Verbraucherzentrale

Starke Zunahme von Abo-Fallen durch Spam-SMS

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor einer neuen Welle an Betrugs-Spam, bei der Nutzern per SMS ein kostenpflichtiges Smartphone-Abo untergeschoben wird.
Von Marie-Anne Winter
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Das Thema ist nicht neu, aber leider wieder aktuell: Spam per E-Mail und zunehmend auch per SMS. Oft enthalten diese Spam-Nachrichten eine neugierig machende Botschaft, etwa dass ein Paket für den Empfänger unterwegs sei. Mehr zum Sendungsstatus würde man unter einem angegebenen Link erfahren. "Aktuell sorgt eine SMS für Ärger, in der ein 500-Euro-Gutschein von Rewe versprochen wird. Der Klick auf den angegebenen Link in der Nachricht legt nicht nur Rewe-Kunden nahe, den Abo-Falle statt Gewinn-Gutschein von ReweAchtung, SMS-Spam: Abo-Falle statt Gewinn-Gutschein von Rewe vermeintlichen Gewinn abzurufen", weiß Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen. Doch anstelle eines Gewinns geht es einzig und allein um das Abfischen von Nutzerdaten.

Wie bei Spam-Nachrichten üblich, führt der Link zu einer Seite von unseriösen Betreibern. Im Fall der Rewe-SMS wird man dementsprechend nicht zum Supermarkt Rewe geleitet. "Es geht vorrangig darum, die Nutzer zum Eintragen ihrer Daten zu bewegen. Doch damit erteilt man den SMS-Versendern einen Freibrief zum Missbrauch der Daten. Das Gewinnversprechen dient nur zum Anfüttern", erklärt Henschler.

Gefährliche Links

Verbraucher sollten bei jeder SMS von Unbekannten wachsam sein und niemals einen Link in einer solchen Nachricht anklicken. "In den vergangenen Monaten ist bei uns die Zahl der Beschwerden zu Smartphone-Abofallen und dementsprechend hohen Mobilfunkrechnungen extrem angestiegen", berichtet Henschler. Ein kostenpflichtiges Abo kann man sich unter Umständen mit dem bloßen Klick auf den Link einfangen. Damit wird die Rufnummer des Nutzers an den Seiten-Betreiber übertragen, für den es dann ein Kinderspiel ist, seine unberechtigte Forderung per WAP-Billing auf der Mobilfunkrechnung des Betroffenen platzieren zu lassen. "Davon wieder loszukommen, erweist sich in der Praxis gerade als äußerst schwierig", so Henschler.

In der letzten Zeit sind wie berichtet Nutzer des Messaging-Dienstes WhatsApp beliebte Ziele von Spammern und Betrügern, die ihren Opfern über entsprechende Links in WhatsApp-Nachrichten kostenpflichtige Abos unterschieben.

Drittanbietersperre hilft

Gegen dieses unseriöse Vorgehen gibt es allerdings einen simplen Schutz: Die Einrichtung einer Drittanbietersperre durch den jeweiligen Mobilfunk-Anbieter. Die Anbieter sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine solche Sperre einzurichtgen. Auf der Website der Verbraucherzentrale ist ein passender Musterbrief erhältlich. Diese Sperre verhindert auf technischem Wege, dass die Mobilfunknummer des Smartphones an den Drittanbieter übertragen wird, so dass dieser mangels entsprechender Daten des Nutzers keine Möglichkeit hat, Forderungen zu erheben.

Verbraucher, die Fragen und Probleme mit Mobilfunkverträgen oder Rechnungen haben, können sich an die Verbraucherzentralen wenden. Außerdem sucht die Verbraucherzentrale Sachsen noch bis Ende des Jahres Abzocker, Service-Nieten und Blender für den Negativpreis Prellbock 2015 [Link entfernt] . Noch bis zum Ende des Jahres sind Verbraucher aufgerufen, Anbieter zu nominieren, die sie geprellt haben.

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