Flatrates

Die Sprach-Flatrates der Netzbetreiber im Vergleich

Flatrates lohnen sich nur, wenn sie zum Telefonieverhalten passen
Von Marc Kessler

T-Mobile verlangt für die Max Flat L 79,95 Euro pro Monat, bei Online-Abschluss schreibt das magentafarbene Unternehmen 12 Monate lang jeweils 10 Euro monatlich - insgesamt also 120 Euro - gut. Bei Vodafone kostet die SuperFlat Allnet ebenfalls 79,95 Euro pro Monat. Zusätzlich reduziert Vodafone bei Abschluss im Internet den Paketpreis sechs Monate lang um je 20 Euro - also ebenfalls um 120 Euro. Zusätzlicher Vorteil bei Vodafone - wie auch bei seinen Teil-Flatrate-Tarifen: Bei Wahl des zusätzlichen Online-Vorteils "5 Euro monatliche Rechungsgutschrift" reduziert sich die monatliche Pauschale auf 74,95 Euro.

Die Voll-Flatrates der Netzbetreiber im Überblick

Anbieter T-Mobile Vodafone E-Plus o2 Germany
Tarif Max L SuperFlat BASE Genion
Allnet BASE 5 Gold XL
Grundgebühr 79,95 79,95 75,00 1) 150,00 2) 75,00
Online-Vorteil 12 x 10,00 6 x 20,00
sowie 24 x 5,00
oder 24 x 100 SMS
24 x 15,00 - 15 Prozent
Rechnungsrabatt
o. 24 x 200 SMS
Einrichtung 3) 24,95 24,95 35,00 25,00
Alle Netze 0,00 0,00 0,00 0,00
SMS 0,19 0,19 0,19 0,00 4) 0,19
MMS 0,39 0,39 0,39 0,39
Datendienste
(Kosten)
0,09 / Minute
(im 60/60-Takt;
Daten-Optionen:
ab + 5,-)
0,02 / Std.
+ 0,2 / 10 kB,
(Websessions:
ab 1,95 / Takt)
0,006
pro 1 kB
(Datenflat:
ab + 10,-)
0,00 0,09 / Minute
(im 60/60-Takt;
Daten-Optionen:
ab + 5,-)
Mindestlaufzeit 24 Monate 24 Monate 24 Monate 24 Monate
Stand: 23. April 2009, Preise in Euro.
1) Der dargestellte Preis gilt nur im 1. Jahr der Vertragslaufzeit. Danach muss der Vertrag nach dem jeweils ersten Vertragsjahr verlängert werden, sonst steigt der Preis um 5 Euro pro Monat.
2) 1000 Freiminuten in alle europäischen Netze inklusive.
3) Kann bei Onlinebuchung oder im Rahmen einer Aktion entfallen oder abweichen.
4) 3000 SMS monatlich inklusive. Nachfolgende SMS kosten 19 Cent.

An dieser Stelle noch ein Verweis auf zwei Discounter-Angebote: Noch bis 30. Juni kann das Full-Flatrate-Angebot der T-Mobile-Tochter congstar für 59,99 Euro monatlich bei einer Laufzeit von 24 Monaten gebucht werden. Daneben gibt es ebenfalls im D-Netz das SIMfix Voice Flat-Angebot des Drillisch-Ablegers simply für 59,99 Euro pro Monat. Dieser Tarif ist vorläufig unbegrenzt erhältlich und hat eine Vertragslaufzeit von nur drei Monaten. Nachteil dieser Angebote: Es sind keine weiteren Optionen - zum Beispiel Datenoptionen für das mobile Internet - buchbar.

BASE Gold: Teuer, aber für manche durchaus lohnenswert

Einen Exoten bei den Voll-Flatrates stellt schließlich noch das E-Plus-Angebot BASE Gold dar: Hier werden stolze 150 Euro pro Monat fällig. Dafür erhält der Kunde neben der Flatrate ins Festnetz und alle Mobilnetze noch eine Flatrate für das mobile Internet, eine Quasi-SMS-Flatrate mit 3 000 SMS in alle Mobilfunknetze BASE Gold: Lohnt sich nicht für jeden
Foto: E-Plus
sowie 1 000 Minuten monatlich für Gespräche von Deutschland in alle europäischen Netze. Zusätzlich erhält der Kunde dieses "wahren Luxus-Angebots" zwei Jahre lang eine kostenfreie American Express Gold Card, Rabatte auf Endgeräte und Zubehör sowie kostenfreie Gespräche zur Kunden-Hotline. Dieser Rundum-Flat-Tarif wird sich für die meisten Nutzer zwar nicht rechnen, dennoch ist er insbesondere für Geschäftskunden interessant: Wer viel mit dem Handy unterwegs ist und ins europäische Ausland telefonieren muss, kann immens sparen. Denn regulär fallen bei BASE hier 69 Cent pro Minute an - bei optimaler Ausnutzung der 1 000 Freiminuten bedeutet dies einen Gegenwert von knapp 700 Euro.

Bei den Voll-Flatrates muss eines jedoch unbedingt beachtet werden: Sie verursachen hohe Fixkosten pro Monat und sind nicht vorzeitig kündbar. Ein Downgrade in einen kleineren Tarif ist ebenfalls oft nicht möglich oder wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden. Daher lohnen sie sich Voll-Flatrates nur dann, wenn tatsächlich konstant viel in alle Mobilfunknetze telefoniert wird. Auch hier der Vergleich mit den Prepaid-Discountern: Bei einem Minutenpreis von 8 Cent - wie beim D-Netz-Discounter maXXim - kann gegenüber dem regulären Grundpreis zum Beispiel von Max Flat L und SuperFlat Allnet fast 1 000 Minuten - also über 16 Stunden lang - telefoniert werden, bis der Grundpreis der D-Netz-Voll-Flatrates erreicht wird. Wessen monatliches Telefonaufkommen diese Gesprächsmenge also nicht konstant und deutlich überschreitet, zahlt mit der Full-Flatrate unter Umständen drauf.

Wer gerne mobil surft, muss an eine Datenoption denken

Alle hier vorgestellten Tarife sind zunächst einmal "SIM-only", das heißt, ohne vergünstigtes Handy. Wer ein subventioniertes Handy möchte, muss - je nach Gerätetyp und Anbieter - 5 bis 10 Euro mehr pro Monat ausgeben. Auch hier heißt es aber vergleichen, denn oftmals kann man das Gerät zum über 24 Monate fälligen Preis beim Anbieter auch gleich in einem günstigen Online-Shop kaufen und gegebenenfalls sogar noch sparen. Das gilt auch für das Handy-Miet-Modell von E-Plus, bei dem das Gerät nach Vertragsablauf zurückgegeben werden muss.

Wer auch mobil ins Internet gehen möchte, sollte zudem beachten, dass die Verbindung ins mobile Internet "by call", also ohne die Buchung einer speziellen Datenoption, sehr schnell sehr teuer werden kann. Wer öfter mobil surft, sollte die Buchung einer passenden Datenoption also unbedingt ins Auge fassen. Einen Überblick über die Optionen finden Sie in unserem Mobilfunk-Datenrechner.

Fazit: Drum prüfe...

Ingesamt lässt sich festhalten, dass Teil-Flatrates - vor allem in den E-Netzen - sehr günstige und interessante Angebote darstellen können, wenn das individuelle Telefonieverhalten gut darauf passt. Dennoch sollte man vor Abschluss eines 24-monatigen Laufzeitvertrages genau prüfen, ob man wirklich konstant viel zu halbwegs konstanten Zielen - wie beispielsweise dem Anbieternetz und dem deutschen Festnetz - telefoniert. Wer nur sporadisch ein sehr hohes Gesprächsaufkommen hat, ist z.B. mit einem Prepaid-Discounter - gegebenenfalls in Kombination mit einer kurz laufenden Flatrate-Option ins Festnetz - besser bedient. Gerade bei den Teil-Flats (der Netzbetreiber) ist unbedingt zu beachten, dass Fremdnetzminuten - im Vergleich zu den Einheitstarifen der Prepaid-Discounter - sehr teuer sind; es sei denn, die bei BASE 2 Plus enthaltenen Fremdnetzminuten reichen für das individuelle Telefonieverhalten aus oder man bucht eine bei Vodafone erhältliche Minutenoption.

Bei den Voll-Flatrates hingegen sind zwar Gespräche in alle Mobilfunknetze und das deutsche Festnetz abgedeckt; sie sind im Gegenzug aber bedeutend teurer. Hier muss - wie bereits dargestellt - dauerhaft extrem viel telefoniert werden, damit sich die hohen Grundkosten amortisieren. Ansonsten ist auch hier ein Prepaid-Discounter die bessere Wahl.

Natürlich gibt es neben den hier miteinander verglichenen Flatrates der Netzbetreiber auch noch Flatrate-Angebote unterschiedlicher Service-Provider und Discounter. Diese finden Sie auf unserer Infoseite zum Thema Mobilfunk-Flatrates.

Ganz zum Schluss noch ein Hinweis zu den erwähnten o2-Tarifen: Diese sind in bisheriger Form - laut Ankündigung von o2 - voraussichtlich nur noch bis 4. Mai erhältlich. Wer sich für eine der dargestellten Flatrates des Münchener Netzbetreibers interessiert, sollte also gegebenenfalls noch rechtzeitig zugreifen.

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