Kritisch hinterfragen

Nachteile von Smartwatches mit Körpersensoren

Schritt­zähler oder Herz­frequenz­messer bei mobilen Geräten können für die eigene Überwachung nützlich sein. Kritisch wird es bei der Weitergabe der höchst sensiblen personen­bezogen Daten. Höhere Preise oder die Verweigerung bestimmter Leistungen können die Folge sein.
Von Paulina Heinze mit Material von dpa

Motorola Moto 360 Smartwatches mit Körpersensoren kritisch bewerten
Bild: teltarif.de
Verbraucher sollten Smartwatches und andere mobile Geräte mit Körper­sensoren kritisch hinterfragen - vor allem wenn sie Features wie Herzfrequenz­messung oder Schritt­zähler gar nicht benötigen. Denn werden solche höchst sensiblen Daten personenbezogen weitergegeben und ausgewertet, droht dem Betroffenen Schaden, warnt die Verbraucher­zentrale Rheinland-Pfalz. Denkbar sei etwa, dass sie Werbung oder Angebote bekommen. Auch höhere Preise oder die Verweigerung bestimmter Leistungen aufgrund seines Gesundheits­zustandes seien möglich.

"Verbraucher haben keine Wahl, auf die Sensoren zu verzichten. Sie sind in jeder Version der Uhr enthalten", kritisiert Christian Gollner, Datenschutz­experte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Mit den gesammelten Daten können etwa spezielle Apps den ungefähren Kalorien­verbrauch der Nutzer ermitteln und feststellen, ob eine gesunde oder eher ungesunde Lebensweise vorliegt.

Vor- und Nachteile gesundheitsbezogener Überwachungsfunktionen

Motorola Moto 360 Smartwatches mit Körpersensoren kritisch bewerten
Bild: teltarif.de
Wer sich Körper­sensoren aussetzt, sollte ganz besonders darauf achten, in welche Datenerhebung und -verwertung er bei der Einrichtung von Geräten, Betriebs­systemen und Apps einwilligt, welche Datenschutz­einstellungen vorausgewählt sind, und ob sich eine Änderung der Nutzungs­bedingungen nachteilig für ihn auswirken kann.

Ideal wäre es den Verbraucher­schützern zufolge, wenn Hersteller die Prinzipien "Privacy by Design" und "Privacy by Default" umsetzen würden. Das bedeutet, dass Geräte und Dienste von Grund auf so gestaltet oder zumindest voreingestellt sind, dass sie nur die Daten erheben, die für die Nutzung tatsächlich erforderlich sind. Die Verbraucher­zentrale setzt sich hierfür bei der Reform des EU-Daten­schutz­rechts ein.

Am Freitag startet der Verkauf der Apple Watch. Wie die erste Smartwatch des Herstellers zu erwerben ist, erklären wir in dieser Meldung.

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