Relaunch

Disneys neuer Streamer heißt "Star"

Im vergan­genen Jahr hat Disney große Teile des Fox-Konzerns für über 70 Milli­arden US-Dollar über­nommen. Der neue Enter­tain­ment-Riese wächst nun zusammen. Auch der Name von Disneys Strea­ming-Dienst für Erwach­sene steht offenbar fest.
Von Björn König

Bild: Disney Disneys Streaming-Dienst für Erwachsene soll "Star" heißen
Bild: Disney
Mit Disney und Fox wachsen nun auch nach außen zwei der welt­weit größten Enter­tain­ment-Konzerne zusammen. Nachdem Disney im vergan­genen Jahr weite Teile des Unter­neh­mens vom austra­li­schen Medi­en­mogul Rupert Murdoch über­nommen hatte, verschwindet der histo­ri­sche Name "Fox" nun voll­ständig aus der Öffent­lich­keit. Das betrifft in erster Linie alle Produk­ti­ons­ein­heiten, aber auch einige Unter­nehmen aus dem Disney-Impe­rium bekommen einen neuen Anstrich. Beson­ders span­nend sind jedoch Details zum neuen Strea­ming-Dienst für Erwach­sene, für welchen Disney voraus­sicht­lich im kommenden Jahr einen inter­na­tio­nalen Launch anvi­siert.

"Star" für Erwach­sene

Bild: Disney Disneys Streaming-Dienst für Erwachsene soll "Star" heißen
Bild: Disney
In den USA betreibt Disney bereits einen Strea­ming-Dienst für erwach­senes Publikum unter dem Namen "Hulu". Dieser Dienst soll im kommenden Jahr auch inter­na­tional ausge­rollt werden. Hinter­grund ist, dass auf Disney+ ausschließ­lich fami­li­en­freund­liche Inhalte laufen, während Produk­tionen ohne Jugend­schutz­frei­gabe bei dem neuen Dienst verfügbar sein sollen.

Der Name "Hulu" ist für einen inter­na­tio­nalen Relaunch jedoch offenbar vom Tisch. Mit der Über­nahme von Fox hatte sich Disney seiner­zeit auch die Marken­rechte am Medi­en­kon­zern "Star India" gesi­chert. Eben diese Marke soll nun wohl Grund­lage für den neuen Dienst sein, kündigte der neue Disney-CEO Bob Chapek kürz­lich im Rahmen der Bekannt­gabe von Disneys Geschäfts­zahlen an. Aller­dings gilt der Name nach Planungen nur für inter­na­tio­nale Märkte, womög­lich könnte Hulu also in den USA selbst weiter verfügbar sein.

Kein Lizenz-Content

Für den neuen Dienst wird Disney voll­ständig auf lizen­zierten Content verzichten. Inhalte kommen von Fox Tele­vi­sion, FX, Free­form, Search­light, 20th Century Fox und ABC Studios. Dabei handelt es sich also größ­ten­teils um Studio­in­halte, welche beispiels­weise inner­halb Deutsch­lands derzeit an andere Medi­en­un­ter­nehmen lizen­ziert wurden. Es wird also span­nend, wie Disney nun mit diesen Verträgen umgeht, wenn "Star" bereits im kommenden Jahr inter­na­tional an den Start geht.

Immerhin ist Deutsch­land in Europa der wich­tigste und größte Markt, auf dem es in Sachen Inhalte nicht mehr viel zu verteilen gibt. Treffen dürfte es also vor allem wieder Amazon Prime Video und Netflix, insbe­son­dere der Bran­chen­primus hatte vor dem Start von Disney+ bereits viel an attrak­tivem Content aus dem Mickey Mouse-Konzern verloren und auch Amazon hat durchaus einige Serien von ABC Studios im Angebot.

Studios mit neuem Namen

Letzt­end­lich bekommen auch die ehema­ligen Fox-Studios einen neuen Namen: Aus 20th Century Fox wird 20th Century Studios. Die Fern­seh­stu­dios heißen nicht mehr 20th Century Fox Tele­vison, sondern 20th Tele­vi­sion. Damit geht nun defi­nitiv eine Ära zu Ende, denn das renom­mierte Studio war in Holly­wood neben Warner Bros. sowie Universal Pictures und Para­mount einer der ganz großen Namen. Vor allem aber löst sich Disney mit diesem Schritt nun endgültig von Rupert Murdoch, der sich prak­tisch voll­ständig aus dem Unter­hal­tungs­ge­schäft zurück­ge­zogen hat.

Einen Neuan­strich gibt es übri­gens auch für die Disney-Tochter ABC-Studios, welche unter ABC Signa­ture firmieren soll. Last but not least akti­viert Disney noch eine ganz bekannte Marke aus den 1980er-Jahren: Fox 21 Tele­vi­sion Studios wird zu Touch­stone Tele­vi­sion umge­tauft. Auch unter diesem Namen erschienen seiner­zeit viele Filme für erwach­senes Publikum.

Weitere Infos zum Thema Strea­ming finden Sie in unserem Strea­ming-Ratgeber.

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