Themenspecial Reise und Roaming Streaming im Ausland

VPN & Proxy: So funktionieren deutsche Streams im Ausland

Auf manche Sendungen oder Strea­ming-Ange­bote in deut­scher Sprache möchte man im Ausland nicht verzichten. Wir verraten Ihnen Tricks, wie Sie Abhilfe mit VPN, Proxy-Server und diversen Apps schaffen.
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Wer im Urlaub oder einem längeren Auslands­aufent­halt deutsch­spra­chige Serien, Filme, Fern­sehsender und Media­theken konsu­mieren möchte, kann auf Probleme durch Geoblo­cking stoßen. Auf die gewünschten Inhalte wird dann kein Zugriff gewährt, weil die jewei­lige Region dafür keine Berech­tigung hat. Um dennoch abseits des Heimat­lands nicht auf die Lieb­lings­sendungen verzichten zu müssen, gibt es diverse Tricks in Form von VPN, spezi­ellen Browser-Apps oder der Verbin­dung zu einem Proxy-Server. Wir erklären in diesem Bericht, wie Sie Ihr Mobil­gerät auf Reisen fit für deut­sches Enter­tain­ment machen.

Belie­bige Region via VPN vortäu­schen

Die App Private Browser
Die App Private Browser
VPN steht für „virtu­elles privates Netz­werk“, es handelt sich um sichere Tunnel, welche die Daten weiter­leiten. Von außen ist kein direkter Kontakt mit dem Anwender oder eine Iden­tifi­zierung von jenem möglich. Die Anbieter von VPN-Services gewähren verschlüs­selte Verbin­dungen zu VPN-Servern auf der ganzen Welt. Es wird eine neue IP-Adresse für den User gene­riert, was der Anony­mität zugu­tekommt. Einer Nutzung von deut­schen Medi­enin­halten im Ausland steht somit nichts im Wege. Zudem besteht ein guter Schutz gegen Fremd­zugriffe. Für Android und iOS exis­tieren zahl­reiche VPN-Apps. Als Beispiel führen wir Sie durch die Anwen­dung Turbo VPN (für Android und für iOS).
Die App Turbo VPN
Die App Turbo VPN
Das Programm bietet diverse kosten­lose Zugänge zu virtu­ellen privaten Netz­werken. Darunter befindet sich auch ein in Deutsch­land statio­nierter VPN-Server. Nach dem Starten der App und der Auswahl des Servers über das obige Flag­genzei­chen müssen Sie der Anfrage des Android-Betriebs­systems zustimmen. Anschlie­ßend findet jedwede Kommu­nika­tion über das gewählte VPN-Netz­werk statt. Jedoch sind die Gratis-Offerten merk­lich lang­samer als die Premium-Vari­anten. Wenn Sie also hoch­auflö­sende Video-Streams verfolgen wollen, bietet sich ein VIP-Abon­nement an. Dieses schlägt mit 11,99 Euro für einen Monat oder 3,08 Euro pro Monat für ein Jahr zu Buche.

Wer eine FRITZ!Box zuhause als Router nutzt, kann auch darüber recht einfach ein VPN zum heimi­schen Netz­werk aufbauen und somit auch im Ausland über die heimi­sche IP im Internet surfen. Die Einrich­tung dieses VPN zur FRITZ!Box sollte aller­dings erfolgen, bevor man verreist, weil dazu der direkte Zugriff auf den Router erfor­derlich ist. Wie das VPN auf Android- oder iOS-Handys einge­richtet werden kann, wird in der FRITZ!Box verständ­lich erklärt.

Belie­bige Region via Proxy vortäu­schen

Zunächst einmal möchten wir darauf hinweisen, dass der Proxy-Server als ein Vermittler agiert, für den die Akti­vitäten und Daten des Nutzers sichtbar sind. Eine Anony­mität in der Form wie sie VPNs bieten, wird nicht gewährt. Entspre­chend sollten Sie sich infor­mieren, ob der gewünschte Proxy-Server vertrau­enswürdig ist. Diese Netz­werk­kompo­nente verschleiert eben­falls die ursprüng­liche Iden­tität des Anwen­ders. Der Effekt ist iden­tisch, Webseiten und Dienste, die dem Heimat­land vorbe­halten sind, lassen sich im Ausland benutzen. Im Internet finden sich zahl­reiche Listen mit kosten­losen Proxy-Servern aus aller Welt, beson­ders bewährt hat sich das Portal ProxyNova. Hier gelangen Sie direkt zur Über­sicht der in Deutsch­land ansäs­sigen Netz­werke.

Deutsche Server bei ProxyNova
Deutsche Server bei ProxyNova
Die Proxy-IP-Adresse und der Proxy-Port müssen manuell einge­geben werden. Auf Ihrem Smart­phone oder Tablet bear­beiten Sie hierfür den verbun­denen WLAN-Zugang. In den erwei­terten Einstel­lungen gibt es einen Proxy-Eintrag, in welchem sich der Server (Host­name) und Port fest­legen lassen.
Proxy-Einstellungen vornehmen
Proxy-Einstellungen vornehmen
Anschlie­ßend erfolgt der Inter­netzu­gang über Browser oder Apps stets über den zuge­wiesenen Proxy. Bei Chrome kann es aufgrund der Sicher­heits­einstel­lungen zu Problemen kommen. Versu­chen Sie in diesem Fall Safe Brow­sing in den Einstel­lungen unter Daten­schutz zu deak­tivieren oder nutzen Sie eine alter­native App wie Firefox.

Regi­onswahl via Webbrowser

Webbrowser mit inte­grierter VPN-Server-Auswahl

Die App Private Browser
Die App Private Browser
Private Browser (für Android und für iOS) ist eine empfeh­lens­werte Anwen­dung, die aller­dings zunächst mit ihrem Namens­zusatz „Proxy-Browser“ irri­tiert. Tatsäch­lich wird zwar von der Proxy-Tech­nologie Gebrauch gemacht, aller­dings finden die Verbin­dungen über VPN-Server statt. Die Anony­mität ist in diesem Fall also gegeben, zudem beim inte­grierten Webbrowser Verschlüs­selungs­methoden zum Einsatz kommen. Der Server wird über das Flag­genzei­chen links oben ausge­wählt. Sie müssen sich aller­dings mit einem Konto (etwa Google oder Face­book) anmelden. Des Weiteren kann Private Browser nur eine Woche ohne Gebühren verwendet werden. Danach stehen als Kauf­optionen 1,09 Euro für einen  Monat, 92 Cent pro Monat für ein Jahr oder 49,99 Euro auf Lebens­zeit zur Verfü­gung.

Webbrowser mit inte­grierter Proxy-Server-Auswahl

Die App Proxy Browser
Die App Proxy Browser
Als Beispiel-App stellen wir Proxy Browser for Android vor. Nach dem Öffnen der Anwen­dung betä­tigen Sie den Button „Fastest“ und klicken anschlie­ßend im unteren Menü auf „Search proxy“. Jetzt lässt sich ein gewünschtes Land auswählen, in dem ein möglichst schneller Proxy-Server gesucht wird. Für das Strea­ming ist eine hohe Band­breite empfeh­lens­wert, weshalb sich die Option „Random“ eher nicht eignet. Um das zuge­wiesene Netz­werk verwenden zu können, nutzen Sie den inte­grierten Webbrowser.

Abschlie­ßend gilt natür­lich noch der Hinweis, dass ein VPN oder ein Proxy keine Garantie dafür sind, dass man im Ausland tatsäch­lich deut­sche Strea­ming-Ange­bote nutzen kann. Viele Apps nutzen mitt­lerweile auch den Standort des Geräts, um fest­zustellen, wo es sich befindet. Wird dann ein Standort außer­halb Deutsch­lands ermit­telt, hilft auch eine deut­sche IP via VPN oder Proxy nicht weiter.

Des Weiteren sollten Sie sich vor der Nutzung einer der oben genannten Methoden nach der Rechts­lage im betref­fenden Land infor­mieren. Nicht überall sind VPN und Proxy als legal einge­stuft.

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