Genehmigung

T-Mobile US und Sprint: Fusion genehmigt - unter Auflagen

Mit T-Mobile und Sprint wollen zwei der vier größten US-Mobil­funker fusio­nieren. Der Zusam­menschluss ist kartell­recht­lich umstritten, doch nun gibt es endlich einen Durch­bruch in den Verhand­lungen.
Von dpa /
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Die US-Wett­bewerbs­hüter haben dem Zusam­menschluss der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem klei­neren Rivalen Sprint zuge­stimmt. Für die Geneh­migung mussten die Unter­nehmen jedoch weit­reichende Zuge­ständ­nisse machen, wie das Justiz­minis­terium heute in Washington mitteilte.

Trotz der nun erteilten Zustim­mung des Justiz­minis­teriums bleibt Unge­wiss­heit - eine Gruppe von US-Bundes­staaten will den Zusam­menschluss wegen befürch­teter Nach­teile für Verbrau­cher und Mitar­beiter gericht­lich unter­sagen lassen.

USA: T-Mobile und Sprint dürfen unter Auflagen fusionieren
USA: T-Mobile und Sprint dürfen unter Auflagen fusionieren

Geschäfts­teile und Funk­frequenzen müssen verkauft werden

Um ihre über 26 Milli­arden Dollar schwere Fusion bei den Kartell­wäch­tern durch­zubringen, sicherten T-Mobile und Sprint den Verkauf umfas­sender Geschäfts­teile und Funk­frequenzen zu. So soll verhin­dert werden, dass der Wett­bewerb auf dem von wenigen Anbie­tern domi­nierten US-Mobil­funk­markt leidet.

Den Durch­bruch in den seit über einem Jahr andau­ernden Verhand­lungen mit den US-Behörden brachte das Verspre­chen, Sprints Prepaid-Marken wie Boost und Mobil­funk­frequenzen an den Satel­liten-TV-Betreiber Dish zu veräu­ßern. Dish zahlt für das Paket laut US-Medien fünf Milli­arden Dollar und soll damit hinter den Platz­hirschen Verizon und AT&T sowie der aus der Fusion von T-Mobile und Sprint entste­henden Gesell­schaft zur neuen vierten Kraft im US-Tele­fonmarkt aufge­baut werden. Ein weiterer Wett­bewerber war für die Aufseher eine zwin­gende Bedin­gung. Der nun erzielte Kompro­miss muss noch gericht­lich geneh­migt werden.

Der Ende April 2018 verein­barte Mega-Deal galt kartell­recht­lich von Anfang an als umstritten, die Unter­nehmen hatten ihre Fusi­onspläne zuvor schon zweimal wieder abge­blasen. Laut früheren Unter­nehmens­angaben ergibt sich bei gemein­samen rund 127 Millionen Kunden ein kombi­nierter Jahres­umsatz von über 70 Milli­arden Dollar.

Zusam­menschluss soll über einen Akti­entausch ablaufen

T-Mobile ist der dritt­größte US-Mobil­funker und hatte zuletzt einen Börsen­wert von rund 70 Milli­arden Dollar. Sprint, die Nummer vier im Markt, bringt es auf knapp 32 Milli­arden Dollar. Aufgrund der hohen Verschul­dung beider Unter­nehmen liegt das Gesamt­volumen des Deals jedoch noch deut­lich höher. Der Zusam­menschluss soll über einen Akti­entausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusio­nierten Unter­nehmen über­nehmen. Das Akti­enpaket, das Sprint-Aktio­näre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankün­digung der Fusion gut 26 Milli­arden Dollar wert.

Auch wenn die Telekom-Betei­ligung deut­lich unter der 50-Prozent-Schwelle bleibt, werden die Bonner mit 69 Prozent der Stimm­rechte das Sagen haben. Bereits 2014 wollten T-Mobile und Sprint fusio­nieren, was damals an kartell­recht­lichen Bedenken schei­terte. Bei einem weiteren Anlauf konnten sich die Konzerne nicht auf Preis und Besitz­verhält­nisse einigen. Beim aktu­ellen Versuch setzten die Unter­nehmen nach dem Macht­wechsel im Weißen Haus auch große Hoff­nung in den neuen US-Präsi­denten Donald Trump.

Rasch zeigte sich jedoch, dass der gemein­same Angriff auf die Platz­hirschen Verizon und AT&T trotz aller Lobby-Arbeit bei der Trump-Regie­rung auch diesmal nicht einfach werden würde. Obwohl die Bran­chen­aufsicht FCC schon vor Monaten grünes Licht signa­lisiert hatte, dauerte es letzt­lich weit über ein Jahr, die Geneh­migung der Wett­bewerbs­hüter vom Justiz­minis­terium einzu­holen. Und auch jetzt zahlen T-Mobile und Sprint einen hohen Preis in Form von Anteils­verkäufen, mit denen ein neuer vierter Wett­bewerber im hart umkämpften US-Tele­fonmarkt heran­gezüchtet werden soll.

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