Zuwachs

Snapchat trotzt Facebook: Nutzerschwund gestoppt

Snapchat galt einst als großer Herausforderer von Facebook. Doch inzwischen sind die Anleger schon mit wenig zufrieden. Die Aktie sprang um ein Fünftel hoch, nachdem die Nutzerzahl mal nicht sank und der Verlust "nur" knapp 192 Millionen Dollar betrug.
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Die Snapchat-Aktie sprang im nachbörslichen Handel um rund ein Fünftel hoch.Die Snapchat-Aktie sprang im nachbörslichen Handel um rund ein
Fünftel hoch.
Die Foto-App Snap­chat hat ihren Nutzer­schwund nach zwei Quar­talen gestoppt. In den drei Monaten bis Ende Dezember kamen täglich 186 Millionen Nutzer - damit blieb die Zahl unver­än­dert im Vergleich zum vorhe­rigen Vier­tel­jahr. Die Anleger reagierten eupho­risch: Die Aktie sprang im nach­börs­li­chen Handel um rund ein Fünftel hoch. Aller­dings steckte der Kurs auch ziem­lich im Keller.

Snap gelang es im vergan­genen Quartal besser, die Nutzer­zahlen in Werbe­er­löse umzu­münzen. Der Umsatz stieg im Jahres­ver­gleich um mehr als ein Drittel auf 389,8 Millionen Dollar (341,8 Millionen Euro), wie der Mutter­kon­zern Snap mitteilte.

Zugleich wurde der Quar­tals­ver­lust um 45 Prozent auf 191,7 Millionen Dollar verrin­gert. Die Ergeb­nisse über­trafen die Erwar­tungen der Wall Street klar. Die Aktie sprang auf rund 8,50 Dollar hoch - damit ist sie aller­dings noch weit von dem Ausga­be­preis von 17 Dollar beim Börsen­gang im Früh­jahr 2017 entfernt.

Face­book nahm Snap­chat den Wind aus den Segeln

Snap­chat macht die scharfe Konkur­renz durch Face­books Foto-Dienst Insta­gram schwer zu schaffen. Snap reagierte im vergan­genen Jahr unter anderem mit einer Umge­stal­tung der App. Das neue Design sollte sie verein­fa­chen und auch für ältere Leute attrak­tiver machen. Doch es kam bei einge­fleischten Snap­chat-Nutzern nicht gut an und musste nach­kor­ri­giert werden.

Snap­chat wurde einst als eine Platt­form gehan­delt, die Face­book gefähr­lich werden könnte. Der Dienst mit den von allein verschwin­denen Fotos war vor allem bei jungen Nutzern populär. Doch Face­book-Chef Mark Zucker­berg gelang es, dem Heraus­for­derer den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dazu trug unter anderem bei, dass Face­book und Insta­gram die beliebte Snap­chat-Funk­tion "Stories" kopierten, bei der Nutzer Fotos und Videos für einen Tag mit ihren Freunden teilen können. Insta­gram hat nach jüngsten Face­book-Angaben 500 Millionen "Stories"-Nutzer täglich.

Außerdem werde schritt­weise eine neue Version der Snap-App für Smart­phones mit dem Google-Betriebs­system Android heraus­ge­bracht. Das war eine Schwach­stelle für Snap­chat: Schlechte Quar­tals­zahlen wurden schon häufiger auch auf Probleme mit der bishe­rigen Android-App zurück­ge­führt.

Der soziale Messenger Face­book wird 15 Jahre alt. Trotz Skan­dalen befindet sich die Platt­form immer noch auf Wachs­tums­kurs. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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