Hybrid-Technik

Wie Telekom: Swisscom testet Hybrid aus DSL und LTE

Die Swisscom testet ein Angebot, das DSL und LTE an einem Anschluss bündelt. In technischer Hinsicht wird es aber einen Unterschied zu Telekom Magenta Hybrid geben.
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Ein LTE-Mast der Swisscom bei DavosEin LTE-Mast der Swisscom bei Davos Das Hybrid-Angebot der Deutschen Telekom inspiriert offenbar auch andere Netzbetreiber in Europa, die jeweiligen Stärken von Festnetz und Mobilfunknetz miteinander zu kombinieren. Beim Magenta-Hybrid-Angebot der Telekom erhalten die Kunden einen DSL-Anschluss mit einem Hybridrouter, in dem eine LTE-fähige SIM-Karte steckt. Je nach Erfordernis wird dann bei einer zu langsamen DSL-Geschwindigkeit automatisch der Datenturbo per LTE hinzugeschaltet.

Die Swisscom hat sich offenbar von den Vorteilen dieser Lösung inspirieren lassen und testet mit ausgewählten Kunden ein vergleichbares Produkt - es nennt sich "DSL+LTE Bonding". Als Bonding bezeichnet man in der Informatik das Zusammenfassen von mehreren physischen zu einer logischen Netzwerkverbindung. Der Kunde "sieht" also nur eine Leitung, obwohl der Hybrid-Router auf zweierlei Arten mit dem Netz verbunden ist.

LTE-Empfänger kommuniziert mit Router per WLAN

Laut der Swisscom verdoppelt sich das Datenvolumen im Festnetz alle sechzehn Monate. In der Schweiz herrschen durch die Alpen geografische Verhältnisse, die es einerseits schwierig machen, kabelgebundenes Breitband in jedes Dorf zu bringen oder Berg- und Talregionen gleichermaßen lückenlos mit LTE-Funk abzudecken. Wie in Deutschland hängen darum die Verfügbarkeit von "DSL+LTE Bonding" und die effektive Bandbreite von der Länge der Festnetz-Kupferleitung zum Kunden und der 3G- oder 4G-Mobilfunkabdeckung am jeweiligen Wohnort ab.

In technischer Hinsicht wird die Swisscom aber wohl einen etwas anderen Weg gehen als die Deutsche Telekom. Hybrid-Kunden der Telekom berichten mitunter, dass der Hybrid-Router mit der LTE-SIM manchmal sehr passgenau in der Wohnung platziert werden muss, um einen guten LTE-Empfang zu erhalten (zum Beispiel am Fenster). Dies ist dann mitunter kontraproduktiv für eine gute WLAN-Ausleuchtung der Wohnung.

Die Swisscom spricht davon, einen "innovativen" LTE-Empfänger entwickelt zu haben, der das Mobilfunk-Datensignal aufnimmt und per WLAN an den DSL-Router weiterreicht. Der DSL-Router habe eine intelligente Software, die Mobilfunk und Festnetz-Datenströme zusammenführt. Damit könnte man den Router frei in der Wohnung platzieren, während der LTE-Empfänger am Ort des besten LTE-Empfangs steht.

In den vergangenen Monaten hat die Swisscom die Technik mit eigenen Mitarbeitenden sozusagen "im Labor" getestet. Noch im Januar werden im Rahmen eines Pilotversuchs nun ausgewählte Privatkunden mit "DSL+LTE Bonding" ausgerüstet. Vorerst wird die maximal nutzbare Bandbreite auf 20 MBit/s gedrosselt. Die Swisscom schreibt, dass in einer späteren Phase auch höhere Bandbreiten getestet werden sollen - dies könnte auch ein versteckter Hinweis darauf sein, dass höhere Bandbreiten nur gegen Aufpreis zu bekommen sind.

Zu den Kosten des Angebots hat sich die Swisscom noch nicht geäußert, auch das Datum des regulären Starts von "DSL+LTE Bonding" hat der Netzbetreiber noch nicht bekannt gegeben.

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