Streaming

Paramount: "Groß genug, um im Wettbewerb mitzuhalten"

Der US-Medi­enkon­zern Para­mount hat eine ereig­nis­reiche Zeit hinter sich. Im Mittel­punkt stand das Rebran­ding und der globale Launch von Para­mount+. Vorerst soll der Enter­tain­ment-Riese weiter auf eigenen Beinen stehen.
Von Björn König

Im Juni trafen sich die Para­mount-Aktio­näre zur jähr­lichen Haupt­ver­samm­lung. Und die galt als beson­ders inter­essant, denn das vergan­gene Jahr war mehr als ereig­nis­reich. Nach­wir­kungen der Corona-Pandemie, das große Marken-Rebran­ding von ViacomCBS zu Para­mount und nicht zuletzt der globale Rollout von Para­mount+, welcher auch in diesem Jahr fort­gesetzt wird. Die wirk­lich entschei­dende Frage aber ist: Wird Para­mount auch in Zukunft unab­hängig bleiben oder steht ein Zusam­men­schluss bevor?

Deut­liches Wachstum

Foto: Alberto Pezzali/AP Tom Cruise bei der Premiere von "Top Gun: Maverick" in London
Foto: Alberto Pezzali/AP
Die beiden wich­tigsten Konzern­kenn­zahlen, nämlich Umsätze aus dem Abon­nenten- wie auch dem Werbe­geschäft, legten im Fiskal­jahr 2021 signi­fikant zu. Hier konnte Para­mount ein Wachstum um 79 Prozent, respek­tive 51 Prozent verbu­chen. Der globale Strea­ming-Umsatz betrug in 2021 etwa 4,19 Milli­arden US-Dollar. Bei diesen Zahlen gilt aller­dings zu bedenken, dass der finale Rollout von Para­mount+ noch nicht einge­schlossen ist. In wich­tigen euro­päi­schen Märkten wie Groß­bri­tan­nien und Deutsch­land folgte bzw. erfolgt der Start in diesem Jahr.

Ein wich­tiges Allein­stel­lungs­merkmal von Para­mount gegen­über anderen US-Medi­enkon­zernen ist aller­dings, dass die gesamte Wert­schöp­fungs­kette von der Produk­tion bis zum Zuschauer abge­deckt wird. Gerade im Direct-to-Consumer-Geschäft ist Para­mount als einziger Medi­enkon­zern mit linearem Fern­sehen, SVoD und AVoD noch­mals stark diver­sifi­ziert.

Kein Deal in Sicht

Trotz regel­mäßiger Speku­lationen steht ein Zusam­men­schluss zwischen Para­mount und einem Mitbe­werber derzeit wohl nicht auf der Agenda. Den Grund lieferte Konzern­chefin Shari Reds­tone gleich mit: "Wir verfügen über ein Welt­klasse-Port­folio an Assets und verfolgen eine Wachs­tums­stra­tegie, welche uns von Mitbe­wer­bern unter­scheidet. Wie ich oft sage, geht es bei Skalie­rung nicht um Markt­kapi­tali­sie­rung oder nicht einmal darum, wie viel Geld man für Inhalte ausgibt. Es geht darum, genug Geld zu haben, um es für die Inhalte auszu­geben, die bei unserem Publikum ankommen und die Lust auf mehr machen."

CEO Bob Bakish unter­strich außerdem, dass der Strea­ming-Markt nicht nach dem "Winner takes it all"-Prinzip funk­tio­niere. Zudem sei auch die finan­zielle Situa­tion von Para­mount besser als von Unter­nehmen, deren Geschäfts­modell nur von Strea­ming abhängig sei. Vor allem der Erfolg von "Top Gun: Mave­rick" demons­triere die Stärke von Para­mounts Content Engine.

Schlüs­sel­märkte in Europa

Para­mount+ startet in diesem Jahr in den beiden euro­päi­schen Schlüs­sel­märkten Groß­bri­tan­nien und Deutsch­land. Vor allem in Deutsch­land ist der Strea­ming-Markt mitt­ler­weile hart umkämpft. Neben Netflix und Amazon Prime Video kämpfen Disney+, disco­very+ und Sky um die Gunst der Kunden. Auch ein Launch von HBO Max könnte die Karten noch­mals neu mischen.

Letzt­end­lich stehen die Chancen für Para­mount auf jeden Fall nicht schlecht. Insbe­son­dere das Star-Trek-Universum hat viel Gewicht und somit für den Medi­enkon­zern einen vergleich­baren Wert wie Marvel oder Star Wars für Disney. Klar ist aber auch: Man wird Abon­nenten anderer Strea­ming-Dienste für das eigene Angebot über­zeugen müssen, denn jedes Budget ist begrenzt und im aktu­ellen ökono­mischen Umfeld wird Wachstum nicht einfa­cher.

Para­mount+: Deutsch­land-Start im Dezember

Mehr zum Thema Streaming