Kaufratgeber

Smartwatch-Ratgeber: So finden Sie das passende Modell

Wer vor der Entschei­dung für eine neue Smart­watch steht, hat die Qual der Wahl. Doch nicht jede Uhr ist für jeden Inter­essenten geeignet. Wir haben uns einige Handy-Uhren einmal ange­sehen.

Nach dem Smart­phone kommt nun auch die Smart­watch immer mehr in Mode. Zahl­reiche Hersteller buhlen um die Gunst der Kunden. Doch wie findet sich das rich­tige Modell? Das hängt nicht zuletzt auch davon ab, mit welchem Handy die Uhr kombi­niert werden soll. Nicht jede Smart­watch ist mit jedem Mobil­telefon kompa­tibel. Außerdem stellt sich natür­lich die Frage, was der jewei­lige Anwender mit der Uhr machen möchte.

Wer eine Apple Watch nutzen möchte, braucht dafür auch ein iPhone. Die Handy-Uhren von Samsung hingegen sind neben den eigenen Smart­phones des korea­nischen Herstel­lers auch mit allen Android-Mobil­tele­fonen kompa­tibel. In Verbin­dung mit dem iPhone funk­tio­niert die neueste Gene­ration der Samsung-Smart­wat­ches hingegen nicht mehr. Google hat sein Smart­watch-Betriebs­system WearOS neu aufge­stellt. Die neue Version ist derzeit nur auf der Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) verfügbar. Hersteller wie Fossil und Mobvoi können ihre Handy-Uhren frühes­tens in der zweiten Jahres­hälfte 2022 mit WearOS 3 ausstatten und liefern derzeit noch Smart­wat­ches mit WearOS 2.x aus.

Huawei setzt wiederum auf LiteOS, das auf dem Micro­kernel von HarmonyOS aufsetzt. Damit ist das Ökosystem soft­ware­seitig mit nichts kompa­tibel - außer mit sich selbst. Koppeln lassen sich die Uhren mit Android- und iOS-Geräten. Auch Xiaomi setzt auf ein proprie­täres Betriebs­system. Grund­sätz­lich funk­tio­nieren die Uhren aber mit Android-Smart­phones und dem iPhone. Smartwatch kaufen: Die Qual der Wahl Smartwatch kaufen: Die Qual der Wahl
Fotos: Apple/Samsung/teltarif.de, Montage: teltarif.de

Mobil­funk und/oder WLAN und Blue­tooth

Die Verbin­dung zwischen Smart­phone und Smart­watch wird in der Regel per Blue­tooth herge­stellt. Außerdem haben die meisten Uhren auch eine WLAN-Schnitt­stelle an Bord. So kann die Uhr auch dann mit dem Internet - und darüber mit dem Handy - verbunden bleiben, wenn die Entfer­nung zwischen Telefon und Handy-Uhr für eine Blue­tooth-Verbin­dung zu groß ist. Oft wird nur WLAN auf 2,4 GHz, nicht aber auf 5 GHz unter­stützt.

Viele Smart­wat­ches sind optional auch mit Mobil­funk-Modem erhält­lich. Diese Vari­anten kosten in der Regel einen Aufpreis gegen­über den Versionen, die nur Blue­tooth und WLAN an Bord haben. Dazu werden in den meisten Fällen nur LTE und UMTS (in Deutsch­land abge­schaltet) unter­stützt. Das GSM-Netz fehlt genauso wie der 5G-Stan­dard. Zudem fehlt oft die Möglich­keit, die Uhr im Inter­national Roaming einzu­setzen.

Die "Cellular-Versionen" der Uhren ermög­lichen den Betrieb auch dann, wenn man gerade nicht per Blue­tooth mit dem Smart­phone verbunden ist und auch kein WLAN-Hotspot zur Verfü­gung steht. So können Tele­fonate geführt werden (idea­ler­weise in Verbin­dung mit einem Blue­tooth-Headset), Benach­rich­tigungen kommen bei aktiver Internet-Verbin­dung weiterhin an und je nach Uhr ist es auch möglich, Musik-Strea­ming zu nutzen, wenn das Gadget gerade keine direkte Verbin­dung mit dem Handy hat.

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Apple Watch nur mit einem iPhone

Die Smart­watch mit dem größten Markt­anteil ist die Apple Watch. Gleich­zeitig ist diese Uhr aber am wenigsten flexibel, denn sie kann nur zusammen mit einem iPhone genutzt werden. Wer ein Android-Smart­phone besitzt, wird an der Uhr demnach keine Freude haben, zumal für die Einrich­tung immer noch ein Handy von Apple benö­tigt wird und nur ein Teil der verfüg­baren Features ohne Kopp­lung mit dem Handy zur Verfü­gung stehen.

Apple selbst bezeichnet die Handy-Uhr als Trai­nings­partner am Hand­gelenk. So wird dem Anwender seine tägliche Akti­vität ange­zeigt und es stehen verschie­dene Work­outs zur Verfü­gung. Mit dem aktu­ellen watchOS-Betriebs­system kann die Apple Watch auch als Schlaf-Tracker dienen, ein Ein-Kanal-EKG durch­führen und den Blut­sauer­stoff­gehalt messen.

Die Apple Watch ist nur mit dem iPhone kompatibel Die Apple Watch ist nur mit dem iPhone kompatibel
Fotos: Apple/teltarif.de, Montage: teltarif.de
Eine weitere wich­tige Funk­tion sind Benach­rich­tigungen - etwa über einge­hende WhatsApp-Nach­richten, das Tor der Lieb­lings­mann­schaft in der Bundes­liga und ähnli­ches. Läuft die Anwen­dung nicht nativ auf der Uhr, so wird sie vom iPhone zur Apple Watch weiter­geleitet. Dabei kann der Kunde selbst entscheiden, von welchen Apps die Mittei­lungen auch am Hand­gelenk empfangen werden sollen.

Mit der Apple Watch können Anwender auch Musik-Strea­ming nutzen. Das funk­tio­niert mit intakter Internet-Verbin­dung per WLAN oder - bei den Cellular-Modellen - über das Mobil­funk­netz. Apple Music war als erste Strea­ming-App nativ auf der Uhr verfügbar. Mitt­ler­weile gibt es auch Apple Podcasts und Hörbü­cher, Spotify und den Radioplayer.de für die Apple Watch. Dazu steht mit der Apple Watch die Nutzung von Apple Pay zur Verfü­gung.

Google und Samsung wagen Neustart mit WearOS 3

Google bietet mit WearOS ein eigenes Smart­watch-Betriebs­system an. Dieses wurde mehr­fach relauncht, konnte aber quali­tativ mit watchOS von Apple oder auch dem bislang von Samsung verwen­deten Tizen-System nicht konkur­rieren. Auf der Google I/O im Früh­jahr 2021 hat Google den Relaunch von WearOS ange­kün­digt und mit Samsung auch gleich einen promi­nenten Koope­rati­ons­partner vorge­stellt.

Im Sommer 2021 wurde die Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) als erste Smart­watch vorge­stellt, die auf WearOS 3 basiert. Für andere Hersteller wird das neue Betriebs­system erst in der zweiten Jahres­hälfte 2022 geöffnet. Samsung-Nutzer müssen sich wiederum gegen­über früheren Smart­wat­ches des Herstel­lers kaum umge­wöhnen, denn dank der One-UI-Benut­zer­ober­fläche "fühlt" sich das neue WearOS kaum anders an als frühere Smart­wat­ches des glei­chen Herstel­lers.

Vorteil für Samsung-Nutzer: Auch Dienste wie Samsung Health und Samsung Pay sind an Bord. Zugleich ist aber auch Google Pay verfügbar, das bei den bishe­rigen Handy-Uhren des korea­nischen Herstel­lers nicht genutzt werden konnte. Noch ausbau­fähig ist das App-Angebot im Google Play Store. Aller­dings haben erste Entwickler bereits ange­kün­digt, künftig sogar nur noch das "neue" WearOS zu supporten und sich von den bishe­rigen Smart­watch-Soft­ware-Platt­formen von Google und Samsung zu verab­schieden.

Wann es WearOS-3-Smart­wat­ches von anderen Herstel­lern geben wird und wie diese in der Praxis funk­tio­nieren, bleibt abzu­warten. Samsung setzt eigene, sehr perfor­mante Prozes­soren aus der Exynos-Reihe ein. Andere Smart­watch-Produ­zenten wären wohl auf Qual­comm-Hard­ware ange­wiesen - und so gut diese auf Smart­phones arbeitet, so schlecht sind die bishe­rigen Erfah­rungen bei Handy-Uhren.

Samsung und Tizen-OS

Samsung hat für seine Smart­wat­ches in den vergan­genen Jahren das Tizen-Betriebs­system verwendet. Die Samsung Galaxy Watch 3 wird sogar nach wie vor als preis­werte Alter­native zur Galaxy Watch 4 verkauft und der Hersteller verspricht, den Support für Tizen-Uhren nicht schon kurz­fristig einzu­stellen. In der Tat hat Samsung im Herbst 2021 noch ein Soft­ware-Update gelie­fert, das auch neue Features mit sich gebracht hat.

Ansonsten zeichnen sich Samsung-Uhren mit Tizen-Firm­ware wie die Galaxy Watch 3 durch eine ähnliche Zuver­läs­sig­keit wie Apple Watches aus. Sie bringen dazu noch den Vorteil einer langen Akku­lauf­zeit mit sich. Während Apple für seine Smart­wat­ches offi­ziell einen Tag Lauf­zeit angibt und in der Praxis maximal etwa zwei Tage erreicht werden, kommt man - abhängig von der Nutzung - mit einer Akku­ladung der Samsung Galaxy Watch 3 über das gesamte Wochen­ende.

Samsung-Nutzer warten auf Mobile Payment mit der Uhr Samsung-Nutzer warten auf Mobile Payment mit der Uhr
Fotos: Samsung/teltarif.de, Montage: teltarif.de
Die Tizen-Smart­wat­ches bieten - wie ihre Mitbe­werber - verschie­dene Fitness-Features, die im Zusam­men­spiel mit der Samsung-Health-App genutzt werden können. Dazu kommen Benach­rich­tigungen und auch Strea­ming ohne verbun­denes Smart­phone - etwa über den Radioplayer.de, der eigens zu diesem Zweck seine App ange­passt hat. Beson­der­heit gegen­über vielen anderen Smart­wat­ches ist die Bedie­nung über die dreh­bare Lünette.

Die Tizen-Smart­wat­ches können nicht nur mit den Smart­wat­ches des korea­nischen Herstel­lers kombi­niert werden. Sie sind auch mit allen anderen Android-Smart­phones und mit dem Apple iPhone kompa­tibel. Die neuen WearOS-Uhren von Samsung lassen sich eben­falls mit Handys anderer Produ­zenten, nicht aber mit dem iPhone kombi­nieren.

Auch wenn die Samsung Galaxy Watch 3 nach wie vor verkauft wird und die Gadgets zum Teil sehr günstig zu bekommen sind, sollten Inter­essenten bedenken, dass Samsung die Tizen-Platt­form aufgibt. Derzeit ist das App-Angebot noch größer als für die neuen Samsung-Uhren mit WearOS. Das dürfte sich jedoch im Laufe der kommenden Monate immer mehr zugunsten von WearOS verschieben. Wirk­lich empfeh­lens­wert ist der Neukauf einer Tizen-Smart­watch nicht mehr. Gleich­wohl werden Besitzer solcher Uhren noch eine ganze Weile Freude mit dem Gadget haben.

Huawei, Xiaomi und weitere Hersteller

Smart­wat­ches von Huawei oder Xiaomi empfehlen sich in erster Linie für Inter­essenten, die auch ein Handy vom glei­chen Hersteller haben. Fitness- und Gesund­heits-App und Benach­rich­tigungen gibt es auch hier. Für mobile, kontakt­lose Zahlungen steht in Koope­ration mit Blue­code mitt­ler­weile auch ein Bezahl­dienst zur Verfü­gung, der in Deutsch­land aber noch nicht sonder­lich verbreitet ist.

Als weitere Alter­native gibt es Smart­wat­ches klei­nerer, oft unbe­kannter Hersteller. Diese sind zum Teil schon für unter 100 Euro erhält­lich. Dafür ist der Funk­tions­umfang oft einge­schränkt. Wer ein solches Produkt auspro­bieren möchte, sollte sicher­stellen, das Gerät bei Nicht­gefallen zurück­geben zu können.

Unterm Strich empfehlen sich in erster Linie die Smart­wat­ches von Apple und Samsung, da diese optimal auf das Zusam­men­spiel mit den Smart­phones dieser Hersteller opti­miert sind. Dabei muss es vor allem bei Apple nicht zwin­gend das neueste Modell sein. Wer eine Handy-Uhr kauft, die ein oder zwei Jahre alt ist, kann Geld sparen, muss aber hinsicht­lich der Features nur wenige Kompro­misse machen. Zu bedenken ist aller­dings, dass ältere Uhren hinsicht­lich Prozessor und Spei­cher nicht mehr ganz aktuell sind, was sich gerade bei einem Update auf das aktu­elle Betriebs­system bemerkbar machen kann, wie das Beispiel der Apple Watch Series 3 zeigt.

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Smart­wat­ches suchen und verglei­chen

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