Änderungen

Sony verkauft PC-Sparte mit der Marke Vaio; TV-Geschäft wird ausgegliedert

Sony zieht die Notbremse und stößt das PC-Geschäft mit der Marke Vaio ab. Der radikale Schritt soll das Unternehmen auf lange Sicht profitabler machen. Auch in der Fernseh-Sparte kündigt Sony Veränderungen an. Diese soll in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa
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Seit 2012 bemüht sich das japanische Unternehmen Sony mit einem rigiden Sparkurs darum, aus den roten Zahlen zu kommen. Doch die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise ist vorerst geplatzt. Wegen der Verluste im Geschäft mit Fernsehern und Computern strich Sony heute seine Jahresprognose zusammen und geht nun statt eines erwarteten Gewinns von roten Zahlen aus. Als erste Konsequenz hat sich der Konzern entschlossen, sich von seiner PC-Sparte mit der Marke Vaio zu trennen, um sich künftig noch mehr auf die mobile Sparte mit den Smartphones und Tablets konzentrieren zu können.

Sony verkauft PC-Sparte mit der Marke Vaio; TV-Geschäft wird ausgegliedertSony verkauft PC-Sparte mit der Marke Vaio Noch in diesem Frühjahr soll das PC-Geschäft an den Tokioter Investmentfonds Japan Industrial Partners abgestoßen werden. Ein entsprechender Vorvertrag, der das Verkaufsinteresse der PC-Sparte von Sony an den Investor dokumentiert, wurde bereits verfasst. Die genaue Vorgehensweise der Übergabe soll in den kommenden Wochen besprochen werden, sodass alle Verkaufsdetails Ende März dieses Jahres niedergeschrieben werden können.

Sony betont, dass das Unternehmen trotz der Übergabe der PC-Sparte den Kundenservice für seine Produkte auch weiterhin übernehmen wird. Aus der der Produkt-Planung, der Entwicklung und allen Design-Fragen wird sich Sony allerdings schon nach dem Frühling zurückziehen. Nur etwa 250 bis 300 Mitarbeiter der PC-Sparte sollen dem derzeitigen Stand nach vom Käufer Japan Industrial Partners übernommen werden. Ein weiterer Teil könnten laut Unternehmen in anderen internen Geschäfts-Sparten von Sony untergebracht werden - hier steht allerdings noch eine Prüfung aus. Diejenigen Mitarbeiter, die im Zuge des Verkaufs des PC-Geschäfts nicht übernommen oder transferiert werden können, sichert Sony eine Vorruhestandsbeihilfe an, um ihre Wiederbeschäftigung außerhalb des Sony-Konzerns zu unterstützen.

Änderungen auch in der TV-Sparte

Neben dem Verkauf des PC-Geschäfts plant Sony auch Änderungen innerhalb seiner TV-Sparte, da abzusehen ist, dass der Konzern trotz diverser Sparmaßnahmen hier weiter Verluste einfahren wird. Diese soll zum Juli in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. Die geplante Abspaltung wirft die Frage auf, ob Konzernchef Kazuo Hirai nicht mit dem Gedanken spielt, diesen Kernbereich auch abzustoßen.

Sony betonte heute die bisherigen Fortschritte in der Fernsehgeräte-Sparte. Zwar werde wegen der Abschwächung des Geschäfts in Schwellenländern das Ziel verfehlt, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen. Der Verlust werde im laufenden Geschäftsjahr aber auf rund 25 Milliarden Yen (gut 180 Mio. Euro) gedrückt. In den Jahren davor seien es jeweils 147,5 und knapp 70 Milliarden Yen gewesen.

Kosten des Umbaus werden die Bilanz verhageln

Sony hoffte zuletzt noch auf einen Konzerngewinn von 30 Milliarden Yen in dem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr. In den ersten neun Monaten gab es dank des schwachen Yen einen Nettogewinn von 11,2 Milliarden Yen. Jetzt werden die Kosten des Umbaus aber die Bilanz verhageln. Bei dem Stellenabbau sollen 1 500 Jobs in Japan und 3 500 im Ausland wegfallen.

Die aktuellen Quartalszahlen machen klar, wo die Probleme liegen. Die Geräte-Sparte mit Smartphones, Tablets und PCs verlor 12,6 Milliarden Yen (92 Mio. Euro). Im Geschäft mit Unterhaltungselektronik gab es trotz roter Zahlen bei Fernsehern einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Yen. Die Spiele-Sparte ging mit dem Start der neuen Konsole Playstation 4 durch die Decke und verdiente 18 Milliarden Yen.

Zugleich erwies sich das Entertainment-Geschäft abermals als wichtiger Stützpfeiler. Das Filmstudio erwirtschaftete dank Hits wie "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2" einen operativen Gewinn von 24,3 Milliarden Yen, und der Musikbereich brachte 21,7 Milliarden Yen ein. Der US-Investor Daniel Loeb drängt Sony derzeit dazu, den Entertainment-Bereich an die Börse zu bringen und das Geld in die Sanierung der Elektronik-Sparte zu stecken. Mit der Abspaltung des Fernsehgeräte-Geschäfts könnte Sony jedoch umgekehrt den Plan verfolgen, sich auf Unterhaltung zu konzentrieren.

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