Tablets

Überflüssig oder eigene Klasse: Wie nützlich sind Tablets?

Smart­phones werden immer größer, Note­books immer leichter. Und Tablets, ja was wird aus den Tablets? Werden sie künftig noch gebraucht?

Gut, aber alles andere als günstig: Das iPad Pro 12.9 (2020) von Apple Gut, aber alles andere als günstig: Das iPad Pro 12.9 (2020) von Apple
Bild: Apple
Ange­sichts immer größerer Smart­phones und immer leich­terer und flexi­blerer Laptops stellt sich die Frage: Bietet ein Tablet diesen Geräten gegen­über über­haupt noch Vorteile. Und wenn ja, welche?

Sebas­tian Klöß vom IT-Bran­chen­ver­band Bitkom, ist sich sicher, dass das Tablet nach wie vor eine Exis­tenz­berech­tigung hat. "Die Stärke des Tablets ist eindeutig der große Bild­schirm, dennoch ist es kompakt und leicht", sagt er. Im Vergleich zu Laptops hätten sie zudem oft eine deut­lich längere Akku­lauf­zeit.

Zudem sollte man bedenken, dass selbst ein kleines 13-Zoll-Note­book immer noch schwerer und dicker sei als ein Tablet, meint Alex­ander Spier vom Fach­magazin "c't".

Ein Tablet könne zwar nichts, was Laptops oder Smart­phones nicht auch leisten, gibt Sebas­tian Klöß zu bedenken. Aber: "Das Tablet kann vieles besser." Und dies gelte privat wie beruf­lich. "Das Tablet ist der perfekte Sofa-Rechner", sagt Klöß. Es sei einfach hand­licher und komfor­tabler als Laptops. Beson­ders populär sei das Streamen von Filmen und Serien auf Tablets.

Tablets für den Haus­halt

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Smart­phone-Bild­schirme hingegen seien dann oft doch noch zu klein, meint Klöß. Das gelte auch beim Lesen. Tablets seien dagegen optimal für E-Paper. Weitere Anwen­dungs­felder fänden sich im Haus­halt oder im Smart Home. Das Tablet könne etwa die Steue­rungs­zen­trale für Licht, Heizung & Co sein oder beim Kochen helfen. Rezepte auf dem Smart­phone zu lesen, sei oft mühsam. Und ein Laptop blockiere meist zu viel Platz.

Vor allem für jene, die über wenig Erfah­rung mit Compu­tern oder Smart­phones verfügen, sind Tablets vorteil­haft. Dies gelte insbe­son­dere für Senioren und Kinder, meint Klöß. Tablets seien gut zu halten, in Sachen Anwen­dungen nicht so über­frachtet und intuitiv zu bedienen.

Der Tablet-Markt teilt sich immer mehr in güns­tige und teure Geräte auf, das Mittel­klasse-Angebot wird immer dünner, wie Alex­ander Spier beob­achtet hat. Während güns­tige Geräte schon ab 40 bis 50 Euro zu haben sind, können Geräte am anderen Ende der Preis­skala schon mal um die 1000 Euro kosten. "Zwischen diesen beiden Extremen gibt es aber immer weniger Modelle", sagt Spier.

Bei den güns­tigen Geräten müsse man aber ganz klar Abstriche beim Bild­schirm und der Leis­tung machen: "Die Qualität des Bild­schirms ist bei Geräten aus dieser Preis­klasse auch im Vergleich zu Smart­phones grenz­wertig", erklärt Spier.

Mindes­tens 200 Euro inves­tieren

Sinn­voll einsetzbar seien Tablets ab circa 200 Euro, meint Klöß. Das seien dann Einsteiger-Geräte. Bei unge­fähr 400 Euro beginne dann die Mittel­klasse, was für die meisten absolut ausrei­chend sei.

Den Preis bestimmen vor allem Rechen­leis­tung, Bild­schirm­qua­lität und Spei­cher­kapa­zität. "Ich würde beim Tablet zuerst immer auf den Bild­schirm achten", sagt Sebas­tian Klöß. Dieser entscheide am Ende maßgeb­lich, ob man Freude an dem Gerät hat oder nicht.

Alex­ander Spier rät zu Displays mit wenigs­tens Full-HD-Auflö­sung. Tablets über zehn Zoll Diagonal sollten aber schon über Full HD hinaus gehen. Auch auf den PPI-Wert (Pixel per Inch) sollte man in diesem Zusam­men­hang einen Blick werden. Er gibt die Pixel­dichte an, erläu­tert Klöß. Ein guter PPI-Wert beginne bei 220, Spit­zen­modelle kämen auf 260 und mehr.

Und die Hellig­keit? Bei Top-Modellen liegt die Leucht­dichte des Displays, ange­geben in Candela pro Quadrat­meter (cd/m²) bezie­hungs­weise Nits, bei um die 400, aber auch Werte ab 300 seien schon in Ordnung, meint Klöß. Und wie viel Arbeits­spei­cher (RAM) sollte es sein? Geräte im mitt­leren Preis­seg­ment hätten meist drei oder vier Giga­byte (GB) RAM, was in aller Regel ausrei­chend sei.

Trau' keinem unter 16

Beim Prozessor empfiehlt Spier, darauf zu achten, dass er mindes­tens vier Kerne hat. Wichtig sei außerdem die Spei­cher­kapa­zität des Tablets. Mehr Spei­cher schadet nie, kostet aber fast immer einen deut­lichen Aufpreis. Von Spei­cher­kapa­zitäten unter 16 GB rät Spier jeden­falls entschieden ab: "Dann muss man ständig Apps oder Fotos löschen, um das Gerät noch verwenden zu können." Viele Tablets nehmen aber auch eine SD-Karte auf, so dass sich der Spei­cher flexibel erwei­tern lässt.

Eine weitere grund­sätz­liche Frage: Mobil­funk ja oder nein? Wer sein Tablet vorwie­gend zu Hause nutzt, wo WLAN verfügbar ist, könne eher auf ein Mobil­funk-Modul verzichten und so Geld sparen, meint Klöß. Wer mit dem Tablet hingegen viel unter­wegs sein will oder muss, sollte eher ein Modell mit Mobil­funk-Modul wählen.

Bei der Entschei­dung Android oder iOS kann schon die Klärung der Frage helfen, was genau man mit dem Tablet machen möchte, erklärt Alex­ander Spier. Denn nicht alle Apps seien auch für beiden Betriebs­sys­teme verfügbar. Und egal, ob neu oder gebraucht: Der Experte rät davon ab, ein Gerät zu kaufen, dass älter als drei Jahre ist. Einfach deshalb, weil dessen Akku meist schon zu schwach sei.

Die leidigen Updates

Und zwei weitere Einschrän­kungen: Für Android-Tablets, die sehr günstig ange­boten werden, gibt es meist keine Updates mehr. Das bedeute nicht nur ein Sicher­heits­pro­blem, sondern auch, dass neuere Funk­tionen nicht mehr verfügbar seien, erklärt Spier. Bei Apple gebe es zwar länger Updates, hier müsse man aber darauf achten, ob die Leis­tung eines älteren Gerätes noch für anspruchs­volle Apps ausreiche.

Gebrauchte Tablets könnten auch eine gute Option sein, meint Sebas­tian Klöß. Man solle aber darauf achten, wo man ein gebrauchtes Gerät kauft. Spezia­lisierte Händler seien hier eine gute Adresse. "Die Geräte dort sind dann oft durch­gecheckt und manchmal sogar mit Garantie zu haben", erläu­tert Klöß die Vorteile. Zudem lohne es sich, zu schauen, ob das Vormo­dell noch im Handel zu haben ist: "Diese Geräte sind tech­nisch immer noch auf einem guten Stand, aber meist deut­lich billiger als die aktu­ellen Modelle."

Ein großes Tablet eignet sich auch zum Cloud Gaming. Wir haben das Spiel "Cyber­punk 2077" über Google Stadia auf einem iPad Pro auspro­biert.

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