US-Bann

Handelskrieg mit USA: Huawei fährt Handy-Produktion zurück

Huawei gerät immer mehr in Bedrängnis. Die US-Sank­tionen verun­sichern die Verbrau­cher, die Chinesen fahren die Handy-Produk­tion zurück.
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Streit mit USA: Huawei hat die Produktion einiger Modelle heruntergefahrenStreit mit USA: Huawei hat die Produktion einiger Modelle heruntergefahren Der US-Bann scheint Huawei empfind­lich getroffen zu haben. Wie die chine­sische Zeitung South China Morning Post berich­tete, soll Lohn­fertiger Foxconn die Herstel­lung von Huawei-Handys in mehreren Fabriken ausge­setzt haben. Dies sei eine direkte Reak­tion auf eine Auftrags­reduk­tion von Huawei berich­tete die Zeitung und beruft sich dabei auf einen Infor­manten, der aber anonym bleiben will.

Ob die Einstel­lung der Produk­tion von Dauer oder nur eine kurz­fris­tige Maßnahme ist, ist nicht bekannt. Wie die Zeitung berichtet, sind solche Produk­tions­schwan­kungen aber nichts Unge­wöhn­liches. Mögli­cher­weise seien sie auch geplant gewesen, speku­liert sie. Weder Foxconn noch Huawei wollten sich dazu aber offi­ziell äußern.

Unter­nehmens­ziele gefährdet

Tatsache ist: Mit dem Produk­tions­stopp bekommt Huawei massive Probleme sein Ziel zu errei­chen, bis 2020 Samsung vom Thron zu stoßen und größter Smart­phone-Produ­zent zu werden. Zhao Ming, Chef der Huawei-Tochter Honor, räumte bei einer Pres­sever­anstal­tung vergan­gene Woche in Shanghai ein, dass man derzeit noch nicht sagen könne, ob das Ziel erreicht wird, schreibt die South China Morning Post.

Huawei schmiedet derzeit Pläne, wie es den Verlust einer ganzen Reihe von stra­tegi­schen Part­nern wie Google oder Qual­comm kompen­sieren kann, die aufgrund des Bann-Spruchs der US-Admi­nistra­tion die Zusam­menar­beit auf Eis gelegt haben. Gerüchte über einen Ersatz für das Betriebs­system Android machten die Runde. Die Eigen­entwick­lung, die wohl Ark OS heißen wird, soll aber erst Ende des Jahres bezie­hungs­weise 2020 fertig werden.

Seltene Erden als Abwehr­waffe?

Trump hat versucht, den Konflikt mit Huawei mit dem Handels­streit mit China zu verbinden. In diesen Konflikt könnte jetzt Bewe­gung kommen. Ein Besuch von Chinas Präsi­dent Xi Jinping in einem Werk für seltene Erden hatte Gerüchten Nahrung gegeben, die Chinesen würden mit Handels­beschrän­kungen auf die für die Elek­tronik-Indus­trie so wich­tigen Rohstoffe auf die von Trump verhängten Straf­zölle reagieren.

BDI-Präsi­dent Dieter Kempf fürchtet in diesem Fall einen mögli­chen Kolla­teral­schaden für Deutsch­land. Falls China auch anderen Ländern den Zugang zu den seltenen Erden verwei­gern würde, „wären die Konse­quenzen massiv“ sagte er dem Handels­blatt.

"China hat einen Welt­markt­anteil von 90 Prozent, wir sind auf diese Einfuhren ange­wiesen." Und an die US-Regie­rung gerichtet, sagte Krempf: "Wenn der US-Präsi­dent tatsäch­lich der Auffas­sung ist, Huawei gefährde die natio­nale Sicher­heit der USA, dann sollte er den entspre­chenden Nach­weis führen. Sollte es ihm aber darum gehen, die US-Wirt­schaft zu schützen, dann wäre sein Handeln ein schwerer Verstoß gegen den regel­basierten Welt­handel."

In einem Edito­rial lesen Sie mehr zum Handels­krieg zwischen China und den USA.

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