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Das Ende der Sperrtafel: GEMA und YouTube einigen sich (Update)

"Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar. Das tut uns leid". Damit soll es zumindest bei Musikvideos auf YouTube vorbei sein.
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Darauf dürften viele YouTube-Nutzer gewartet haben: Die Musik­verwertungs­gesellschaft GEMA und die Streaming-Plattform YouTube haben heute nach Angaben der GEMA einen Lizenzvertrag unterzeichnet, der auch den vertragslosen Zeitraum seit 2009 abbildet. Damit erhalten die von der GEMA vertretenen 70 000 Musikurheber und Verleger wieder eine Vergütung für die Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Musikwerke.

Für die Nutzer bedeutet die Einigung das Ende der Sperrtafeln bei Musikvideos, teilt die GEMA mit. Im Test der teltarif.de-Redaktion waren die Tafeln heute Morgen jedoch noch nicht verschwunden.

Durch den Abschluss werden die Mitglieder der GEMA auch für die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken auf der weltweit reichweiten­stärksten Online-Video-Plattform vergütet, teilte die GEMA mit. Sie löse damit ihren treuhänderischen Verwertungsauftrag gegenüber ihren Mitgliedern ein.

Sieben Jahre wurde verhandelt

Das Ende der Sperrtafeln nahtDas Ende der Sperrtafeln naht "Nach sieben Jahren zäher Verhandlungen markiert der Vertragsabschluss mit YouTube einen Meilenstein für die GEMA und ihre Mitglieder. Unserem Standpunkt, dass Urhebern auch im digitalen Zeitalter eine angemessene Vergütung zusteht, sind wir trotz aller Widerstände treu geblieben. Entscheidend ist, dass der jetzt erzielte Lizenzvertrag sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit abdeckt", kommentiert Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, die Vereinbarung.

Wichtig dabei ist auch, dass die Vereinbarung sowohl den frei zugänglichen und werbefinanzierten Dienst von YouTube abdeckt, aber auch den neuen Subscription Service. Diesen bietet der Google-Ableger YouTube bereits in den USA an, bald soll er aber auch in Europa starten. Die bisher nicht existierende Vereinbarung mit der GEMA galt zumindest für einen Deutschland-Start bislang als Bremsschuh.

Doch nicht alle Streitpunkte sind vom Tisch. Wie die GEMA mitteilt, bestehen weiterhin unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen YouTube und der GEMA darüber, ob YouTube oder die Uploader für die Lizenzierung der genutzten Musikwerke verantwortlich sind.

Update 12:30 Uhr: Nicht alle Sperrtafeln verschwinden

Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass die roten Sperrtafeln allerdings nicht komplett verschwinden werden. Sie bleiben beispielsweise dann bestehen, wenn der Künstler oder die Plattenfirma kein Mitglied der Gema ist und andere Rechte geltend macht. Bis alle Videos entsperrt sind, wird es nach Angaben von YouTube noch etwas dauern. In einem Blogbeitrag heißt es: "Ab heute geht’s los. Also habt bitte einen Moment Geduld, wenn noch nicht alle Videos sofort verfügbar sind."

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