Konzerte & Co.

Live-Streams: Medienanstalten drücken in Krise ein Auge zu

Norma­lerweise benö­tigen Unter­nehmen zur Über­tragung von Bewegt­bildern im Internet eine medi­enrecht­liche Rund­funk­lizenz. Doch in der Corona-Krise drücken die Medi­enan­stalten ein Auge zu.
AAA
Teilen (10)

Egal ob Konzert­über­tragungen, Live-Blogs oder sons­tiges: Norma­lerweise benö­tigen Unter­nehmen zur Über­tragung von Bewegt­bildern im Internet eine medi­enrecht­liche Rund­funk­lizenz. Doch in der Corona-Krise drücken die Medi­enan­stalten ein Auge zu. Wer also eine Einrich­tung besitzt und zum Beispiel Semi­nare, Sport­kurse und mehr streamen möchte, kann dies derzeit ohne Büro­kratie und Zusatz­kosten tun.

Prag­mati­sches Vorgehen

Die Direk­toren­konfe­renz der Medi­enan­stalten hat sich auf ein prag­mati­sches Vorgehen beim Live-Strea­ming von kultu­rellen oder reli­giösen Veran­stal­tungen sowie Bildungs­ange­boten während der Zeit der Corona-Krise verstän­digt.

Ange­sichts der Absage aller kultu­rellen und kirch­lichen Ereig­nisse sowie der Schlie­ßung von Bildungs­einrich­tungen in Folge der staat­lichen Maßnahmen zur Bekämp­fung des Corona-Virus nimmt das Live-Strea­ming von Ereig­nissen sowie von Bildungs­ange­boten an Bedeu­tung zu. Gewisse Live-Streams können dabei unter den Rund­funk­begriff fallen und benö­tigen nach geltendem Recht grund­sätz­lich eine Zulas­sung.

Rege­lung gilt bis 19. April

Die Berliner Philharmoniker streamen ihre Konzerte ins NetzDie Berliner Philharmoniker streamen ihre Konzerte ins Netz Die Landes­medi­enan­stalten stellen ab sofort und zunächst bis zum 19. April 2020 sicher, dass solche Strea­mings ohne kompli­zierte Verfahren ange­boten werden können. Selbst­verständ­lich müssen dabei die geltenden Gesetze, allen voran der Jugend­schutz und die jour­nalis­tischen Sorg­falts­pflichten, einge­halten werden. Gerade in Zeiten wie diesen haben verläss­liche Infor­mationen einen beson­deren Stel­lenwert. Zu den konkreten Anfor­derungen der Anzeige dieser Ange­bote stellen die Medi­enan­stalten ein Merk­blatt zur Verfü­gung.

"Bei der Absage aller gesell­schaft­lichen Präsenz­veran­stal­tungen wie Konzerten, Gottes­diensten oder Weiter­bildungen ist die Kompen­sation durch Live-Über­tragungen ein probates Mittel, um auch den Menschen zuhause weiterhin eine Teil­habe am gesell­schaft­lichen Leben zu ermög­lichen.

Mit einem verein­fachten Anzeige-Verfahren für Live-Streams, die einer rund­funk­recht­lichen Geneh­migung bedürfen, bieten wir eine prag­mati­sche Lösung mit Augenmaß, die eine schnelle Umset­zung des Vorha­bens ermög­lichen", betont Dr. Wolf­gang Kreißig, DLM-Vorsit­zender.

Teilen (10)

Mehr zum Thema Streaming