Abschaltung

Sunrise: GSM-Aus schon 2018

Nicht Ende diesen, sondern Ende nächsten Jahres möchte der Schweizer Anbieter Sunrise sein GSM-Netz abschalten.
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Verwirrung stiftete diese Woche eine Meldung des vom Weltverband GSMA heraus­gegebenen Nachrichten­dienstes Mobile World Live, wonach der Schweizer Mobilfunk-Netzbetreiber Sunrise sein GSM-Netz bereits Ende 2017 abschalten wolle.

In einer Pressemitteilung vom gleichen Tag reagierte Sunrise (Marktanteil ca. 22 Prozent) auf die Meldung und bestätigte eine GSM-Abschaltung. Diese Abschaltung ist allerdings nicht für dieses Jahr, sondern für Ende 2018 vorgesehen und liegt damit immer noch etwa zwei Jahre vor dem langjährigen Schweizer Marktführer Swisscom mit 61 Prozent Marktanteil, der Ende 2020 die Lichter für GSM (2G) für immer ausknipsen möchte. Vom dritten Netzanbieter in der Schweiz, der zum französischen Iliad-Konzern gehörende Salt (vormals Orange) mit etwa 17 Prozent Marktanteil, gab es dazu noch gar keine Aussage, jedoch betont das Unternehmen ebenfalls, 4G und 4G+ verstärkt auszubauen.

In Deutschland wird GSM aufgrund der weiten Verbreitung von Maschinen-Steuerungen und den Vorgängern von Internet of Things (IoT) mit GSM-Technik, wohl eher um 2030 abgeschaltet werden, vorher dürfte hierzulande eher das Toten­glöckchen für 3G (UMTS/HSPA) läuten, genaue Aussagen gibt es dazu bislang noch nicht.

Sunrise gibt Gas

Sunrise ohne GSM: 2018 soll schon Schluss seinSunrise ohne GSM: 2018 soll schon Schluss sein Sunrise möchte den Ausbau von 4G (LTE) und 4G+ (LTE-Advanced) forcieren. Die "veraltete" 2G-Technologie (GSM/GPRS/EDGE) soll Ende 2018 abgeschaltet werden. Alle verbliebenen GSM-Kunden sollen "attraktive" Tauschangebote erhalten, die Geschäftskunden will Sunrise bei ihren "Anpassungen" mit "maßgeschneiderten Lösungen" unterstützen, um ein "Defect-Free"-Mobilfunknetz zu erreichen. Das soll mit einer nach eigener Aussage "markant besseren" Abdeckung und einer höheren Sprach­qualität möglich werden. Sunrise plant bis Jahresende 2017 insgesamt 92 Prozent der Schweizer Landesfläche mit LTE zu versorgen und möchte damit den "Schweizer Qualitäts­maßstab fürs mobile Telefonieren und das schnelle mobile Internet" setzen, wie Olaf Swantee, der Chef von Sunrise dies formuliert. In der Bevölkungs­abdeckung hat Sunrise deutlich höhere Werte: 98 Prozent werde hier erreicht.

Sunrise startete sein 4G-Netz von vorneherein auf 800-MHz-Frequenzen, um damit größere Flächen und das Innere von Gebäuden zu erreichen, während Swisscom eher auf 1800 MHz setzte, um in so genannten Hotspots höhere Datenraten erzielen zu können.

Sunrise kündigte an, seine Kunden in Kürze über die bevorstehende Abschaltung von GSM zu informieren, damit diese frühzeitig von Tausch­angeboten profitieren oder ihre Steuerungs-Anlagen entsprechend umbauen können.

Sunrise nutzt VoLTE

Auch bei Sunrise wird seit einiger Zeit das mobile Telefonieren über LTE (4G) angeboten, wobei der VoLTE (Voice-over-IP over LTE) Standard verwendet wird. Seit Frühjahr hat Sunrise, wie Telekom oder Vodafone in Deutschland das native WiFi Calling eingeführt, womit Anrufe mit kompatiblen Mobiltelefonen über jeden beliebigen WiFi-Hotspot in der Schweiz möglich sind. Zur möglichen Nutzung von WiFi-Calling im Ausland macht Sunrise keine Angaben.

In einem Ratgeber zeigen wir Ihnen, was Sie tun können, wenn VoLTE und WiFi Calling gestört sind.

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