Sport

Schwere Zeiten: Massenkündigungen bei DAZN

In der Corona-Krise ist der Sport­streamer DAZN der große Verlierer im Strea­ming-Markt. 26 Prozent aller Kündi­gungen dieses Jahres sind in nur zehn Tagen einge­reicht worden, ein Ende der Entwick­lung ist nicht in Sicht.

Schwere Zeiten für DAZN Schwere Zeiten für DAZN
Screenshot: Michael Fuhr
In der Corona-Krise sind Strea­ming­dienste bisher die großen Gewinner. Viele verbringen derzeit weit mehr Zeit zu Hause und sorgen für einen Boom bei Netflix, dem neuen Disney+, Joyn und Co. Doch nicht überall herrscht Freude.

Weit mehr Kündi­gungen

Schwere Zeiten für DAZN Schwere Zeiten für DAZN
Screenshot: Michael Fuhr
Der Sport­streamer DAZN ist der große Verlierer unter den Strea­ming­diensten. Wie die Fach­zeit­schrift "Werben & Verkaufen" (W&V) in Bezug auf die Vertrags­manage­ment-Platt­form "Volders" meldet, seien 26 Prozent aller Kündi­gungen dieses Jahres in nur zehn Tagen (Stand: 24. März) einge­reicht worden. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wie es heißt, werde dabei ein eigent­licher Kunden-Vorteil des Strea­ming-Dienstes nun zum Nach­teil: das monat­liche Kündi­gungs­recht. Hinzu kommt, dass DAZN - anders als Konkur­renten wie Sky - ein reines Sport-Port­folio bietet und, da es aktuell so gut wie keine Live-Inhalte gibt, nur Sport aus der Konserve ausstrahlt.

Unbe­kannt ist, ob DAZN für alle Sport­arten weiter seine Rech­tekosten bezahlen muss, oder ob diese wegen des momen­tanen Ausfalls nicht fällig sind. Bislang hat sich der Sport­streamer zu solchen internen Details nicht geäu­ßert. Zuletzt gab es Speku­lationen, wonach DAZN und Konkur­rent Sky die TV-Beiträge für die Bundes­liga erst wieder zahlen müssten, sobald der Ball wieder rollt. Das soll nach aktu­ellem Stand frühes­tens ab Mai möglich sein und dann voraus­sicht­lich weiter ohne Zuschauer.

Kunden kommen zurück, sobald der Ball wieder rollt

Eines dürfte aber auch klar sein: Sobald DAZN und andere reine Sport­sender wie das in Deutsch­land nicht abon­nier­bare "beIN SPORTS" wieder Live­sport über­tragen dürfen, werden die Kunden wohl genauso schnell zurück­kommen wie sie jetzt gekün­digt haben. Wie groß für die Sender der Schaden durch die tempo­rären Ausfälle ist, lässt sich aber noch nicht bemessen.

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