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T-Mobile kündigt kostenpflichtige VoIP-Option für Handy-Nutzer an

Wie beim Instant Messaging setzt der Netzbetreiber auf zusätzliche Einnahmen
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Im Kleingedruckten der deutschen Mobilfunk-Datentarife findet sich in der Regel ein Passus, dem zufolge die Nutzung der Internet-Telefonie über das UMTS-Netz nicht gestattet ist. Diese Regelung gilt bei allen Netzbetreibern. T-Mobile und Vodafone untersagen in einigen Tarifen zudem Instant Messaging. Technisch unterbunden werden VoIP und Chat bislang allerdings nicht.

Für mobiles Instant Messaging setzen die beiden größten deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber seit einiger Zeit auf zusätzliche Einnahmen. Sowohl T-Mobile, als auch Vodafone legalisieren Dienste wie ICQ, MSN oder den Yahoo! Messenger mit eigenen Multimessaging-Tools, deren Nutzung mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, die auch dann zu bezahlen sind, wenn die Kunden über ein Datenpaket verfügen, in dessen Rahmen die Instant-Messaging-Nutzung problemlos möglich wäre.

Ein ähnliches Szenario zeichnet sich nun bei der mobilen Internet-Telefonie ab. So hat T-Mobile heute angekündigt, ab dem Sommer auch VoIP über das Handy-Netz offiziell zuzulassen. Auch hier setzt das Unternehmen allerdings auf zusätzliche Einnahmen. Kunden, die das Angebot nutzen wollen, müssen hierfür eine zusätzliche monatliche Grundgebühr zahlen.

VoIP-Option soll mindestens 9,95 Euro im Monat kosten

"Ab 9,95 Euro im Monat" soll die VoIP-Option kosten. Buchbar sein soll sie in den Tariffamilien Combi und Complete. Konkrete Preise für die einzelnen Tarife verrät T-Mobile noch nicht. Ebenso ist offen, ob T-Mobile wie für das Instant Messaging einen eigenen Client bereitstellt, mit dem man sich auf die vom Netzbetreiber vorausgewählten VoIP-Provider festlegt, oder ob die Kunden freie Anbieter- und Software-Wahl für ihre mobilen Internet-Telefonate haben.

Bislang begründete T-Mobile das VoIP-Verbot unter anderem damit, dass auf diesem Weg nicht die gewohnte Qualität der Telefonate gewährleistet sei, die T-Mobile leitungsvermittelt anbietet. Dies könne auch auf den Netzbetreiber zurückfallen, obwohl dieser für die Qualitätseinbußen nicht verantwortlich sei.

Fadenscheinige Begründung für die Extra-Kosten

Auch für die nun geforderte Zusatz-Option, mit der sich die Kunden die VoIP-Nutzung legalisieren lassen können, hat die Telekom-Mobilfunktochter eine findige Begründung parat: Für den gleichzeitigen Dauerbetrieb ("always on") von VoIP-Anwendungen seien zusätzliche Investitionen in das Netz notwendig und es sei den Kunden, die kein VoIP nutzen möchten, nicht zumutbar, wenn diese Mehrkosten auf alle Kunden verteilt werden.

Merkwürdig, dass die Always-on-Funktion, die beispielsweise für den E-Mail-Pushdienst fast jedes Smartphones möglich ist, offenbar weniger ins Gewicht fällt. Ebenfalls bemerkenswert ist eine angebliche größere Netzbelastung auch dann, wenn keine oder kaum Daten durch die Leitung fließen, weil beispielsweise ein VoIP-Client einfach nur die Netzverbindung hält.

Es ist in der Tat zu beobachten, dass sich die Performance des mobilen Internet-Zugangs im T-Mobile-Netz in den letzten Monaten kontinuierlich verschlechtert hat. Das zeigte sich im Test der teltarif-Redaktion in verschiedenen Regionen Deutschlands. Der Grund hierfür dürfte aber eher in den immer günstiger werdenden Tarifen für den GPRS- und UMTS-Zugang und die damit verbundene Nutzung verschiedendster Online-Dienste durch immer mehr Kunden liegen.

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