Für Einsteiger

So geht's: Sound vom Handy auf Audiogeräte streamen

Über 65 Prozent der Deutschen besitzen inzwischen ein Smartphone, doch die meisten reizen dessen Möglich­keiten nicht aus. Dabei könnten Smartphones schon heute die HiFi-Anlage im Wohn­zimmer oder das alte Küchen­radio ersetzen. Wir erklären Einsteigern, wie es geht.
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Sound vom Smartphone auf Audiogeräte streamenSound vom Smartphone auf Audiogeräte streamen Fast alle HiFi-Anlagen, Verstärker, aber auch viele Küchenradios, Boomboxen und andere Geräte besitzen Audio-Eingänge (AUX). Bei HiFi-Anlagen handelt es sich zumeist um Cinch-Eingänge, während kleinere Geräte oft über eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse verfügen. Um den Ton vom Smartphone drahtgebunden zu verbinden, benötigt der Benutzer eine Kabelverbindung vom Headset-Ausgang des Smartphones zum gewünschten Abspielgerät. Entsprechende Kabel liegen manchmal den Smartphones als Zubehör bereits bei, ansonsten gibt es sie im Fachhandel.

Drahtgebundene Anbindung: Cinch, Klinke & Co.

Am Audiogerät muss der Benutzer lediglich die AUX-Funktion auswählen (teilweise lautet die Bezeichnung auch anders, etwa "Extern" oder "MP3"), und schon kann der Benutzer eine Internetradio-Station, einen Musikstreaming-Dienst oder eigene Musikdateien vom Smartphone abspielen. Bei HiFi-Verstärkern können auch alle anderen Audio-Eingänge (etwa CD-Player, Tuner, Tapedeck, MP3-Player etc.) genutzt werden. Ausnahme ist der Phono/Platten­spieler-Eingang, da dieser auf eine andere Spannung ausgelegt ist (2 mV statt 200 mV jeweils bei 1 kHz).

Smartphones können auch an zahlreiche andere Ausgabegeräte zur Sound­übertragung angeschlossen werden, beispielsweise Heimkino-Receiver, Soundbars, Aktivboxen-Systeme oder sogar Fernsehgeräte. Voraussetzung ist jeweils ein Audio-Eingang.

Es ist auch möglich Musikdateien, die auf den Smartphones lagern, per USB an Audio­ausgabe­geräte weiter­zuleiten, falls diese über einen entsprechenden USB-Anschluss verfügen. In diesem Fall verbindet der Nutzer das Mobiltelefon über den Ladekabel-Ausgang mit dem USB-Eingang des Audiogerätes. Bei einer USB-Verbindung müssen Smartphones jedoch in den Massen­speicher-Modus geschaltet werden (bei Android über: Einstellungen - Drahtlos und Netzwerke - USB-Verbindung: Massenspeicher), die Steuerung der Musikfiles erfolgt anschließend vom Audioausgabegerät aus, also etwa der HiFi-Anlage.

Drahtlose Verbindungen: Bluetooth und WLAN

Drahtlose Verbindungen zur Audio­übertragung sind beliebt. Für den Benutzer ist das komfortabel, er kann beispielsweise Musikdateien oder Internet­radio­stationen bequem über sein Smartphone von der Couch aus steuern, beispielsweise über die Bluetooth-Technologie. Verfügt das Audioaus­gabegerät, etwa die HiFi-Anlage, der AV-Receiver oder die Soundbar, über eine Bluetooth-Funktion, kann der Nutzer den Sound vom Mobiltelefon drahtlos streamen. Nach Aktivierung von Bluetooth beim Smartphone erscheint der Name des Audio­gerätes auf dem Display, und der Nutzer kann eine Verbindung herstellen. Anschließend ertönt der Sound beispielsweise auf der HiFi-Anlage. Zumeist muss der User auch hier die Bluetooth-Funktion einschalten, einige Geräte wechseln auch automatisch in diesen Modus.

Immer mehr in Mode kommen Bluetooth-Laut­sprecher. Diese gibt es inzwischen in allen Preisklassen – von der kleinen mobilen Box für 15 Euro bis hin zum High-End-Wireless-Speaker für über 1000 Euro. Solche Drahtlos-Boxen können Küchen- und Badradios sowie HiFi-Anlagen komplett ersetzen. Die Schaltzentrale ist jeweils das Smartphone, hier wählt der User eine Internet­radio­station, ein Musikalbum oder ein Musik­streaming-Programm aus und überträgt den Sound drahtlos an die Lautsprecher. Einige preisgünstige Modelle haben wir in dieser Übersicht vorgestellt.

Praktisch ist es auch, verschiedene Musikquellen und Boxen über mehrere Räume zu vernetzen. Im Fachjargon spricht man von Multiroom-Systemen. Statt über Bluetooth werden die Signale zumeist per WLAN im Heimnetz­werk verteilt. Der Nutzer muss hierfür eine App laden, Smartphone und Boxen mit dem Router verbinden und kann anschließend die einzelnen Lautsprecher in den verschiedenen Räumen vom Smartphone aus ansteuern. Es ist möglich, dass alle Boxen das gleiche spielen, sie können aber auch unterschied­liche Musikquellen abspielen, beispielsweise im Wohnzimmer eine Internet­radio­station und in der Küche ein Musikalbum. In diesem Ratgeber haben wir das Prinzip bereits näher erläutert.

Auch ältere Audio­ausgabe­geräte und welche ohne Audio-Eingang können drahtlos zur Musik­wiedergabe vom Smartphone genutzt werden. So lässt sich der Ton über einen Mini-FM-Sender auf eine freie Radiofrequenz übertragen. Solche UKW-Kleinsender gibt es bereits ab rund 10 Euro im Handel. Der Sender wird einfach an den Headset-Ausgang des Smartphones angeschlossen. In einem Radius von bis zu 10 Metern kann der Ton mit jedem herkömmlichen UKW-Radio empfangen werden.

Apple und Google haben ihre eigenen Streaming-Technologien entwickelt und auf den Markt gebracht. Apples Airplay erlaubt die Wiedergabe von Musik und auch Videos an kompatible Empfänger - das können Lautsprecher, aber auch Heimkino-Anlagen sein. Google Cast hingegen ist ein Protokoll, mit dem Smartphone-Apps Medieninhalte auf einem Fernseher anzeigen und steuern können. Dafür muss der Nutzer aber einen Chromecast-HDMI-Stick besitzen. Für reine Audiozwecke kommt der Chromecast Audio zum Einsatz. Diesen haben wir bereits getestet.

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