Streaming

Steht AMC+ vor Deutschlandstart?

In diesem Jahr starten mit Freevee und Para­mount+ zwei weitere Strea­ming-Dienste, doch das ist womög­lich nicht alles. Offenbar hat auch der Premium-Streamer AMC+ ein Auge auf Deutsch­land geworfen.
Von Björn König

Foto: AMC Wechselt "Better Call Saul" im kommenden Jahr von Netflix zu AMC+?
Foto: AMC
So mancher Markt­beob­achter speku­lierte bereits, dass das Geschäfts­modell SVoD langsam aber sicher an seine Grenzen stößt und es unter den kosten­pflich­tigen Strea­ming-Diensten zur Markt­berei­nigung kommt. Dennoch, eine weitere große Welle steht auf jeden Fall noch ins Haus. Als gesetzt gilt, dass noch in diesem Jahr Para­mount+ und Amazon Freevee in Deutsch­land starten. Nach dem Auslaufen bishe­riger Lizenz­ver­träge mit zwischen Warner Bros. Disco­very und Sky wird außerdem mit einem Launch von HBO Max gerechnet. Laut Medi­enbe­richten hat aber auch die Premium-Seri­enschmiede AMC einen Blick auf Europa geworfen. So könnte deren Strea­ming-Dienst AMC+ hier­zulande bereits im kommenden Jahr starten.

AMC setzt auf Premium-Serien

Foto: AMC Wechselt "Better Call Saul" im kommenden Jahr von Netflix zu AMC+?
Foto: AMC
AMC steht in den USA in direkter Konkur­renz zu HBO Max. Das Network produ­ziert zahl­reiche bekannte Premium-Serien, darunter beispiels­weise "The Walking Dead", "Prea­cher" oder "Better Call Saul". In Deutsch­land laufen entspre­chende Serien derzeit vor allem bei Netflix und Amazon Prime Video. Sofern AMC+ tatsäch­lich in Deutsch­land startet, hätte das sicher­lich Konse­quenzen für bestehende Auswer­tungs­ver­träge mit den genannten Strea­ming-Diensten.

Vor allem Netflix würde dann inhalt­lich noch weiter ausbluten, denn das Brea­king Bad-Spinoff "Better Call Saul" gilt seit langer Zeit als eine der Vorzei­gepro­duk­tionen beim Streamer aus Los Gatos. Gene­rell zeigt der AMC-Katalog gegen­über HBO und Disney Lücken, an Qualität mangelt es aber im Gegen­satz zur Konkur­renz nicht.

Weniger fami­lien­freund­lich

Dass AMC+ im kommenden Jahr tatsäch­lich in Deutsch­land startet, ist derzeit noch Speku­lation. Aller­dings ist auffällig, dass die US-Website bereits auf eine deut­sche Länder-Unter­seite verweist. Das wäre sicher­lich unnötig, wenn man keine Loka­lisie­rung für Deutsch­land beab­sich­tigt. Demnach scheint also auf den ersten Blick durchaus etwas an Sache dran zu sein.

Fami­lien­freund­liche Inhalte im Stil von Disney+ sollten poten­zielle Abon­nenten aber bei AMC nicht erwarten. Der Fokus liegt ganz klar auf Action, Crime und Suspense. Damit dürfte das Angebot ohnehin auf ein erwach­senes Publikum abzielen und sich eher als Ergän­zung zu bestehenden Strea­ming-Diensten sehen. Aller­dings zielt auch Disney mit seinem Zusatz­angebot "Star" mitt­ler­weile auf Eltern ab.

Was kostet das Abo?

Selbst wenn AMC+ einige exklu­sive Serien an Bord hat, dürfte man hier­zulande nicht den glei­chen Abopreis wie große Mitbe­werber abrufen. Zum Vergleich: Disney hat unter anderem Block­buster von Marvel, Pixar und Star Wars an Bord. Hinzu kommt, dass Disney+ zahl­reiche Film­pre­mieren parallel zum Kino­start veröf­fent­licht. Trotzdem liegt der Strea­ming-Dienst preis­lich noch unter zehn Euro.

Für das Geld wird sich AMC+ kaum rechnen, realis­tischer wäre ein Vergleich mit STARZPLAY von Lions­gate. Der Dienst adres­siert mit seinen Action- und Suspense-Formaten eine ähnliche Ziel­gruppe wie AMC und liegt preis­lich bei rund fünf Euro im Monat. Beide Kata­loge weisen auch quan­titativ einen ähnli­chen Umfang auf. Was aber genau geplant ist, wird sich voraus­sicht­lich Anfang kommenden Jahres zeigen.

Teure Serien: Müssen Strea­ming-Dienste koope­rieren?

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