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Sony Xperia Z3 im Test: Großartiges Display, Abstriche bei der Kamera

Das Sony Xperia Z3 ist das neue Vorzeige-Modell der Japaner und macht fast im gesamten Test eine gute Figur. So haben wir zahlreiche Verbesserungen zum Vorgänger Xperia Z2 festgestellt, aber auch Abstriche bei der Kamera.
Von Marleen Frontzeck-Hornke

Das Sony Xperia Z3 ist wieder mit einer 20,7-Megapixel-Kamera ausgestattet, der ein Auto-Fokus, ein gepulster LED-Blitz sowie ein 8-fach Digitalzoom zur Seite stehen. Allerdings steht die Kamera-Auflösung von 5 248 mal 3 936 Pixel im 4:3-Format nur im Manuell-Modus zur Verfügung. Sogar im 16:9-Format sind es weniger Megapixel, nämlich 15,5 Megapixel (5 248 mal 2 952 Pixel). Der Automatik-Modus liefert die Fotos sowohl im 4:3- (3 264 mal 2 448 Pixel) als auch im 16:9-Format (3 840 mal 2 160 Pixel) nur mit 8 Megapixel ab. Sony bewirbt bei der Smartphone-Kamera auch offensiv den maximalen ISO-Wert von 12 800. Diesen haben wir weder im Automatik- noch im Manuell-Modus einstellen bzw. finden können.

Sony Xperia Z3

ISO 12 800 ist nur umständlich einstellbar bzw. auffindbar ISO 12 800 ist nur umständlich einstellbar bzw. auffindbar
Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
Während bei den 20,7- und 15,5-Megapixel ein maximaler ISO-Wert von 800 zur Verfügung steht, konnten wir für alle anderen Kamera-Auflösungen darunter immerhin einen ISO-Wert von 3200 im Manuell-Modus vorfinden. Allerdings haben wir die Vermutung gehabt, dass sich der beworbene ISO-Höchstwert in den manuellen Kamera-Einstellungen unter dem Punkt Szenenwahl mit "Hohe Empfindlichkeit" bei entsprechend schlechten Lichtverhältnissen ohne Blitz erreichen lässt. Unsere Vermutung wurde bestätigt und unser Test-Foto mit ISO 12 800 aufgenommen, allerdings ist die Qualität in unseren Augen mangelhaft - hier muss Sony auf jeden Fall nochmal nachbessern, wenn man es schon so bewirbt. Man darf nicht vergessen, dass es sich immer noch um eine Smartphone-Kamera handelt, so dass lange Verschlusszeiten bei Nachtaufnahmen nicht möglich sind.

Weitere Test-Fotos und Ergebnisse

Dank des Bildstabilisators soll der Nutzer in der Lage sein, auch mit leicht zittrigen Hände scharfe Aufnahmen zu machen. Aus unserer Sicht hilft die Bildstabilisierung nur mäßig. Als wir bewusst etwas mehr gewackelt haben, wurden die Fotos zum größten Teil leicht verschwommen, aber damit haben fast alle Smartphone-Kameras zu kämpfen.

Aufnahme mit der 20,7-Megapixel-Kamera im Auto-Modus Aufnahme mit der 20,7-Megapixel-Kamera im Auto-Modus
Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
In unserem Testszenario im Auto-Modus liefert die Smartphone-Kamera des Sony Xperia Z3 bei guten Lichtverhältnissen sowohl mit als auch ohne Blitz tolle Fotos ab. Die Farben werden realistisch dargestellt und auch die Seiten der farbigen Quadrate sind scharf und haben keine Farbverläufe. Zudem kann man auf unserem Test-Foto gut die einzelnen Blütenblätter sehen.

Wir haben auch den Extremfall geprobt und die Kamera im Auto-Modus bei schlechten Lichtverhältnissen, in einem dunklen Raum ohne Fenster mit einem kleinen linksseitigen Licht, Fotos machen lassen. Von den Ergebnissen, die wir hier bekommen haben, sind wir negativ überrascht. Beim Test des Sony Xperia Z2 unter den gleichen Bedingungen hat uns die 20,7-Megapixel-Kamera (bzw. im Auto-Modus 8 Megapixel) deutlich bessere Ergebnisse abgeliefert. Vor allem die Kanten am gelben Quadrat sind zum Teil nicht mehr klar erkennbar und werden diffus dargestellt. Auch die Blüten der Rose lassen keine Details mehr erkennen. Zumindest sind die Farbwerte in Ordnung und werden natürlich angezeigt. Unser Rat an alle Nutzer der Smartphone-Kamera des Z3: Wer einen schnellen Schnappschuss möchte, sollte den Auto-Modus nehmen, ab besten noch mit automatischem Blitz bzw. Aufhell-Blitz. Dies gilt sowohl für Aufnahmen bei schlechten als auch bei guten Lichtverhältnissen.

Unsere drei Testfotos haben wir für Sie unbearbeitet zum Download bereitgestellt, damit Sie sich ein eigenes Bild von der Qualität machen können:

Heißes Teil: Das Problem bei den 4K-Videoaufnahmen sowie weitere Kamera-App-Modi

Zum Thema heiße 4K-Videoaufnahmen beim Sony Xperia Z2 gibt es ebenfalls eine Neuerung. Während wir beim Sony Xperia Z2 nach ein paar Minuten feststellen mussten, dass das Gerät heiß wird und die 4K-App sich automatisch abgeschaltet hat, blendet Sony mittlerweile vor der Nutzung der 4K-App folgenden Hinweis ein: "Wenn die Temperatur des Gerätes steigt, schließt sich die App eventuell während der Benutzung. Ihre Aufnahme wird jedoch automatisch gespeichert." In unserem 4K-Aufnahme-Test haben wir die Aufnahme einfach laufen lassen. Nach genau 9,09 Minuten (Dateigröße: 3,5 GB) wurde das Smartphone sehr warm und hat sich wie angekündigt abgeschaltet. Beim Sony Xperia Z2 waren es nur 3,29 Minuten bei einer Dateigröße von 1,34 GB. Diesen Punkt hat Sony also erfolgreich verbessert.

Die Funktionen der 20,17-Megapixel-Kamera Die Funktionen der 20,17-Megapixel-Kamera
Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
Neue Kamera-Modi wie Face in, AR-Spaß und der Movie creator gehören ebenfalls zu den Neuerungen bei der Kamera-App. Durch ein entsprechendes Update sollen Nutzer des Sony Xperia Z2 auch bald die neuen Funktionen herunterladen können. Die Face-in-Funktion hat uns im Test stark an die Dual-Kamera-Funktion des Samsung Galaxy S4 bzw. S5 erinnert, mit der man sein Gesicht separat in Fotos und Videos anzeigen lassen kann. Mit dem Sticker-Creator können beliebige Formen aus Fotos geschnitten werden. Immer wieder positiv hervorzuheben ist die physische Kamera-Taste bei den Sony-Xperia-Z-Geräten. Diese hat in unseren Augen eine gute Reaktionszeit hingelegt und die Objekte auf unserem Testfoto schnell scharf gestellt bzw. fokussiert. Ansonsten steht dem Nutzer auf der Vorderseite noch eine 2,2-Megapixel-Kamera für die Videotelefonie und Selfies zur Verfügung.

Konnektivität, Lautsprecher und die Sprachqualität

Mit dem integrierten LTE-Modem stehen dem Nutzer beim Sony Xperia Z3 Geschwindigkeit von bis zu 150 MBit/s im Downstream bzw. bis zu 50 MBit/s im Upstream fürs mobile Surfen im Internet bereit. Alternativ kann WLAN-ac oder je nach verfügbarem Mobilfunknetz per GPRS, EDGE, UMTS oder HSPA mit dem Smartphone ein Internet-Zugang hergestellt werden. In puncto Konnektivität stehen noch NFC, ein UKW-Radio, ein GPS-Modul sowie DLNA, MHL und Bluetooth 4.0 bereit.

Bei unseren Test-Telefonaten mit dem Sony Xperia Z3 war der Gesprächspartner immer klar und deutlich verständlich. Zudem wurden die Hintergrundgeräusche noch besser absorbiert bzw. abgeschwächt als beim Vorgänger-Modell. Die neuen Lautsprecher können sich ebenfalls hören lassen. Diese befinden sich jetzt jeweils am oberen und unteren Display-Rand und haben einen guten Klang. Tiefen und Höhe sowie die Bässe werden gut wiedergegeben. Gerade beim Anschauen von Videos mit Sound können wir für die Ton-Qualität im Vergleich zu anderen Smartphones in dieser Preisklasse nur lobende Worte finden. Allerdings mussten wir beim Spielen von Games feststellen, dass die Lautsprecher auf Grund der neuen Position leicht mit den Händen verdeckt werden können.

Die Akku-Leistung samt Stamina-Modus im Test

Der Ultra-Stamina-Modus in den Einstellungen Der Ultra-Stamina-Modus in den Einstellungen
Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
Die Akku-Leistung hat sich im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls etwas verbessert. So haben wir den 3100-mAh-Akku erst nach etwa 59 Stunden laden müssen. In der Zeit wurde von uns mit dem Sony Xperia Z3 fleißig telefoniert, sozialen Netzwerke aufgerufen sowie manches Video auf YouTube angeschaut. Geschafft haben wir die lange Zeit dadurch, dass wir neben dem normalen Stamina-Modus auch gelegentlich den Ultra-Stamina-Modus eingeschaltet haben.

Während es sich beim Stamina-Modus um den normalen Energiesparmodus handelt, bleiben im Ultra-Modus nur grundlegende Telefonfunktionen wie Telefonieren und Messaging eingeschaltet. Dabei wird die Internet-Verbindung, egal ob in Form von mobilen Daten oder WLAN, deaktiviert. In unserem Test schneidet der neue Modus gut ab und macht, was er soll. Die genannten Energieoptionen sowie weitere Möglichkeiten, um den Akku zu schonen befinden sich in den Einstellungen. Laut Hersteller soll der Akku bei dauerhaften Gesprächen bis zu 16 Stunden und im Standby bis zu 920 Stunden durchhalten.

Fazit: Stück für Stück immer besser

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,2
  • Bedienung, Handling, Software: 1,5
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1
  • Basis-Feature des Handys: 1,2
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,2
  • Gesamtnote: 1,2
Das Sony Xperia Z3 bringt so einige Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger mit. Dazu gehören das schlankere, elegantere Design, der etwas bessere Prozessor und vor allem das deutlich bessere Display. Ansonsten ist beim neuen Flaggschiff insgesamt fast alles etwas besser geworden, wenn wir auf das Sony Xperia Z2 zurückblicken. In puncto 4K-Aufnahmen hat sich auch die Aufnahmezeit verlängert, dennoch wird das Smartphone immer noch schnell heiß.

Derzeit ist das Sony Xperia Z3 eines der besten Smartphones auf dem Markt und kann sogar bei der Display-Helligkeit und der Gesamtleistung das Samsung Galaxy S5 schlagen, wenn auch nur knapp. Damit hat sich die eierlegende Wollmilchsau unter den Highend-Geräten wieder etwas weiterentwickelt und der Interessent dürfte seine Freude manch neuer Funktion, wie PS4-Remote-Controll, oder den neuen Modi bei der Kamera-App haben. Der Umstieg vom Sony Xperia Z2 auf das Xperia Z3 ist nur bedingt notwendig, wenn man unbedigt ein besseres Display und ein anderes Design möchte.

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