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Sony Xperia Z2 im Test: Die hitzköpfige Schönheit unter den Smartphones

Das Sony Xperia Z2 ist der Nachfolger des Xperia Z1, dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen im Test. Das neue Smartphone kommt mit einer ganzen Palette an Highend-Features. Wie sich das Flaggschiff aus dem Hause Sony im täglichen Einsatz schlägt, erfahren Sie in diesem Testbericht.
Von Marleen Frontzeck-Hornke

Eines der Hauptmerkmale des Sony Xperia Z2 ist die eingebaute 20,7-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. diese bietet für eine Smartphone-Kamera einen vergleichsweise großen 1/2,3-ExmorRS-Sensor. Zudem sind der hauseigene BIONZ-Bildprozessor und das G-Objektiv mit F2.0-Blende integriert. Für die Videotelefonie bzw. die Nutzung von Video-Chats ist auf der Vorderseite eine Kamera mit 2,2 Megapixel vorzufinden. Im Vergleich zur Kamera des Vorgängers hat sich nicht viel getan, allerdings können nun mit der Z2-Kamera Videos in 4K-Auflösung aufgenommen werden. Unsere Testaufnahme wurde nach 3,29 Minuten (Dateigröße: 1,34 GB) automatisch abgebrochen, nicht weil der Speicher zu klein ist, sondern leider wurde das Smartphones etwas zu heiß. Sony muss sich an dieser Stelle also noch Gedanken über eine bessere Kühlung des (Grafik-)Prozessors machen.

Sony Xperia Z2

Eine Besonderheit ist die zusätzliche Kamera-Taste, über die nur wenige Android-Smartphones verfügen. Diese erleichterte uns die Aufnahmen erheblich und wir konnten schneller reagieren, um einen schönen Schnappschuss zu erhalten. Die Taste mussten wir im Test nur knapp 2 Sekunden lang gedrückt halten und schon wurde der Kamera-Modus (immer Auto-Modus) gestartet - eine vorherige Entriegelung des Sperrbildschirms ist somit nicht mehr notwendig, es wird ein Schritt gespart.

20,7-Megapixel-Kamera auf der Rückseite 20,7-Megapixel-Kamera auf der Rückseite
Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
Das Kamera-Menü ist umfangreich und bietet verschiedene Modi. Dazu gehören ein Modus mit "überlegener Automatik", ein Manuell-Modus und es lassen sich diverse Effekte einstellen. Wer schnell ein Foto machen möchte, erhält immer den Auto-Modus. Problem: Im Auto-Modus sind statt der 20,7 Megapixel aber nur Aufnahmen mit 8 Megapixel im 16:9-Format möglich.

Optimale Bildergebnisse im Manuell-Modus

Foto im Automatik-Modus bei schlechten Lichtverhältnissen und ohne Blitz Foto im Automatik-Modus bei schlechten Lichtverhältnissen und ohne Blitz
Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
Wer mit vollen 20,7 Megapixel im 4:3-Format fotografieren möchte, der muss den Manuell-Modus verwenden. Generell sind Aufnahmen mit dem Manuell-Modus aus unserer Sicht immer empfehlenswerter und liefern auch die besten Bildergebnisse ab. Hier hat der Nutzer die Möglichkeit, unter anderem den Weißabgleich und die Belichtung nach seinen Wünschen anzupassen. Außerdem steht nur in diesem Modus eine Szenen-Auswahl für Nachtaufnahmen, Landschaftsbilder, Fotos am Strand und einige weitere zur Verfügung. Wer näher an ein Objekt heranzoomen möchte, der kann über die Lautstärkewippe den Digitalzoom verwenden.

Die mit dem Sony Xperia Z2 gemachten Fotos im Auto-Modus bei guten Lichtverhältnissen (Kunstlicht) mit Blitz sind kontrastreich und werden vorwiegend scharf dargestellt. Die Blüten der Rose in unserem Testaufbau werden detailreich und farbtreu wiedergegeben. Nur bei schummrigen Lichtverhältnissen ohne Blitz liefert die Kamera entsprechend schlechtere Ergebnisse ab. Es kommt - wie bei vielen Smartphone-Kameras - zum Bildrauschen, welches sich über das gesamte Foto legt. Leider werden die Kanten an unseren farbigen Quadraten etwas fransig und mit starken Verwaschungen beim gelben Quadrat angezeigt. Die Rose ist zwar recht gut erkennbar, die Blüten könnten aber noch etwas präziser sichtbar sein.

Unsere beiden Testfotos haben wir für Sie unbearbeitet zum Download bereitgestellt, damit Sie sich ein eigenes Bild von der Qualität machen können:

Konnektivität, Lautsprecher, Sprachqualität und Akkuleistung

Das eingebaute LTE-Modem unterstützt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Downstream und bis zu 50 MBit/s im Upstream. Ansonsten gelangt der Besitzer per WLAN-ac ins Internet sowie über den jeweiligen verfügbaren Mobilfunkstandard GPRS, EDGE, UMTS oder HSPA. Ansonsten bietet das Smartphone Bluetooth 4.0, MHL, DLNA, NFC-Unterstützung und ein GPS-Modul sowie ein UKW-Radio.

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Bild: teltarif.de - Marleen Frontzeck
Die Sprachqualität des Sony Xperia Z2 ist einwandfrei, der Gesprächspartner ist klar verständlich und nervige Nebengeräusche sind kaum hörbar. Einen Pluspunkt gibt es für die beiden integrierten Lautsprecher, die sich nun direkt auf der Vorderseite am Display-Rand befinden, wodurch der Klang beim Schauen von YouTube-Videos im Vergleich zum Vorgänger nochmals deutlich verbessert wird. Diese haben in unserem Test für einen ordentlichen Sound gesorgt. Beim Xperia Z1 befand sich ein größerer Lautsprecher an der unteren Seite.

Der Akku bietet 3 200 mAh und mit einer Ladung sind wir gut über fast zwei Tage gekommen. In unserem Szenario haben wir gelegentlich im Internet gesurft, E-Mails abgerufen, telefoniert, Videos per YouTube angeschaut und die sozialen Netzwerke im Blick behalten. Längere Akkulaufzeiten erhält der Nutzer durch den Stamina-Modus von Sony. Dabei werden nicht benötigte Funktionen automatisch deaktiviert, sofern erkannt wird, dass das Display ausgeschaltet ist. Dieser Modus funktionierte in unserem Test gut und wir konnten noch einige Stunden gewinnen. Indem in den Display-Einstellungen das Häkchen bei "Lichtverhältnisse anpassen" gesetzt wird, verlängert sich die Akkulaufzeit ebenfalls nochmals um einiges. Laut Hersteller soll der Akku bei der dauerhaften Wiedergabe von HD-Videos bis zu sechs Stunden und beim Hören von Musik bis zu 110 Stunden durchhalten.

Fazit: Sony Xperia Z2 ist das bessere Xperia Z1

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,2
  • Bedienung, Handling, Software: 1,4
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1,2
  • Basis-Feature des Handys: 1,2
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,2
  • Gesamtnote: 1,2
Beim Sony Xperia Z2 haben sich die Japaner in puncto Ausstattung einige Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger-Modell vorgenommen. Diese sind aber überschaubar, mehr neue Features gab es beim Sprung vom Xperia Z zum Xperia Z1. Das Sony-Smartphone bietet dem Nutzer alle Ausstattungsmerkmale, die man von einem Highend-Gerät erwartet. Dazu gehören ein starker Prozessor, Outdoor-Fähigkeiten, ein ordentliches Display, gute Front-Lautsprecher, ein starker Akku, LTE und eine vergleichsweise gute Smartphone-Kamera. Zudem bietet das Display im Vergleich zum Vorgänger ein besseres Display. Die Farben werden neutraler dargestellt und die Blickwinkelstabilität ist höher.

Allerdings hätte Sony dem neuen Highend-Gerät noch etwas mehr Speicher spendieren können, dieser fällt etwas zu gering aus. Dass die Rückseite des Gerätes nach einiger Zeit bei 4K-Aufnahmen oder anderen anspruchsvollen Anwendungen etwas zu heiß werden kann, ist natürlich auch ein Minuspunkt. Insgesamt ist Sony mit dem Xperia Z2 aber wieder ein empfehlenswertes Smartphone gelungen, das zurecht einen Platz neben dem Samsung Galaxy S5, HTC One (M8) und Nokia Lumia 1520 einnimmt.

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