Keine Flatrate

Surfroam: Roaming-SIM für 200 Länder im Test

Surfroam ist eine internationale Roaming-SIM, die einfach bestellt und in Betrieb genommen wird. Das Surfen in 200 Ländern weltweit wird zum MB-Preis abgerechnet. Wir haben den Praxis-Test mit Surfroam gemacht.
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Für Auslandsreisen außerhalb der EU sind Roaming-SIM-Karten und Roaming-Hotspots gegebenenfalls eine Alternative zum Erwerb einer lokalen SIM-Karte. Allerdings erfordern Roaming-SIM-Karten eventuell einen gewissen Zeitaufwand: Die Lieferung aus dem Ausland benötigt oft mehrere Wochen, anschließend muss meist ein Kunden-Account erstellt und/oder eine App installiert werden. Und danach muss der Kunde das Tarifsystem studieren und verstehen, um die korrekte Tarifoption für die entsprechende Reise-Region zu buchen.

Die Roaming-SIM von Surfroam orientiert sich stattdessen am ehemaligen simyo-Slogan "weil einfach einfach einfach ist". Denn sowohl Bestellung, Einrichtung und Nutzung erwiesen sich in unserem Test als erfreulich unkompliziert. Lediglich die Kosten sollte man im Blick behalten, wie wir in unserem Test festgestellt haben.

Surfroam im Test
Surfroam im Test

Bestellung, Versand, Guthabenaufladung

Die Surfroam-SIM selbst kostet nichts. Bei der Bestellung sind 15 Euro zu entrichten, dieser Betrag befindet sich dann als Guthaben auf dem Guthabenkonto. Versandkosten werden weltweit keine berechnet. Als Bezahlverfahren werden Visa, Mastercard, Diners, American Express, Paypal, Bitcoins, Litecoins und andere Verfahren akzeptiert.

Die Surfroam Ltd. hat ihren Sitz in London, geliefert wurde unsere SIM-Karte aus dem Zweitbüro in Riga/Lettland. Zehn Tage nach der Bestellung wurde sie uns per Einschreiben zugestellt, dabei wurde allerdings keinerlei Identifizierungsverfahren für die Prepaidkarte durchgeführt. Der Postangestellte schaute nur kurz auf unseren Personalausweis, um zu kontrollieren, dass wir der auf dem Umschlag angegebene Empfänger sind.

Auf der SIM-Karte befinden sich eine SIM-Nummer, ein PUK-Code und eine (bei Auslieferung deaktivierte) PIN. Direkt auf der Homepage kann das Guthaben einfach dadurch aufgeladen werden, dass man seine SIM-Nummer angibt, einen Aufladebetrag auswählt (möglich sind 15, 25, 50 und 100 Euro), dies in den Warenkorb legt und bezahlt. Dafür sind kein Login und keine Angabe weiterer persönlicher Daten notwendig. Nach dem Kauf ist die Surfroam-SIM für ein Jahr aktiv, dann muss der Kunde wieder neues Guthaben aufladen, um die Karte weiter nutzen zu können.

Der Umschlag mit SIM, Öffnungswerkzeug und Anleitung kommt aus Riga/Lettland
Der Umschlag mit SIM, Öffnungswerkzeug und Anleitung kommt aus Riga/Lettland

Inbetriebnahme in wenigen Minuten und Netzwahl

Die Inbetriebnahme von Surfroam ist recht einfach. Unsere SIM wurde in allen drei Größen (Mini-, Micro- und Nano-SIM) geliefert, sogar ein Öffnungswerkzeug lag der Sendung bei. Nach dem Einsetzen der SIM muss die mobile Datenverbindung und Datenroaming aktiviert sein. Nun muss der Kunde den APN manuell konfigurieren: Als APN ist "globaldata" einzutragen, unter Android muss auch im Namen-Feld "globaldata" stehen. Alle anderen Felder bleiben leer.

Nach dem Speichern sollte man WLAN ausschalten und kontrollieren, ob sich das Smartphone korrekt mit dem mobilen Datennetz verbindet. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt Surfroam einen Neustart des Telefons. Unserer SIM wurde übrigens eine britische Rufnummer mit der Landesvorwahl +44 zugeordnet.

Nach den Angaben von Surfroam bestehen Roaming-Abkommen mit allen drei deutschen Netzbetreibern. Unsere SIM buchte sich automatisch ins HSPA-Netz von Vodafone ein. Als wir eine manuelle Netzwahl starteten, erhielten wir neun Optionen, und zwar alle drei Netzbetreiber mit jeweils 2G/3G/4G, zur Auswahl. Mit einem Fingertipp konnten wir uns in wenigen Sekunden ins Telekom-Netz einbuchen. Das manuelle Einbuchen ins Telefónica-Netz klappte während des kompletten Tests kein einziges Mal. Und auch in den Netzen von Telekom und Vodafone stand uns lediglich das HSPA-Netz zur Verfügung, selbst wenn wir manuell "Telekom 4G" oder "Vodafone 4G" gewählt hatten. In ein LTE-Netz wählte sich die SIM nie ein.

Kosten, Surfgeschwindigkeit und Fazit

Die "Einfachheit" des Preissystems von Surfroam besteht darin, dass immer pro MB abgerechnet wird, Flatrates oder größere Datenpakete gibt es nicht. Selbstverständlich kann immer nur das verfügbare Guthaben versurft werden, Folgekosten gibt es nicht. Ist das Guthaben verbraucht, muss neues aufgeladen werden. Telefoniert werden kann mit Surfroam nicht. Der Empfang von SMS über die britische Nummer ist möglich. Die SMS werden aber nicht ans Smartphone zugestellt, sondern im Online-Dashboard unter app.surfroam.com/login angezeigt. Dort sind darüber hinaus der momentane Kontostand und das verbrauchte Guthaben einsehbar. Das Versenden von SMS ist mit Surfroam nicht möglich.

Die Preise fürs Surfen sind für jedes der über 200 Länder auf der Seite Surfroam-Rates abrufbar, sie beginnen ab 1 Cent pro MB. Zu diesem Preis ist Surfen beispielsweise in Albanien, Australien, Österreich, Weißrussland, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Ghana, Gibraltar, Griechenland, Honkong, Island, Irland, Italien, Kasachstan, Südkorea, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Malta, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien, Slowenien, Schweden, Taiwan und Großbritannien möglich. Es gibt also eine ganze Reihe an Ländern, in denen man umgerechnet 1,5 GB für 15 Euro versurfen kann.

In Deutschland berechnet Surfroam 2 Cent pro MB, für die 15 Euro erhält man also lediglich 750 MB. Dieser Tarif gilt beispielsweise auch in Armenien, Belgien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Zypern, Dominikanische Republik, Fiji, Frankreich, Georgien, Grenada, Guatemala, Ungarn, Indonesien, Iran, Irak, Israel, Kuwait, Kirgistan, Malaysia, Montenegro, Niederlande, Papua Neu-Guninea, Paraguay, Portugal, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Slowakei, Südafrika, Spanien, Schweiz, Tadschikistan, Thailand, Tunesien, Türkei, Ukraine und USA.

Auf der Preisliste gibt es allerdings auch Länder, wo Surfen mit Surfroam eine echte Kostenfalle ist bzw. wo das Startguthaben von 15 Euro nicht einmal für 1 MB reicht. Ein Megabyte (!) kostet beispielsweise in Grönland 13 Euro, in Äthiopien 15 Euro, auf St. Helena 16,50 Euro, in Kiribati 17 Euro, auf den Malediven 21 Euro, in Sao Tome und Principe 23 Euro und in Dschibuti sogar 30 Euro. In diesen Ländern sollte man also auf den Einsatz von Surfroam lieber verzichten.

Das Dashboard mit der Anzeige des verbleibenden Guthabens
Das Dashboard mit der Anzeige des verbleibenden Guthabens

Surfspeed in Deutschland

Beim Test innerhalb Deutschlands erzielten wir im HSPA-Netz von Vodafone durchschnittliche Datenraten von rund 14 MBit/s im Downstream und 5 MBit/s im Upstream, im HSPA-Netz der Telekom waren es rund 7,5 MBit/s im Downstream und 2,5 MBit/s im Upstream. Das sind fürs Surfen auf Webseiten ordentliche Werte, für Messaging und E-Mail allemal.

Aufgrund der gemessenen Werte und der Abrechnung pro MB ohne Möglichkeit, ein Datenpaket zu buchen, eignet sich Surfroam aber keineswegs für Multimedia-Freaks, die ständig Videos schauen oder Online-Games zocken möchten. Auch beim (gegebenenfalls automatischen) Upload der Urlaubsfotos vom Smartphone in eine Cloud sollte man vorsichtig sein. Surfroam ist damit eine typische Roaming-SIM für Reisende, die im Ausland lediglich per Mail oder Messenger erreichbar bleiben und ab und zu auf Webseiten surfen möchten. Darüber hinaus empfiehlt Surfroam die SIM auch für M2M- und IoT-Anwendungen, bei denen regelmäßig nur kleine Datenpakete übertragen werden.

Auf jeden Fall sollte man die im Reiseland berechneten Preise stets mit denen einer lokalen SIM-Karte vergleichen und dann überlegen, für welche Lösung man sich entscheidet.

Fazit

Surfroam beeindruckt durch eine einfache Bestellung, schnelle Lieferung und einfache Einrichtung. Das Tarifsystem ist deswegen einfach zu durchschauen, weil lediglich pro MB abgerechnet wird. Flatrates oder andere Datenpakete gibt es nicht.

Dies und der Verzicht auf den LTE-Zugang beispielsweise in Deutschland macht Surfroam zu einer Reise-SIM für Gelegenheits-Reisende, die im Aufenthaltsland lediglich E-Mails checken, Messenger-Grüße versenden und ab und zu auf Webseiten surfen möchten. Für multimediale Anwendungen wie Video-Streaming ist Surfroam wegen der MB-basierten Abrechnung nicht zu empfehlen, eher für Smart-Home-Anwendungen, die beispielsweise im Ferienhaus betrieben werden.

Alle Testberichte zu Reise-SIM-Karten finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu Roaming-SIMs und -Hotspots.

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