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Resident Evil: Neue Netflix-Serie kommt aus Deutschland

Zombies und Vampire bringen Einschalt­quote. Das hat bereits die AMC-Serie "The Walking Dead" bewiesen. Und auch die FX-Show "The Strain" war ein großer Erfolg. Nun versucht es Netflix mit einer bekannten Neuauf­lage aus Deutsch­land.
Von Björn König

Foto: Constantin Film Resident Evil geht bei Netflix in Serie
Foto: Constantin Film
Es gibt nur wenige Gefühle, die das Publikum so sehr in den Bann ziehen, wie die Angst. Dabei gilt die einfache Regel: Je angst­ein­flö­ßender ein Horror-Scho­cker, desto groß­zü­giger klin­gelt die Kino­kasse oder eben das Konto der Strea­ming-Dienste. Belege für diese These gibt es reich­lich, zum Beispiel war die Zombie-Serie "The Walking Dead", welche in den USA von AMC produ­ziert wurde, auch in Deutsch­land ein gigan­ti­scher Erfolg. Beim Pay TV-Sender FOX läuft die Geschichte um Poli­zist Rick Grimes in einer Welt der Untoten bereits seit langer Zeit hoch und runter.

Im Kino lief es mit "Resi­dent Evil" ähnlich. Die Reihe basiert auf einem Compu­ter­spiel von Capcom und hat sich über die Jahre zu einem begehrten Fran­chise entwi­ckelt. Davon will nun auch Netflix mit Hilfe einer deut­schen Produk­ti­ons­firma profi­tieren, berichtet der Holly­wood Reporter.

Koope­ra­tion mit Constantin Film

Foto: Constantin Film Resident Evil geht bei Netflix in Serie
Foto: Constantin Film
Ganz sicher ist man sich beim Erfolg von "New Raccoon City", basie­rend auf "Resi­dent Evil", aller­dings in Los Gatos offenbar noch nicht, denn man schickt zunächst acht jeweils einstün­dige Folgen ins Rennen, wie Constantin Film in München mitteilte. Bemer­kens­wert dabei: Als Regis­seurin für die ersten beiden Folgen wurde Bronwen Hughes an Bord geholt, die auch schon bei "The Walking Dead" Regie führte.

Offenbar setzt man also auf eine bereits erfah­rene Zombie-Spezia­listin. Für Constantin Film dürfte der Deal mit Netflix eine große Sache sein, das Studio des 2011 in Los Angeles verstor­benen deut­schen Film­pro­du­zenten Bernd Eichinger spielt sonst eher nicht in der ersten Liga Holly­woods und ist für Filme wie "Fack Ju Göhte" oder "Der Schuh des Manitu" bekannt. Ein Erfolg der Resi­dent-Evil-Serie bei Netflix dürfte die US-Strea­min­g­an­bieter jedoch durchaus hell­hörig werden lassen.

Ende der Film­reihe?

Ob es hingegen noch eine Fort­set­zung der Resi­dent-Evil-Film­reihe mit Haupt­dar­stel­lerin Mila Jovo­vich gibt, ist wohl eher unwahr­schein­lich. Mit "The Final Chapter" aus dem Jahr 2016 war die Geschichte um Alice im Kampf mit den Zombies aus den Laboren der Umbrella Corpo­ra­tion eigent­lich zu Ende erzählt. Zumal das ehema­lige ukrai­nisch-serbi­sche Foto­mo­dell mit ameri­ka­ni­schem Pass mitt­ler­weile auch durch andere Film­pro­jekte gut ausge­lastet ist.

Aller­dings ist kaum vorstellbar, dass Constantin Film das Fran­chise beer­digt. Immerhin hat die Reihe an den Kino­kassen 1,2 Milli­arden US-Dollar einge­spielt und ist damit die erfolg­reichste Video­spiel-Verfil­mung über­haupt. Zudem liegen Fran­chises in Holly­wood extrem im Trend, wie auch Disney immer wieder mit seinen Marvel-Super­helden oder den Star-Wars-Filmen unter Beweis stellt.

Netflix setzt auf große Produk­tionen

Ganz billig dürfte auch das Thema Resi­dent Evil nicht für Netflix werden. In letzter Zeit schaut man aber bekannt­lich nicht so sehr auf jeden Cent, denn die Konkur­renz schläft verständ­li­cher­weise nicht. Härteste Konkur­renten für den Streamer aus Los Gatos bleiben nach wie vor der Mickey Mouse-Konzern und natür­lich die WarnerMedia-Tochter HBO Max, welche ebenso einen globalen Start ihres Strea­mers plant.

In diesem Zusam­men­hang wird von Markt­be­ob­ach­tern auch fest mit einem Deutsch­land-Start gerechnet, welcher aktuell aller­dings noch durch einen Output-Deal mit Sky blockiert ist. Der Pay-TV-Anbieter aus Unter­föh­ring zeigt hier­zu­lande alle HBO-Produk­tionen exklusiv, versucht sich aller­dings mit eigenen Origi­nals von seinen US-Studio­part­nern unab­hän­giger zu machen. Ob HBO früher aus diesem Vertrag aussteigt, wird sich vermut­lich im kommenden Jahr zeigen.

Während viele Strea­ming-Dienste auf US-Block­buster setzen, laufen im TV zuneh­mend Eigen­pro­duk­tionen.

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