SSD

Solid State Disks machen der Festplatte Konkurrenz

SSD durch kleine Größe und wenig Stromverbrauch prädestiniert für Netbooks
Von dpa / Steffen Herget

Vor allem Notebooks sowie die kleineren Netbooks sind immer häufiger mit einem sogenannten SSD-Speicher ausgestattet. In vielen Fällen ersetzt das Solid State Disk die Festplatte. Mittlerweile gibt es den Massenspeicher auch zum Nachrüsten, für den Netzwerk-Speicher oder als sogenannte PCMCIA-Karte für das Notebook.

Wer eine besonders schnelle Festplatte braucht, ist mit SSD gut bedient: Die Speicher seien um ein Vielfaches schneller als herkömmliche Festplatten mit ferromagnetischem Speicher, hat die in München erscheinende Zeitschrift PC-Welt (Ausgabe 3/2009) herausgefunden. In der Praxis spüre der Anwender den Tempovorteil zum Beispiel bei der Datei- und Index-Suche. Das Magazin hatte zehn SSD-Festplatten getestet.

Teure SLC-Modelle mit hohen Schreibraten

Wer einen SSD-Speicher kaufen möchte, hat die Wahl zwischen der MLC- und der SLC-Technik. Letztere kostet den Käufer pro Gigabyte Speicher mindestens neun Euro. MLC schlägt mit einem Preis ab 1,80 Euro für jedes Gigabyte zu Buche. Wer es sich leisten kann, greift laut PC-Welt am besten zu einem SLC-Modell - die Technik ermögliche gleichbleibend hohe Schreibraten und eine längere Lebensdauer. Die Experten raten aber davon ab, zum Beispiel ein Netbook mit einem SSD-Speicher zu erweitern, der weniger als 32 GB hat. Dafür sei eine Speicherkarte die bessere Wahl.

Im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten sind die derzeit bei SSD verfügbaren Kapazitäten klein. Ferromagnetische Platten gibt es schon mit einem Terabyte (TB), ein Hersteller hat kürzlich sogar ein Modell mit zwei TB angekündigt. Mit SSD ist derzeit bei 250 Gigabyte Schluss - und dafür muss der Kunde rund 600 Euro zahlen. Eine 500 GB große herkömmliche Festplatte gibt es für deutlich weniger als 100 Euro.

Samsung bietet SSD mit einer Kapazität von 256 Gigabyte an. Der Speicher lasse sich in 21 Minuten komplett beschreiben. Die Leistungsaufnahme gibt der Hersteller mit 1,1 Watt an.

SSD auch für den Express-Card-Slot erhältlich

Eine ungewöhnliche Variante des SSD-Speichers, die für Notebook-Besitzer interessant sein könnte, hat Verbatim kürzlich vorgestellt: Das Unternehmen aus Eschborn bei Frankfurt/Main bietet SSD-Speicher im sogenannten PCMCIA-Express-Card-Standard an. Drei Speichergrößen sind verfügbar: 16, 32 und 64 GB. Diese SSD-Karten lassen sich somit als Speichererweiterung verwenden, die mehr Platz und schnellere Lese- und Schreibgeschwindigkeiten als USB-Sticks besitzen.

Buffalo Technology hat kürzlich einen Netzwerkspeicher mit SSD ins Angebot aufgenommen. Die SSD ermögliche einen lüfterlosen Betrieb und mache die LinkStation Mini damit quasi lautlos, so der Hersteller in Düsseldorf. Das Modell enthält zwei SSD-Platten mit je 120 GB. Dadurch lassen sich zum Beispiel Daten doppelt abspeichern, um sie besser vor einem Verlust zu schützen. Das hat allerdings seinen Preis: Knapp 900 Euro lautet die unverbindliche Empfehlung.

SSD-Festplatten sind etwas teurer, aber stromsparend, robust und schnell

Warum sind SSDs im Vergleich so teuer? Die Speicher haben anders als eine herkömmliche Festplatte keine mechanischen Teile. Das heißt unter anderem, dass sie unempfindlich gegen Erschütterungen sind: Wer etwa im Zug mit seinem Notebook arbeitet und versehentlich von einem anderen Fahrgast angerempelt wird, muss nicht befürchten, dass die Festplatte crasht und die Daten verloren gehen. Zudem machen SSDs keinen Lärm und gelten als relativ stromsparend.

SSD greift bei normalen Anwendungen schneller auf Daten zu als eine herkömmliche Platte. Schon zu Beginn der Arbeit am Computer macht sich das Tempo bemerkbar: Die Dauer des Systemstarts halbiert sich. Auf Festplatten liegen auch zusammengehörende Daten oft weit verstreut, die Suche nach den einzelnen Teilen verzögert den Zugriff. Das gilt nicht für SSD, wo sofort auf alle Daten zugegriffen werden kann. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel: Werden große zusammenhängende Datenblöcke abgefragt, arbeitet die herkömmliche Festplatte schneller.

Theoretische Schwächen bei der Sicherheit in der Praxis wenig relevant

Zwar ermöglicht SSD den schnelleren Zugriff auf die gespeicherten Daten. Das wird aber durch eine Technik erreicht, die beim gewollten Löschen der Daten ein Problem darstellen kann. Der Controller des Speichers sorgt dafür, dass die Daten gleichmäßig verteilt werden. Daher reicht das herkömmliche Überschreiben mit neuen Daten allein für eine sichere Löschung nicht aus - weil das Überspeichern einer Datei physikalisch nicht an der gleichen Stelle passiert.

Laut Prof. Sorin Alexander Huss vom Computer Science Department der Technischen Universität Darmstadt ist der Unterschied in Sachen Sicherheit nach dem Löschen der Daten für den normalen Anwender aber unerheblich. Wer trotzdem Angst vor dem Ausspähen gelöschter Daten durch Unbefugte hat, dem empfiehlt Prof. Huss den Einsatz von Verschlüsselungsverfahren vor und nach dem Löschen.