Statistik

Preise für Telefon und Internet 2011 erneut gesunken

Insbesondere mobile Daten sind viel günstiger geworden
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Der ausgeprägte Wettbewerb bei Komplettangeboten lässt die Preise für Telefon- und Internet-Nutzung weiter sinken. Während die Verbraucherpreise insgesamt im vergangenen Jahr um kräftige 2,3 Prozent anzogen, konnten die Kunden erneut günstiger telefonieren und im Internet surfen. Die Verbraucherpreise für die Telekommunikation lagen im Durchschnitt des Jahres 2011 um 2,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte.

Telefonieren und Internet-Nutzung ist 2011 wieder billiger gewordenTelefonieren und Internet-Nutzung ist 2011 wieder billiger geworden. Dabei wurden Gespräche im Festnetz und die Internetnutzung im Vergleich zu 2010 um 2,4 Prozent günstiger. Die Statistiker führten dies insbesondere auf den Preiskampf bei Komplettangeboten zurück, die gleichzeitig sowohl den Telefon- und DSL-Anschluss, als auch die Telefon- und Internet-Nutzung mit entsprechenden Flatrate-Angeboten abdecken.

Außerhalb dieser Offerten verteuerten sich Festnetztelefonate binnen Jahresfrist leicht um 0,2 Prozent. Hingegen waren Gespräche auf dem Handy 3,5 Prozent billiger als im Jahr zuvor. Dabei seien erneut sowohl die reinen Gesprächspreise als auch die Preise für die mobilen Datendienste gesunken.

Der Preissturz in der Telekommunikation hält seit Jahren an. 2010 waren diese Preise im Jahresvergleich um 2 Prozent gesunken. Insgesamt fielen sie von 2005 bis 2011 um 13 Prozent.

Dabei verringerten sich die Preise für Telefondienstleistungen im Festnetz und Internet um ein gutes Zehntel (- 10,6 Prozent), die Preise für Handytelefonate und die Datennutzung sogar um ein Fünftel (- 20,1 Prozent). Detaillierte Informationen dazu gibt es auf der Internet-Seite des Statistischen Bundesamtes.

Datenverbrauch steigt rasant

Mit den sinkenden Preisen gerade im Mobilfunkbereich geht ein sprunghafter Zuwachs bei der Nutzung von mobilen Diensten einher: Dank neuer Smartphone-Modelle, mit denen die mobile Nutzung von Internet-Diensten wie E-Mail, sozialen Netzwerken, Navigation und so weiter sehr viel einfacher geworden ist, steigt der Datenverkehr in den Mobilfunk-Netzen rasant an. Allein die Nutzung der Sprachassistentin Siri beim iPhone 4S soll den Datenverbrauch bei dieser Nutzergruppe verdoppelt haben.

Weil der Ausbau der Daten-Netze viel Geld verschlingt, kann es durchaus sein, dass es in Zukunft zwar weiterhin günstige Datentarife geben wird, aber der Verbrauch größerer Datenmengen extra kostet. Das bedeutet, dass die Datenpreise pro MB sicherlich weiterhin deutlich sinken werden, aber die Kunden, die dank der neuen Angebote viel mehr Datenvolumen verbrauchen, am Ende insgesamt auch mehr für ihren Datentarif zahlen müssen.

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