Geschichte

Sony: Kommt die Glückseligkeit ohne Ericsson?

Warum das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson scheiterte
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Alleine ging es nicht mehr. Im Herbst 2001 fusionierten die Handysparten der Hersteller Ericsson und Sony. Die Idee dahinter war gut: Sony Ericsson sollte von den Erfahrungen beider Konzerne in den Bereichen Telekommunikation (Ericsson) und Unterhaltungselektronik (Sony) profitieren. Dies gelang zunächst auch. Mit dem Boom der Smartphones verlor Sony Ericsson aber mehr und mehr den Anschluss – von knapp zehn Prozent Marktanteil im Jahr 2006 auf weniger als zwei Prozent im vergangenen Jahr 2011. Seit 15. Februar 2012 ist Sony alleiniger Eigentümer von Sony Ericsson, das Unternehmen heißt seitdem „Sony Mobile Communications“. Wir wollen einen Blick zurück werfen in die 1990er- und 2000er-Jahre. Warum scheiterte Sony alleine? Wie kam der Erfolg mit Ericsson an Bord zurück und warum verschwand er wieder? Wie positioniert sich Sony im Jahr 2012? Diesen Fragen sind wir nachgegangen.

Vor 20 Jahren: Handys verbreiten sich – und Sony mischt mit

Ericsson T39m und T68iEricsson T39m und T68i Mitte der 1990er Jahre begann Sony, Handys zu entwickeln. Zusammen mit Siemens, damals einem der wichtigsten Unternehmen im Handy-Segment, wurden die Sony-Geräte in Stuttgart konzipiert. Nach wenigen Jahren war damit aber wieder Schluss, und Sony baute ein eigenes Entwicklungszentrum in Dornach bei München auf. Die Handys des japanischen Unternehmens wurden größtenteils in Frankreich produziert, später liefen in der französischen Produktion die Smartphones von Sony Ericsson vom Band.

Nachdem die ersten Sony-Mobiltelefone auch in Sachen Design stark den Geräten von Siemens ähnelten und sehr in die Länge gezogen waren, änderte das Unternehmen zum Jahrtausendwechsel das Design. Führend war Sony damals bei Klappen-Handys (nicht Klapp-Handys!). Die Geräte mit Klappe zeichneten sich dadurch aus, dass sie keine Tastensperre benötigten. Vor der Benutzung der Tastatur musste ein Schutzdeckel nach unten geklappt werden, mit dieser Bewegung konnten auch Telefonate angenommen werden. Das erfolgreichste Modell war das CMD-Z5, das schon einen WAP-Browser an Bord hatte und mit einem besonderen Highlight aufwartete: einem integrierten Anrufbeantworter. Zehn mal 20 Sekunden passten in den Speicher, womit Z5-Besitzer die teuren Mailbox-Preise der Netzbetreiber umgehen konnten. Die unverbindliche Preisempfehlung von Sony lag bei stolzen 1 000 DM. Dennoch fand das Handy eine weite Verbreitung.

Ericsson T39mEricsson T39m Für Musikfreunde hatte Sony mit dem CMD-MZ5 ein weiteres Handy mit Portfolio. Das Gerät verfügte über einen Memory-Stick-Steckplatz und konnte per Audio-Kabel Musik von einer Stereoanlage aufzeichnen. Als Vorläufer der ersten MP3-Handys war es zwar kein Kassenschlager, aber dennoch wegweisend. Ähnlich wie die eine Klasse darunter angesiedelten Modelle J5 und J7 konnte es polyphone Klingeltöne abspielen. Nach dem Erfolg mit dem Z5 brachte Sony den Nachfolger Z7, das letzte Mobiltelefon unter eigener Marke. An der Ausstattung hatte sich kaum etwas verändert, lediglich der Anrufbeantworter wurde (wohl auf Druck der Netzbetreiber) gestrichen.

Ericsson: Schwedisches Design kam nicht mehr an

Ericsson ist einer der Pioniere auf dem Handymarkt. Die ersten erfolgreichen Modelle datieren bereits aus den frühen 1990er Jahren. Mit Geräten wie dem T39m, R310 (Outdoor-Modell, bekannt als „Hai“) und dem Smartphone R380 war Ericsson seiner Zeit voraus. Das T39m beherrschte bereits den Daten-Standard GPRS und konnte sich per Bluetooth (einer Erfindung von Ericsson) mit Freisprecheinrichtungen und anderen Geräten verbinden. Zur Jahrtausendwende fand der Niedergang der Handysparte aber seinen Höhepunkt. Nach einem Großbrand bei einem Zulieferer fehlten Ericsson die Alternativen – im Gegensatz zu Nokia reagierte da Management zu langsam. Hinzu kam, dass sich Ericsson lange in Sachen Design zu defensiv verhalten hatte. Die Geräte waren zwar wertig, hatten aber meist kleine Displays und galten als zu kompliziert.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie sich der Zusammenschluss von Sony und Ericsson ergab und wie die Kooperation lief.

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