Gläserner Nutzer

Stiftung Warentest kritisiert Datensendeverhalten von Apps

Die Stiftung Warentest hat innerhalb von viereinhalb Jahren über 500 Apps ausführlich auf den Umgang mit Nutzerdaten überprüft. Nur etwas über die Hälfte der Anwendungen wurde als unbedenklich eingestuft.
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Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat in einer umfassenden Untersuchung von über 500 Apps erörtert, wie es um das Datensendeverhalten bestellt ist. Dabei kam ein alarmierendes Ergebnis heraus, denn mehr als 40 Prozent der Programme leitet Nutzerdaten über den erforderlichen Rahmen hinaus weiter. Nur etwa die Hälfte der getesteten Anwendungen bezeichnet die Organisation als unkritisch. Zwar hat das Bundesjustizministerium bereits einen Leitfaden für verbraucherfreundliche Apps bereitgestellt, es ist aber fraglich, ob dieser das Milliardengeschäft um die Nutzer-Informationen ausbremst.

Stiftung Warentest veröffentlicht umfassende App-Studie

Stiftung Warentest hat Apps untersuchtStiftung Warentest hat Apps untersucht Die Tester der Verbraucherorganisation haben in einem Zeitraum von viereinhalb Jahren 545 Apps auf den Zahn gefühlt. Dabei wollte das Institut wissen, wie die einzelnen Programme mit den vertraulichen Daten des Anwenders umgehen. Es wurden einige Apps entdeckt, die Informationen übermittelten, welche für ihre Funktionalität nicht erforderlich sind.

Die vom Juni 2012 bis zum Dezember 2016 durchgeführte Studie sieht ein Drittel aller überprüften Applikationen als kritisch beim Datensendeverhalten an. Weitere acht Prozent seien sogar als sehr kritisch einzustufen. Einen Anteil von fünf Prozent konnte Stiftung Warentest nicht abschließend bewerten. Es bleibt also noch ein Rest von 54 Prozent der analysierten Apps, die ohne Bedenken bezüglich der Privatsphäre verwendet werden können.

Die App-Analyse der Stiftung Warentest
Die App-Analyse der Stiftung Warentest

Stiftung Warentest möchte faire Apps

Das Institut verweist auf einen vor kurzem vom Bundesjustizministerium bereitgestellten Leitfaden für verbraucherfreundliche Apps. In jenem wird beispielsweise empfohlen, dass in einer vorgeschalteten Kurzinformation im jeweiligen App-Store erkenntlich gemacht wird, welche Daten wohin und zu welchem Zweck übermittelt werden. Die Betreiber der App Stores werden dazu aufgerufen, diesen Leitfaden bei ihren Entwicklungsrichtlinien zu berücksichtigen.

Es bleibt abzuwarten, ob diese vorgeschlagene Methode Erfolg hat. Der Handel mit vertraulichen Nutzerdaten ist mittlerweile ein Milliardengeschäft, wie die Stiftung Warentest verkündet. Mit dem Verkauf der persönlichen Daten würden Datenhändler weltweit Unsummen verdienen. Je mehr ein Unternehmen über einen Anwender weiß, desto besser können beispielsweise Werbeeinblendungen auf ihn zugeschnitten werden. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, was wiederum zu mehr Profit führt.

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