E-Book-Reader

Der Sony-Reader PRS-600 Touch Edition im Test

Touchscreen erleichtert Bedienung, verschlechtert Lesequalität
Von Verena Huth
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Wer zu Weihnachten einen E-Book-Reader verschenken möchte, hat inzwischen eine größere Auswahl. Seit Mitte Oktober ist diese um eine aufsehenserregende Möglichkeit erweitert worden - den Sony Reader PRS-600 Touch Edition. Der Name verrät bereits die Besonderheit dieses Gerätes: Es verfügt über einen Touchscreen. Damit ist Sony momentan in dieser Preisklasse der einzige Hersteller auf dem Markt, der einen E-Book-Reader mit berührungsempfindlichen Display bietet. Ob dieses Feature allerdings ausschließlich Vorteile birgt und der Reader als Weihnachtsgeschenk taugt, lesen Sie in unserem Testbericht.

Eleganter Weihnachtsspeck

Handy links, Sony rechtsHandy links, Sony rechts Waren es noch 22 Tasten beim älteren Modell, dem Sony Reader PRS-505, sind nun lediglich fünf übrig geblieben. Die Erleichterung um einige Tasten wirkt sich allerdings nicht auf das Gewicht des Readers aus, im Gegenteil. Das in einen Plastik-Mantel gefasste Gerät liegt mit seinen 286 Gramm realtiv schwer in der Hand - Modelle der Konkurrenz präsentieren sich um ca. 100 Gramm leichter. Dafür kann Sony jedoch mit dem eleganten Design seines Gerätes punkten, das im Vergleich zu leichteren Lesegeräten weniger schmutzanfällig ist. Der Reader ist in grau und weiß erhältlich, in einer limitierten Auflage auch in rot. Ein Ledercover, das beim PRS-505 noch beilag, muss zusätzlich erworben werden - genauso ein Netzteil. Eine Akkufüllung reicht laut Sony für das Umblättern von ca. 7500 Seiten. Um den Akku neu aufzuladen, muss der Reader entweder vier Stunden per USB-Kabel mit dem PC verbunden oder für zwei Stunden an ein Netzteil angeschlossen werden.

Der Speicherplatz wurde im Gegensatz zum Vorgängermodell vergrößert: Standen bisher 192 MB zur Verfügung, sind es nun 512 MB. Davon bieten 391 MB Platz für elektronische Bücher, so dass, laut Herstellerangaben, rund 350 E-Books untergebracht werden können. Wie bereits bei dem älteren Gerät möglich, lässt sich dieses Kontingent mit SD-Karten oder einem Memory Stick Duo um bis zu 16 GB erweitern.

Literatur zum Anfassen

Eingabe mit StylusEingabe mit Stylus Mit dem Touchscreen scheint Sony "professionellere" Anwender ins Auge fassen zu wollen, denen Lesen allein nicht reicht. Für Studenten etwa kann eine Strukturierung des Textes per handschriftlicher Eingabe durchaus nützlich sein. Von tatsächlich professionellen Lesern wie beispielsweise Lektoren ganz zu schweigen. Gerade die Menüführung unter Zuhilfenahme der Touch-Funktion hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell noch verbessert. Übersichtlich dargestellte Ordner können mit einem Fingerzeig angewählt werden. Mit einer Wischbewegung über den Bildschirm lässt sich eine Seite umblättern. Die jeweiligen Inhalte werden im Vergleich zum PRS-505 schneller geladen.

Insgesamt wäre eine konsequentere Umsetzung der Touch-Bedienung denkbar gewesen. Denn bestimmte Befehle können nur durch Kombination von Bildschirmberührung und Tastendruck vorgenommen werden. Überdies erscheinen die Touch-Eingaben leicht verzögert - hier besteht insbesondere im Hinblick auf Textanmerkungen noch Verbesserungsbedarf. Auch die Präzision ist nicht vollkommen ausgereift: Für viele Eingaben wird der Stylus benötigt. Bei der handschriftlichen Eingabe mit dem zierlichen Stift muss darauf geachtet werden, dass die Hand nicht auf dem Display abgelegt wird, da sonst die Eingabe durch den Stylus nicht differenziert werden kann. Als tatsächlich digitaler Notizblock eignet sich der Reader so nur bedingt.

Neben handschriftlichen Notizen können über eine virtuelle Tastatur auch kurze Memo-Texte festgehalten werden. Da das Verfassen derselben sich jedoch als eher mühsam entpuppt, werden sie vermutlich meist im "Twitterformat" gehalten.

Lesequalität wird abgehängt

Display spiegelt mitunterDisplay spiegelt mitunter Mit den Spiegelungen des Displays schneidet sich Sony leider ins eigene Fleisch. Der Touchscreen erleichtert die Bedienung zwar enorm, verschlechtert allerdings gleichzeitig die Lesbarkeit. Denn um das Display für Berührungen zu sensibilisieren, musste es mit einer zusätzlichen Sensoren-Schicht überzogen werden. Diese schluckt wiederum einen Teil des einfallenden Lichts und reflektiert den Rest je nach Einfallswinkel. Bei längerem Lesen ist dies - trotz zahlreich vorhandener Schriftgrößen - für die Augen ziemlich anstrengend. Die Vorteile des E-Ink-Displays gegenüber einem LCD lösen sich quasi in Luft auf. Die anvisierte Zielgruppe, die "professionellen Leser", könnte dies abschrecken, da in erster Linie das Lesen unterwegs - mit unberechenbaren Lichtverhältnissen - auf diese Weise nicht besonders Spaß macht. Der PRS-505 bietet weit höheren Lesekomfort, wie auch andere simplere Geräte, beispielsweise das Shinebook.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, welche E-Book-Reader von Sony Sie leider nicht kaufen können und wie sich der PRS-600 unter dem Weihnachtsbaum macht.

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