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spusu würde gern 3,5 GB für unter 10 Euro anbieten

Er bekommt nicht den Zugang zum Telefónica-Netz, den er will, hat aber schon Tarife in der Schublade: spusu-Chef Katzbauer kritisiert den deutschen Mobilfunkmarkt. Lesen Sie, was er kritisiert und welche Tarife er anbieten will.
Von Thorsten Neuhetzki
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"Auch deutsche Handynutzer haben ein Recht auf günstiges Surfen, Telefonieren und Simsen", sagt Karl Katzbauer, Head of MVNO international bei spusu. spusu will in Deutschland als virtueller Netzbetreiber starten, wird sich aber nicht mit Netzbetreiber Telefónica einig. Dabei hat spusu offenbar sogar schon erste Tarife für Deutschland in der Schublade. Man wollte "schon vor der Fußball-Europameisterschaft [...] Tarife wie zum Beispiel 3,5 GB Daten für 9,98 Euro und ohne versteckte Kostenfallen nach Deutschland bringen", sagt Katzbauer in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung weiter.

Kritik an unterschiedlichen Preisen in Europa

Screenshot der spusu-Webseite in ÖsterreichScreenshot der spusu-Webseite in Österreich spusu kritisiert auch die unterschiedliche Preispolitik der großen Mobilfunkanbieter in der EU. Als Beispiels nennt der Anbieter Vodafone, die in Großbritannien für umgerechnet 30 Euro ein 20-GB-Paket mit LTE anbieten würden. In Deutschland sei für diese Leistung ein Preis von 92 Euro fällig, heißt es in der Mitteilung des Anbieters, der auch beim Vergleich des deutschen mit dem österreichischen Markt Unterschiede sieht. Demnach zahlen die Handynutzer für mobile Daten in Deutschland derzeit vierzehn Mal so viel wie in Österreich. spusu bezieht sich damit auf eine aktuelle Marktstudie des Telekommunikationskonzerns Mass Response GmbH aus Wien, zu dem auch der MVNO-Mobilfunkanbieter zählt.

Ein Start als MVNO für spusu scheint jedoch schwieriger als der Anbieter dachte."Die Fusion von o2 und E-Plus wurde von der EU-Kommission nur unter der Bedingung genehmigt, dass Telefónica Deutschland, als Mutterkonzern von o2, unter anderem auch Mobile Virtual Network Operator ans Netz nimmt:Bisher weigert sich das Unternehmen jedoch, diese Fusionsbedingungen umzusetzen", schreibt Katzbauer. Trotz mehrmaligen Einwänden, mit hinreichenden und nachvollziehbaren Argumenten, sehe die EU-Kommission derzeit offensichtlich keinen Handlungsbedarf, kritisiert Katzbauer abschließend und fordert den deutschen Marktführer auf, die EU-Bedingungen endlich umzusetzen und spusu den Zugang zum deutschen Mobilfunkmarkt zu ermöglichen.

Telefónica: Reseller ja, MVNO nein

Telefónica sieht die Sachlage anders und will spusu nur als Reseller und nicht als MVNO in sein Netz lassen. Wie uns Telefónica mitteilte, würde genau das auch die Auflagen der EU-Kommission vorsehen, unter denen seinerzeit die Übernahme der E-Plus-Gruppe durch Telefónica genehmigt worden sei. Im Fall von Drillisch sei die Sachlage anders, da es sich hier um den Mitbewerber gehandelt habe, der unmittelbar im Zusammenhang mit der Übernahme der E-Plus-Gruppe exklusiv Kapazitäten im Telefónica-Netz bekam. spusu bleibt aber optimistisch. Nach eigenen Angaben bekommt der nach Eigendarstellung "österreichische Qualitätsanbieter" in seinem Vorhaben zudem von den zuständigen deutschen Wettbewerbsbehörden Rückendeckung.

Wer ist spusu?

Hinter spusu steht die österreichische Firma Mass Response, die auf Telekommunikationslösungen spezialisiert ist. Das Spektrum reicht dabei von der Abwicklung großer Televoting-Events wie dem Eurovision Song Contest bis zur zeitgemäßen Organisationsunterstützung von Kundendiensten und Contact und Call Centern.Seit Juni 2015 mischt Mass Response als Mobilfunkanbieter mit der eigenen Marke spusu am österreichischen Markt mit. In Deutschland wurde Mass Response in der Vergangenheit jedoch auch durch zweifelhafte Call-In-Show-Produktionen in Verbindung gebracht, wie entsprechende Suchergebnisse im Internet schnell zeigen.

Wie preislich interessant der österreichische Markt ist, war erst diese Woche bekannt geworden: Ein Anbieter hatte hier eine unlimitierte LTE-Flatrate für 35 Euro gestartet.

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