup­tung: Corona-Impf­stoff leuchtet im Dunkeln und ist radio­aktiv

Fakten: Als Ursprung der These wird eine vermeint­liche Mitar­bei­terin des Bundes­insti­tuts für Arznei­mittel und Medi­zin­pro­dukte (BfArM) genannt. Sie soll eine Ampulle aus dem Institut geschmug­gelt und fest­gestellt haben, dass der Stoff grün leuchte und leicht radio­aktiv sei. Das ist aber falsch.

Im BfArM werden nämlich gar keine Impf­stoffe gela­gert. Außerdem: Leicht radio­aktive Medizin wird zwar in der Krebs­the­rapie einge­setzt, hat in Impf­stoffen aber keinen Sinn. Und leuchten würde er aller Wahr­schein­lich­keit nach sowieso auch nicht.

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