Ausgeroamt

Sparhandy streicht Roaming in eigenen Tarifen

Nur in den Fußnoten versteckt finden Sparhandy-Neukunden den Hinweis auf die fehlende Roamingmöglichkeit. Auch auf LTE müssen Interessenten weiter verzichten.
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Sparhandy tritt nicht nur als Online-Händler auf, der Tarife anderer Provider verkauft. Im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom bietet das Unternehmen auch eigene Verträge für Smartphone-Nutzer an. Diese sind preislich durchaus attraktiv. So ist eine Allnet-Flat inklusive SMS-Versand mit 4 GB ungedrosseltem Datenvolumen schon für 16,90 Euro Grundgebühr pro Monat zu bekommen. Allerdings gibt es einige Nachteile, die erst auffallen, wenn man das "Kleingedruckte" bemüht. So gehört nun auch Sparhandy zu den Discountern, die Mobilfunkverträge anbieten, die International Roaming nicht ermöglichen. Anders als Mitbewerber wie callmobile oder yourfone weist Sparhandy aber nicht offensichtlich darauf hin, dass die Mobilfunknutzung im Ausland nicht vorgesehen ist.

"Stay-at-home"-Hinweis in den Fußnoten versteckt

Sparhandy mit Tarifen ohne RoamingSparhandy mit Tarifen ohne Roaming Wer den Menüpunkt "Fußnoten" auf der Unterseite "Tarifdetails" der Webseite von Sparhandy aufruft, findet hier aber folgenden Text: "Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die in Ihrem Tarif enthaltenen Leistungen (Sprachflat, SMS-Flat, Internetnutzung o.ä.) ausschließlich für den Gebrauch im Inland vorgesehen sind." Diese Information dem Anbieter nicht einmal eine eigene Unterüberschrift wert. Stattdessen wurde sie im Fließtext versteckt. Anders als bei anderen Discountern sind bei Sparhandy offenbar auch keine eigenen Tarife mehr vorgesehen, die die Auslandsnutzung vorsehen.

Vergangene Woche hatte das Europaparlament endgültig die Abschaffung der Roamingzuschläge innerhalb der EU zum 15. Juni beschlossen - eine Regelung, die offenbar dem Geschäftsmodell einiger Telefongesellschaften entgegensteht. So hat in Österreich mit Drei.at selbst ein Netzbetreiber die Auslandsnutzung für einige Datentarife abgeschafft.

Verträge nach der Mindestlaufzeit deutlich teurer

Aber auch andere Details sind bei den Sparhandy-Angeboten nachteilig. So steigt der monatliche Grundpreis nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit um 18 Euro. Mit 34,90 Euro pro Monat ist der Vertrag dann schon nicht mehr ganz so günstig, so dass es sich für Interessenten empfiehlt, rechtzeitig zu kündigen und vor der anstehenden Verlängerung ggf. neu zu verhandeln oder eben zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Dazu kommt der Hinweis auf maximal 42 MBit/s im Downstream. Das ist die maximale Übertragungsgeschwindigkeit über DC-HSPA im UMTS-Netz. Auf LTE müssen die Kunden verzichten - auch bei den Tarifen anderer Discounter im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom. Dazu wird die Übertragungsgeschwindigkeit nach Verbrauch des Highspeed-Inklusivvolumens auf 32 kBit/s gedrosselt. Direkte Netzbetreiberkunden haben immerhin noch 64 kBit/s zur Verfügung.

Zu Sparhandy gibt es auch im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom zahlreiche Alternativen. Unser Tarifvergleich zeigt entsprechende Angebote auf. Dabei haben Sie auch die Möglichkeit, gezielt beispielsweise nach Verträgen oder Prepaidkarten Ausschau zu halten, die auch den Zugang zum LTE-Netz gewähren. Geben Sie dazu einfach unter den Detaileinstellungen im Bereich "mobiles Surfverhalten" an, dass LTE nutzbar sein soll.

Wie in einer weiteren Meldung berichtet, hat Sparhandy zu seinen Roaming-Plänen inzwischen Stellung bezogen.

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