Verkauf

Sony erwägt Rückzug vom Smartphone-Markt

Sony könnte sich aus dem Smartphone-Markt zurückziehen - selbst der Konzern-Chef will das nicht mehr ausschließen. Künftig will sich Sony auf erfolgreiche Geschäftsfelder konzentrieren - die Umstrukturierungen
Von Hans-Georg Kluge mit Material von dpa

Sony-Chef Kazuo Hirai schließt den Rückzug vom Smartphone-Markt nicht aus. Sony-Chef Kazuo Hirai schließt den Rückzug vom Smartphone-Markt nicht aus.
Bild: dpa
Der japanische Elektronik-Riese Sony will sein lange schwächelndes Geschäft mit Unterhaltungselektronik in eine eigenständige Tochterfirma abspalten. Weitere Geschäftsbereiche könnten folgen, wie Sony ankündigte. Damit könnte vor allem die verlustbringende Smart­phone-Sparte gemeint sein, für die Sony weiterhin mit viel Gegenwind rechnet.

Noch keine konkrete Exit-Strategie

Sony-Chef Kazuo Hirai schließt den Rückzug vom Smartphone-Markt nicht aus. Sony-Chef Kazuo Hirai schließt den Rückzug vom Smartphone-Markt nicht aus.
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Reuters berichtet unter Berufung auf Äußerungen des Sony-Chefs Kazuo Hirai, dass der Konzern hier keine höheren Verkaufszahlen anstrebe. In einem öffentlichen Strategiepapier spricht Sony davon, in das Geschäftsfeld geringere Investitionen tätigen zu wollen und damit dennoch profitabel im Geschäft zu sein. Asiatische Konkurrenten hätten mit günstigeren Smart­phones Sony schwer zugesetzt, aber auch Apple und Samsung hat Sony nicht viel entgegenzusetzen, so Reuters. Eine konkrete Exit-Strategie gibt es offenbar noch nicht: Stattdessen könnte sich Sony auch aus einzelnen regionalen Märkten zurückziehen. Auch eine stärkere Zusammenarbeit mit Partnern sei denkbar. Reuters schreibt weiter, Kazuo Hirai wolle einen Verkauf der Smartphone-Sparte nicht ausschließen.

Die seit Jahren verlustreichen Fernseher hatte Sony bereits im vergangenen Jahr in eine separate Tochter gesteckt - auch aus der Produktion von PCs und Notebooks hat sich Sony zurückgezogen. Nun wolle man sich im TV- und Smart­phone-Bereich verstärkt nach Partnerschaften umsehen und sparsamer sein, erklärte Sony.

Tochter-Unternehmen sollen sich selbst tragen

Die Unterhaltungselektronik-Sparte Video & Sound solle voraussichtlich zum 1. Oktober ausgekoppelt werden und als selbsttragende Sony-Tochter weitermachen. Der Konzern hatte in dem Bereich zuletzt einen schmalen Quartalsgewinn von 25,3 Milliarden Yen (186,6 Millionen Euro) verbucht. Zuletzt hatte Sony vor allem das Geschäft mit der Spielekonsole Playstation und Kamera-Sensoren für Smart­phones zu besseren Zahlen verholfen. Die Anleger jedenfalls sind mit Sonys Kurs zufrieden. Laut Reuters sei der Aktienkurs von Sony um 80 Prozent gestiegen.

Schon länger halten sich die Gerüchte, Sony könnte das Smart­phone-Geschäft verlassen. Zum MWC in Barcelona hat Sony trotzdem einige Neuigkeiten im Gepäck. Welche das sind, erfahren Sie in einer weiteren Meldung.

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