Investitionsstau

Finanzkrise: Computer müssen länger arbeiten

Umfrage fördert verstärkte Sparsamkeit und Probleme bei Innovationen zu Tage
Von Steffen Herget

Die IT-Studie von Handelsblatt und den Managementberatern von Droege & Comp. [Link entfernt] , an der 322 führende Köpfe der IT-Branche teilgenommen haben und deren Resultate heute auf der CeBIT in Hannover der Öffentlichkeit präsentiert wurden, fokussiert die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise auf die ITK-Branche. Danach sinken die IT-Budgets der befragten Unternehmen um 4,2 Prozent. "Die IT-Budgets gehen im Schnitt zwar herunter. Aber die gute Nachricht ist, dass wir dennoch einige Unternehmen haben, die jetzt in der Krise erst recht investieren", sagt Torsten Frankenberger, Partner bei Droege & Comp.

So zeigt die Studie, dass 43 Prozent der befragten 322 Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre IT-Investitionen kürzen werden, davon immerhin 15 Prozent um ein Zehntel und noch mehr. Andererseits gaben aber immerhin 34 Prozent an, ihre Budgets ungeachtet der aktuellen Krise aufstocken zu wollen. Elf Prozent der Firmen signalisierten sogar eine Ausweitung der Ausgaben um zehn Prozent und mehr. Ein großer Teil dieser Investitionen fließt in den Ausbau des Geschäfts, also in Wachstum. So ist der Vertrieb eindeutig der Gewinner bei der Verteilung der Mittel. Dieser Trend war bereits im Jahr zuvor festzustellen.

Dagegen ziehen die Unternehmen im Routine-Geschäft die Zügel deutlich an. So werden bereits vorhandene Computer und andere Geräte länger genutzt als in früheren Jahren. "Wir stellen fest, dass die Unternehmen nicht mehr alle drei Jahre automatisch neue Hardware hingestellt bekommen wollen. Das hat mit den Kosten zu tun, es hat aber auch damit zu tun, dass die neuen Geräte und die neue Software nicht mehr den Funktionalitätsschub früherer Jahre mitbringen", sagt Frankenberger.

Windows Vista am Markt nicht erfolgreich

Auf Seiten der Betriebssysteme hat Microsoft mit einer schleppenden Nachfrage zu kämpfen. Der Marktanteil des noch recht jungen Betriebssystems Vista ist mit zwei Prozent niedrig geblieben. "Die Marktdurchdringung von Vista ist enttäuschend. Viele Kunden werden nun, da bereits Windows 7 angekündigt ist, erst recht abwarten", so Frankenberger.

Realität ist bei der Beurteilung neuer Kommunikationstechnologien wie RFID oder Biometrie eingekehrt. So rechnen die Studienteilnehmer damit, dass der Durchdringungsgrad nur langsam steigen wird. Bei den Funkchips RFID soll er bis zum Jahr 2012 von aktuell drei auf dann 14 Prozent wachsen. Ganz ähnlich wird die Situation bei der Biometrie eingeschätzt. Deren Durchdringungsgrad werde von derzeit drei auf maximal 13 Prozent bis 2012 ansteigen, prognostizieren die IT-Manager.

Bei der Studie "Was bewegt IT-Entscheider 2009" handelt es sich um eine repräsentative Erhebung, an der 322 IT-Entscheider teilgenommen haben. Befragt wurden hauptsächlich Unternehmen aus den Branchen Industrie (72 Prozent), aber auch Handel/Dienstleistungen (17 Prozent) sowie Finanzdienstleistung (11 Prozent) kamen zu Wort. Die Online-Befragung lief von Dezember 2008 bis Februar 2009.

Weitere Meldungen zur CeBIT 2009

1 2