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Sport1 Radio: Fußball, Handball, Basketball, Motorsport und mehr

90elf-Nachfolger soll zur neuen Fußball-Saison auf Sendung gehen
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Im März hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Bundesliga-Audio-Übertragungsrechte im Bereich Netcast neu vergeben. Dabei ging der bisherige Rechte-Inhaber 90elf leer aus. Stattdessen erhielt Sport1 den Zuschlag. In der vergangenen Woche gab 90elf-Veranstalter Regiocast Digital dann auch bekannt, dass der Sendebetrieb von Deutschlands erstem Fußball-Radio nach dem DFB-Pokalfinale am kommenden Wochenende eingestellt wird. Der Nachfolger Sport1 steht bereits in den Startlöchern und sucht per Stellenanzeige einen Ressortleiter für das neue Radioprogramm. Diese Stellenausschreibung verrät auch einiges zu den Programmplänen von Sport1 Radio, das zur neuen Fußball-Bundesliga-Saison 2013/14 auf Sendung gehen soll. Ein denkbarer, aber vom Anbieter nicht bestätigter Starttermin wäre beispielsweise der erste Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga, der vom 19. bis 21. Juli stattfindet.

Sport1 Radio berichtet nicht nur über Fußball-Themen

Sport1 Radio nimmt Gestalt anSport1 Radio nimmt Gestalt an Sport1 Radio wird aber nicht ausschließlich über das Thema Fußball berichten, sondern sich inhaltlich breiter aufstellen. So werden von Bewerbern "fundierte redaktionelle Kenntnisse insbesondere in den Bereichen Fußball, Handball, Basketball und Motorsport" erwartet. Demnach wird der Sender die breite Palette des Sports abdecken, was dazu führen könnte, dass in Bundesliga-freien Zeiten andere attraktive Events übertragen werden.

Die Stellenausschreibung verrät auch, dass Sport1 Radio zumindest vorerst nur im Internet verbreitet wird. Dabei ist davon auszugehen, dass Constantin Medien als Veranstalter auch Smartphone-Apps anbieten wird - ähnlich wie bisher 90elf. Sport1 bietet bereits jetzt Anwendungen unter anderem für Android, iOS und das Windows Phone an, während Blackberry-Nutzer noch außen vor bleiben.

Vorerst offenbar keine Verbreitung im terrestrischen Digitalradio

Ähnlich wie 90elf hätte auch das neue Sportradio lizenzrechtlich die Möglichkeit, zusätzlich im terrestrischen Digitalradio DAB+ zu senden. Das Interesse auf Hörerseite wäre sicherlich da, zumal sich viele 90elf-Fans speziell für den Empfang des Fußballradios einen Digitalradio-Empfänger zugelegt haben. Dieser ermöglicht den Empfang auch ohne Datenpaket für die mobile Internet-Nutzung, ohne einen breitbandigen Mobilfunkanschluss.

Im bundesweiten Digitalradio-Ensemble sind derzeit allerdings keine Programmplätze frei. Den Sendeplatz von 90elf will Regiocast Digital für einen anderen Spartenkanal nutzen, so dass dieser nicht frei wird. Sport1 Radio bliebe demnach höchstens die Möglichkeit einer Verbreitung in lokalen oder landesweiten Programmpaketen. Zunächst aber wird der Schwerpunkt auf der Abstrahlung im Internet liegen. Dabei bleibt abzuwarten, inwieweit sich Branchengerüchte bestätigen, dass die Inhalte von Sport1 Radio zumindest teilweise zur gegen ein entsprechendes Entgelt zur Verfügung stehen.

90elf war über die Webseite frei empfangbar. Die Smartphone-Apps waren im Rahmen von Aktionen ebenfalls kostenlos erhältlich. Ansonsten wurden sie für geringe Beträge bei Google Play, im Apple AppStore und im Windows Phone Store feilgeboten. Die Anwendungen waren jeweils für eine Bundesliga-Saison bestimmt. Weitere Kosten fielen für die Hörer abseits des Datentraffics nicht an.

Mobile Nutzer sind die großen Verlierer des Senderwechsels

Die großen Verlierer beim Wechsel der Netcast-Übertragungsrechte sind mobile Nutzer, die Fußball auf 90elf über DAB+ im Autoradio gehört hatten. Hier ist ein reines Webradio, wie es von Sport1 nun zumindest vorerst geplant ist, keine echte Alternative. Zu oft kommt es zu Netzschwankungen oder einem Rückfall auf GPRS-Performance, wenn das UMTS- oder LTE-Netz gerade nicht zur Verfügung steht. In diesem Fall kommt es zu Aussetzern beim Empfang.

Schlimmstenfalls muss der Nutzer die App oder den Stream neu starten, was während einer Autofahrt nicht unbedingt praktikabel ist. Somit bleibt zu hoffen, dass Sport1 Radio zumindest zu einem späteren Zeitpunkt in die Fußstapfen von 90elf tritt und ebenfalls über DAB+ sendet. Eine Abstrahlung auf herkömmlichen UKW-Radiofrequenzen ist hingegen auch auf lange Sicht nicht zu erwarten. Zum einen ist die Frequenzskala schon jetzt überbelegt und bietet keinen Platz für neue überregionale Programmangebote. Zum anderen geben die Netcast-Übertragungsrechte aber auch keinen Spielraum für Sendungen auf den klassischen Hörfunkwellen.

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