E-Mail-Werbung

GMX und Web.de nerven vor allem mit eigenem Spam

Fraunhofer-Institut prüft auch Freemail von Yahoo, Hotmail und Google
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Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) hat das Spam-Aufkommen der kostenlosen E-Mail-Postfächer von Yahoo, Hotmail, Google, GMX und Web.de getestet. Über vier Wochen hinweg wurde in der von Microsoft finanziell unterstützen Studie sowohl die gesamte, als auch die interne Spam-Menge gemessen. Zwei Dinge sind am Ergebnis interessant: Zum einen hat nicht etwa Microsoft, sondern Yahoo die beste Bewertung erhalten, zum anderen nerven die Verlierer GMX und Web.de ihre Kunden vor allem mit selbst produziertem Spam.

GMX und Web.de nerven mit eigenen Werbemails

Man ginge nicht davon aus, dass man von dem eigenen Dienstanbieter lieber oder häufiger Werbung empfangen mochte als von anderen, so der Leiter der Studie, Dr. Markus Schneider. GMX schickte im Testzeitraum zusammengenommen 80 interne Werbemails an alle Testkonten. Web.de, ebenfalls aus dem Hause United-Internet, schickte immerhin noch 36 eigene Spam-Mails. Rechnet man auch noch die externe Werbung hinzu, die den Spam-Filter passierte, schneiden GMX mit 116 und Web.de mit 57 unerwünschten Nachrichten an alle Testkonten mit großem Abstand am schlechtesten ab.

Google, Microsoft und Yahoo liegen weit vorne

Ein Spamfilter sortiert gewünschte und unerwünschte E-Mails.Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie hat die Spam-Filter der Freemail-Angebote von GMX, Web.de, Google, Microsoft und Yahoo getestet. Wesentlich besser konnte sich Google-Mail platzieren. Das E-Mail-Angebot des Suchmaschinen-Betreibers ließ im Testzeitraum auf allen Testkonten zusammengenommen nur 18 Spam-Mails durch. Microsoft Hotmail konnte lediglich 13 Spam-Mails nicht aufhalten, Yahoo insgesamt sogar nur acht. Dem Fraunhofer-Institut zufolge wurde ein Teil der E-Mail-Adressen allerdings absichtlich öffentlich gemacht. Häufig reicht es bereits, dass eine E-Mail-Adresse im Klartext in einem Forum oder Gästebuch steht. Die Bots der Spam-Versender durchsuchen solche Seiten nach E-Mail-Adressen, die dann dem Spam-Adressbuch hinzugefügt werden.

Rangfolge der Anbieter kann sich jederzeit ändern

Das Ergebnis der Studie sei nur eine Momentaufnahme und ließe sich nicht ohne Weiteres verallgemeinern, gibt Studienleiter Schneider zu bedenken. Ursache sind der zugrunde liegenden Pressemitteilung zufolge die ständigen Anpassungen der technischen Abwehrmaßnahmen auf Anbieterseite und die immer wieder neuen Tricks der Spam-Versender. Bereits das Abschalten eines Bot-Netzes kann das Spam-Aufkommen kurzfristig abnehmen lassen. Außerdem sorgen zum Teil neue Gesetze dafür, dass die Versender von Spam stärker verfolgt und härter bestraft werden.

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