Account-Verkauf

Telekom verkauft Softwareload inklusive aller Kundendaten

Kunden müssen der Datenübergabe explizit widersprechen
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Die Telekom Deutschland verkauft ihr vor rund fünf Jahren gestartetes Download-Portal Softwareload an die Firma Nexway - und zwar inklusive aller Kundendaten. Wer der Veräußerung seiner persönlichen Daten nicht zustimmt, muss der Weitergabe explizit widersprechen. Und die Speicherung der bereits erworbenen Softwarelizenzen wird nicht gewährleistet.

Im Zeitalter sinkender Preise für Telefon und Internet versuchten viele Provider und Netzbetreiber vor einigen Jahren, neue Geschäftsmodelle mit Software- und Multimedia-Inhalten zu erschließen. Im Rahmen dieser Bemühungen startete die Telekom - nach Videoload, Musicload und Gamesload - im Herbst 2006 das Software-Downloadportal Softwareload, nachdem Telekom-Kunden bereits im T-Online-Portal einzelne Softwarepakete erwerben konnten. Mit Wirkung zum 1. März trennt sich die Telekom nun von diesem Portal.

Reaktion erforderlich: Portal wird mit Kundendaten verkauft

Bald nicht mehr: Telekom verkauft Softwareload inklusive KundendatenBald nicht mehr: Telekom verkauft Softwareload inklusive Kundendaten Bislang konnte man als Telekom-Kunde das Softwareload-Angebot nutzen, ohne sich dafür separat registrieren zu müssen. Der Login funktionierte mit den eigenen Kundendaten, anschließend tauchte im Telekom-Kundencenter Softwareload in der Rubrik "Dienste & Abos" auf. Bei den kommerziellen Softwareangeboten gab es neben Sicherheits-, und Multimedia-Anwendungen auch Finanz- und Lernsoftware. Darüber hinaus bot Softwareload eher ungeübten Anwendern ein sicheres Portal für den kostenfreien Download von Freeware und Open-Source-Software.

Im Zuge der Veräußerung von Softwareload an die Nexway EMEA S.A.R.L. hat die Telekom damit begonnen, die Softwareload-Kunden über die damit verbundenen Umstellungsmaßnahmen zu informieren. "Kaufverträge werden Sie nach dem Wechsel nicht mehr mit der Deutschen Telekom AG, sondern mit der Nexway EMEA S.A.R.L. abschließen", heißt es in der E-Mail. "Damit Sie nach dem Betreiberwechsel sofort problemlos neue Software kaufen, Ihr Benutzerkonto verwalten und weiterhin auf die Daten Ihrer bei Softwareload (Deutsche Telekom AG) getätigten Käufe zugreifen können, ist es notwendig die Daten Ihres Benutzerkontos sowie die Daten Ihrer bisherigen Käufe in das System von Nexway zu übertragen. Selbstverständlich werden diese Daten auch zukünftig nur für die Leistungserbringung und Kommunikation mit Ihnen verwendet und nicht an Dritte weitergegeben", schreibt die Telekom weiter.

Im weiteren schlüsselt die Telekom auf, welche Daten mit dem Account an Nexway verkauft werden: Außer Name, Vorname, Anrede, E-Mail Adresse, Benutzername, Kundennummer, Registrierungs-/Rechnungsadresse, Registrierungsdatum und Informationen zur Newsletter-Anmeldung werden folgende Kaufabwicklungsdaten übertragen: Bestellnummer, Transaktionsnummer, Download-URL, Lizenzschlüssel, Bezahlverfahren, Warenkorb (gekaufte Produkte), gezahlter Betrag, Zeitstempel, Versanddatum, Bearbeitungsstatus der Bestellung, Lieferadresse, Tracking-URL (für DHL) und ein eventuell verwendeter Gutschein. Was Nexway für diese Daten bezahlt, wurde bislang nicht bekannt.

Wer mit der Übergabe dieser Daten nicht einverstanden ist, muss der Weitergabe online widersprechen. Dafür hat die Telekom eine spezielle Abmelde-Seite [Link entfernt] eingerichtet. Der Widerspruch muss innerhalb von vier Wochen nach Eingang der Benachrichtigungsmail erfolgen. Reagiert der Kunde nicht oder verspätet, werden die Daten an Nexway übermittelt.

Software-Lizenzen und Rechnungen sollten extern gesichert werden

Die Telekom kann nicht versprechen, dass die Übertragung des Accounts reibungslos verläuft und empfiehlt daher, alle wichtigen Account-Daten extern zu sichern. Dies ist besonders dann wichtig, wenn man der Datenweitergabe widersprochen hat, denn in diesem Fall wird der Account Ende März inklusive aller Daten gelöscht. Sichern sollte man insbesondere die Rechnungsdaten und die Lizenzen von kommerziellen Softwareprodukten. Nach dem Betreiberwechsel wird das Erstellen von Rechnungen nicht mehr automatisiert möglich sein.

Für die externe Sicherung der Daten hat die Telekom zwei Anleitungen im PDF-Format veröffentlicht: Eine Rechnung für eine Bestellung erstellen [Link entfernt] und Sicherung von Installationsdatei und Lizenzschlüssel [Link entfernt] erläutern den Sicherungsvorgang. Weitere Informationen kann man auf der Seite Fragen und Antworten zum Softwareload-Betreiberwechsel [Link entfernt] nachlesen.

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