Rückblick
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Vom Backstein zum Brett: Smartphones von 1992 bis heute

Wie hat sich die Handlichkeit der Smartphones von den Anfängen 2000 bis heute verändert? Welcher Hersteller hatte zuerst ein Gerät nach der Definition eines Smartphones? Wir wagen einen Rückblick - vom großen Klotz zur Flunder der Neuzeit.
Von / Dominik Haag
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Heutzutage sind Smartphones nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzudenken. Telefonieren ist zur Nebensache geworden - Messenger, die Immer-dabei-Kamera, Terminverwaltung, das Tor in die Social-Network-Welten und als Zockermaschine dienen die smarten Begleiter. Als Apple 2007 mit dem ersten iPhone die Smartphone-Branche auf den Kopf stellte, war das Gerät "Smartphone" selbst schon mehr als eine Dekade alt. Jedoch haben die wenigsten Hersteller aus den Anfangszeiten der cleveren Mobiltelefone bis in die heutige Zeit überdauert.

Dabei ist der Begriff selbst weitfassender als vielleicht gedacht, schaut man sich die Vertreter an. Wie sich die Geräteklasse entwickelt hat, welche Modelle es gab und welche als Klassiker ihrer Zunft gelten, soll diese Bilderstrecke ein wenig beleuchten.

Smartphones von 1992 bis heute

Die Evolution der Smartphone-Designs hat einen langen Weg hinter sich. Zwischen der "tragbaren Telefon­zelle" Ericsson R380 aus dem Jahr 2000 und brandneuen Geräten wie dem Samsung Galaxy Note 8 liegen Welten. Wir vergleichen, wie sich die schlauen Handys bezüglich Größe, Gewicht und dem Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse verändert haben. Positiv wandelte sich vor allem die Dicke und der oftmals kleine Rahmen um das Display. Beim Gewicht hingegen kommen wir langsam wieder bei der Anfangszeit der Smartphones an.

Mit einem Klick auf das jeweilige Bild gelangen sie durch die Bilderstrecke.

Geschichte der Smartphones
1/13 – teltarif.de
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1992: Ein Smartphone seiner Zeit weit voraus

Es kam mehrfach vor, dass technische Errungen­schaften einfach ihrer Zeit voraus waren. Was wir heute unter einem Smartphone verstehen - Touchscreen, Mobilfunk und Apps - zeigte IBM erstmals im November 1992 auf der Computex. Zwar noch als Prototyp, aber das IBM Simon Personal Communicator, kurz IBM Simon, ist das erste Gerät gemäß der Definition eines Smartphones gewesen. Zwischen 1994 und 1995 wurde das Gerät über 50 000 Mal in den USA verkauft zu einem Preis von 1099 US-Dollar ohne Vertrag. Nur handlich war es mit 200 mal 64 mal 38 Millimeter Größe und 510 Gramm Gewicht keinesfalls.

Zu den herausragenden und - für damalige Zeiten - revolutionären Fähigkeiten gehörten das Empfangen und Tätigen von Anrufen, Senden und Empfangen von Fax-Nachrichten, E-Mails und die Unterstützung von kleinen Dienst­programmen. Vorinstalliert waren besagte Programme für Kontakte, Notizen, ein einfacher E-Mail-Client, ein Faxprogramm, Kalender, Taschen­rechner, Weltzeituhr und sogar ein Programm für handschriftliche Notizen. Das IBM Simon war schon damals mit einem Touchscreen ausgestattet, welcher sogar die prädiktive Stylus-Eingabe unterstützte. Als Betriebs­system kam eine abgewandelte Form von Datalight ROM-DOS zum Einsatz, dessen Oberfläche komplett ohne Kommandozeile auskam. Auch das war für damalige Verhältnisse eine Revolution.

IBM Simon
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1996 bis 2000: Die ersten Smartphones waren echte Brocken

Für viele gilt der Nokia Communicator als Inbegriff eines Smartphones. Groß, Feature-reich, mit vollwertiger Tastatur und Fax-Unterstützung, sorgte Nokia für einen neuen Standard in der geschäftlichen Kommunikation. Den Einstand bildete der Nokia 9000 Communicator von 1996, für den auch erstmals der Begriff Smartphone im Rahmen des Marketings eingeführt wurde. Etliche Nachfolger verbesserten die Communicator-Reihe stetig mit neuer Technik und neuen Funktionen.

Die erste tatsächlich verbriefte Verwendung des Begriffs "Smartphone" geht jedoch auf den schwedischen Hersteller Ericsson 1996 zurück, in Verbindung mit dem nie veröffentlichten G88. Erst im Jahr 2000 brachte Ericsson ein entsprechendes Produkt auf dem Markt. Das R380 maß 130 mal 50 mal 26 Millimeter und wog stolze 164 Gramm - es gilt als der Urahn der P-Reihe von Sony-Ericsson. Daten zum Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis (Screen-to-Body-Ratio, kruz StBR) konnten wir leider nicht mehr auffinden. Der im November 2000 erschienene Nokia 9210 Communicator jedenfalls kam auf einen StBR-Wert von 42 Prozent. Das Display umfasste für damalige Verhältnisse üppige 4,5 Zoll. Mit 244 Gramm und einer Größe von 15 mal 56 mal 27 Millimetern machte sich das Smartphone in der Hosentasche deutlich bemerkbar.

Das Nokia 9210
3/13 – Bild: Nokia
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2002 bis 2003, Teil 1: Nokias zweischneidiger Erfolg

Wahrhaft portabel wurden die cleveren Mobiltelefone erstmals mit dem 2002 erschienenen Nokia 7650. Das handliche Gerät maß 114 mal 56 mal 26 Millimeter und wog 154 Gramm. Beim StBR-Verhältnis konnte das Smartphone allerdings nicht punkten. Mit seinen mickrigen 2,1 Zoll nahm der Bildschirm lediglich 22 Prozent der Gehäuse­fläche ein. Konkurrent Sony-Ericsson wagte sich im Herbst 2002 in den Ring der PDA-Handy-Kombis. Das P800 bewegte sich mit 117 mal 59 mal 27 Millimetern und 158 Gramm auf dem Niveau von Nokia. Dank des 2,9 Zoll großen Touchscreens betrug die Screen-to-Body-Ratio immerhin 35,9 Prozent.

Aber auch Nokia bewiesen Anfang 2003 abermals, dass sie kein goldenes Händchen für kompakte Mobilgeräte hatten. Das 3650 mit der markanten "Wählscheiben-Tastenanordnung" wartete erneut mit 2,1 Zoll auf, bei Dimensionen von 130 mal 57 mal 26 Millimeter und einem Gewicht von 130 Gramm. Das führte zu einer unspektakulären StBR-Proportion von 18,9 Prozent.

Nokia 7650
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2002 bis 2003, Teil 2: Neue Systeme beleben das Geschäft

Neben Nokia versuchten sich Anfang der 2000er Jahre auch neue Unternehmen im wachsenden Mobilfunkmarkt, allen vor ein kleines kanadisches Unternehmen: Blackberry. Mit dem Modell Blackberry 6210 wurde erstmals das moderne Manager-Smartphone definiert, dass als Mail-Maschine und mit verschlüsselter Messaging-Anbindung von sich Reden machte. Das erste Gerät, der Blackberry 850, war noch mehr ein Pager mit Tastatur denn ein Mobil­telefon. Blackberry hat aber noch weitaus mehr bemerkenswerte Geräte veröffentlicht, die Sie in unserer Bilderstrecke sehen können.

Motorola brachte im dritten Quartal 2003 schließlich das Windows-Smartphone MPx200 heraus. Das Mobiltelefon war zusammen­geklappt nur 89 mal 48 mal 27 Millimeter groß und brachte lediglich 118 Gramm auf die Waage. Das Verhältnis Bildschirm zu Gehäuse betrug beim 2,2-Zoll-Panel 37,5 Prozent. Besonderheit des Gerätes: Es vereinte Windows Mobile 2002 Smartphone Edition mit einem SD-Kartenslot - weder microSD noch miniSD - in dem damals sehr populären Design eines Klapp-Handys.

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5/13 – Bild: Motorola
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2004 bis 2006: Dicke pendelt sich bei etwa 2 Zentimetern ein

Das Jahr 2004 fing mit dem BenQ P50 gut an. Trotz QWERTZ-Barrenform nach Vorbild der Blackberry-Geräte war das 122 mal 60 mal 20 Millimeter messende Handy relativ handlich. Die 170 Gramm und die StBR-Proportion von 33,2 Prozent fielen jedoch auf. Um dieselbe Zeit begeisterte das BlackBerry 7730 durch die geringe Dicke von nur 1,8 Zentimetern. Es wog auch nur 142 Gramm, hatte jedoch ein niedriges Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 31,2 Prozent bei einer Bildschirm­diagonalen von 3 Zoll. Nokia brachte 2005 das N70 auf den Markt, das mit 126 Gramm sehr leicht war. Die Abmessungen von 108,8 mal 53 mal 21,8 Millimeter gingen ebenfalls in Ordnung, das Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 24,3 Prozent des 2,1-Zoll-Smartphones allerdings weniger.

Dass es auch besser geht, zeigte HTC im August 2005 mit dem Universal. Zwar war das Gerät mit 127,7 mal 81 mal 25 Millimetern und 285 Gramm ein ziemlicher Koloss, aber immerhin mit gut genutzter Bildschirmfläche (38,8 Prozent bei 3,6 Zoll). Im Juni 2006 führte HTC die gute Relation von Display zur Verkleidung weiter mit dem TyTN (37 Prozent). Der Slider wog 176 Gramm und war mit 113 mal 58 mal 22 Millimetern recht handlich. Palms Treo 680 erreichte den Massenmarkt im Herbst 2006. Es kam mit Abmessungen von 111,8 mal 58,4 mal 20,3 Millimetern, einem Gewicht von 157 Gramm, 2,5-Zoll-LC-Display und einer genutzten Bildschirm­fläche von 30,9 Prozent des Gehäuses daher.

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6/13 – Bild: i-mate
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Smartphones von 2007 bis heute

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7/13 – Foto: Rob Stothard / Getty Images
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2007: Das Smartphone wird massentauglich

Das im Februar 2007 veröffentlichte BlackBerry 8800 war 1,4 Millimeter schlank. Die Maße von 114 mal 66 mal 14 Millimeter bei 134 Gramm waren ebenfalls beachtlich. Durch das 2,5 Zoll kleine LC-Display des Handys war jedoch nur ein Display-zu-Gehäuse-Wert von 25,7 Prozent gegeben. Apples erstes iPhone kam mit ähnlichen Dimensionen von 115 Millimeter Länge und 61 Millimeter Breite daher und wog 1 Gramm mehr. Die Dicke von nur 11,6 Millimetern machte das erste Apple-Smartphone äußerst kompakt. Zudem wies es ein beachtliches StBR von 52 Prozent auf.

Samsungs erstes Modell der Omnia-Reihe kam im Juni 2008 nahe an die flache Bauweise von Apple heran. Es bot bei 112 mal 56,9 mal 12,5 Millimetern und 122 Gramm ein Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis von 45,7 Prozent. Der Screen an sich brachte es auf 3,2 Zoll. Einen Monat später legte Apple das iPhone 3G nach, das mit 115,5 mal 62,1 mal 12,3 Millimetern leicht über den Abmessungen des ersten iOS-Smartphones lag. Die 133 Gramm und das StBR von 50,9 Prozent konnten sich aber sehen lassen.

Apple iPhone 2007
8/13 – Bild: Apple
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2007 bis 2009: Das Smartphone wird massentauglich

Im Oktober 2008 und damit nach Apple, stellte Google mit dem HTC Dream - im Handel verkauft als T-Mobile G1 - das erste Android-Smartphone der Welt vor. Es verband nicht nur eine vollwertige QWERTZ-Tastatur, die per Slide-Mechanismus unter dem Display versteckt wurde, sondern auch den von Blackberry bekannten Trackball zur Steuerung. Anfangs war das 117,7 mal 55,7 mal 17,1 Millimeter große Smartphone noch als Bastler-Gerät verschrien, da Android in seiner ersten Version alles andere als perfekt war. Trotz häufiger Updates gewann das System schnell an Beliebtheit, was nicht zuletzt der Offenheit der Plattform zu verdanken war.

Dann allerdings begeisterte HTC mit dem federleichten Touch Diamond 2 (117 Gramm), das im Februar 2009 mit Windows Mobile 6.1 herauskam. Mit 107,9 mal 53,1 mal 13,7 Millimeter war es sehr kompakt, der Bildschirm (3,2 Zoll) nahm 50,9 Prozent der Fläche ein.

Das Motorola Milestone aus demselben Jahr kam auf iPhone-Werte von 115,8 mal 60 mal 13,7 Millimeter, und bot sogar ein 3,7-Zoll-Display und 54,3 Prozent StBR. Absolutes Highlight und mit einer der Gründe für die damalige große Beliebtheit war die Tastatur, die sich per Slide-Mechanismus unter dem Display hervorholen ließ.

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9/13 – Bild: T-Mobile US
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2010 bis 2012: Samsung schickt das handliche Galaxy S ins Rennen

Samsung eröffnete im Juni 2010 seine Flaggschiff-Reihe mit dem Galaxy S. Dank der geringen Größe von 122,4 mal 64,2 mal 9,9 Millimetern passte Samsungs Vorzeige-Modell bequem in jede Hosentasche. Nur 119 Gramm trotz 4-Zoll-Display war ein Novum, die Screen-zu-Hülle-Poportion von 58 Prozent war beachtlich. Das konnte Apple nicht auf sich sitzen lassen und schickte im September 2010 das iPhone 4 ins Rennen. Mit 115,2 mal 58,6 mal 9,3 Millimetern war es noch handlicher als das Galaxy. Das Gewicht betrug jedoch 137 Gramm und das StBR 54 Prozent bei 3,5 Zoll messendem Screen. Staunen ließ Samsung die Fans durch sein erstes Galaxy Note im Jahre 2011. Das neue Flaggschiff lockte mit einem 5,3-Zoll-Display, das satte 66,8 Prozent des Gehäuses einnahm. Die Käufer mussten allerdings 176 Gramm mit sich herumtragen, verteilt auf 146 mal 83 mal 9,7 Millimeter.

Endgültig ausgelöst wurde die "Magersucht der Smartphones" schließlich durch das Motorola RAZR XT910 im November 2011. Die Höhe von 130,7 Millimeter und die Dicke von 68,9 Millimeter waren kaum erwähnenswert - die Bautiefe von 7,1 Millimeter hingegen schon. Das StBR betrug aber nur 56,6 Prozent. Weiter ging der Wettbewerb um das dünnste Handy im Februar 2012, als Sony das 128 mal 64 mal 10,6 Millimeter messende Xperia S einführte. Mit 144 Gramm war das Smartphone allerdings nicht gerade ein Leicht­gewicht. Die genutzte Fläche des Bildschirms in Relation zur Hülle betrug 62 Prozent. Leichter war das im Mai 2012 veröffentlichte Huawei Ascend P1, das mit kompakten 127,4 mal 64,8 mal 7,7 Millimetern bei leichten 110 Gramm punktete. Wie das RAZR hatte das Huawei-Handy ein 4,3-Zoll-Display, aber eine bessere Display-zu-Hülle-Proportion von 61,7 Prozent.

Motorola RAZR XT910
10/13 – Motorola
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2013 bis 2015: Erstmals Screen-to-Body-Ratio von über 70 Prozent

Das Galaxy S4 nutzte 2013 mit 72,3 Prozent hervorragend den Bildschirmplatz aus. Die Abmessungen stiegen jedoch auf 136,6 mal 69,8 mal 7,9 Millimeter an. Mit seinen 130 Gramm war das S4 unterwegs kein großer Ballast. Noch weniger schwer und mit Abmessungen von 123,8 mal 58,6 mal 7,6 Millimetern ein wenig kleiner war Apples iPhone 5s, das wie gewohnt im September folgte. Mit 112 Gramm unterbot es das Gewicht des Galaxy S4, aber mit einem StBR von 60,8 Prozent nicht dessen effizientere Gehäusenutzung.

Im Folgejahr taten sich besonders LG und Sharp mit vorbildlichem Gerätedesign hervor. Das LG G3 hatte zwar ein 5,5-Zoll-Display und wog stolze 149 Gramm - dafür betrug das Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis ansehnliche 75,3 Prozent. Ebenfalls 2014 überzeugte das Aquos Crystal mit 5-Zoll-Bildschirm und einem StBR-Wert von satten 78,5 Prozent bei einem Gewicht von 141 Gramm und einen Zentimeter Dicke. Im Jahr 2015 waren 150-Gramm-Smartphones keine Seltenheit mehr. Das Galaxy S6 lag mit 138 Gramm leicht darunter und konnte mit einer Anzeige-zu-Hülle-Proportion von 70,1 Prozent aufwarten. Mit 6,8 Millimetern war das Mobilgerät zwar schmal, aber bei 143 Millimetern Höhe wurde es eng in der Hosentasche. Das Huawei Mate S konterte im September 2015 mit 73,9 Prozent beim StBR. Mit 5,5-Zoll-Display und 149,8 mal 75,3 mal 7,2 Millimetern war aber auch dieses Handy nur bedingt hosentaschen­tauglich.

Aquos Chriystal
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2017 revolutioniert ein offenbar unendliches Display den Markt

Im März 2017 stellte Samsung in New York seine neuesten Flaggschiffe vor. Das Galaxy S8 und das Galaxy S8 Plus beeindruckten vor allem mit ihren Infinity-Displays. Ein bis dato völlig neues Format von 18,5:9 sorgte für Erstaunen, denn anders als befürchtet, wuchs das Gerät nicht in die Breite, sondern in die Höhe. Durch das Weglassen des Home-Buttons verzeichnet das Galaxy S8 zwölf bis 13 Prozent mehr Display-Fläche gegenüber der Vorgängermodelle mit Touch-Screens, die rechts und links bis zum Gehäuserand reichen und markiert so einen neuen Meilenstein in der Geschichte der Smartphones und kommt auf eine Screen-to-Body-Ratio von 83,26 Prozent. Denn trotz des neuen Formats lagen die neuen Geräte sehr gut in der Hand und das Display überzeugte auf Anhieb durch hervorragende und natürliche Darstellungen mit satten Farben.

Neben den äußerlichen Veränderungen und dem starken Display setzte Samsung auch bei der Frontkamera auf Neuerungen. So wurde die 5-Megapixel-Kamera nicht nur durch eine mit 8 Megapixeln ausgetauscht, durch diese kam auch erstmalig der Iris-Scanner mit an Bord.

Einzig der große Stolz des südkoreanischen Herstellers, der hauseigene Sprachassistent Bixby, kann nach wie vor nicht komplett überzeugen. Den Unmut über den Assistenten und seine Home-Taste nahm Samsung zum Anlass, es den Nutzern zu "erlauben", die Bixby-Taste zu deaktivieren. Noch immer gibt es ihn nur in englischer und koreanischer Version. Doch auch solch kleiner Wermutstropfen war für den Tech-Giganten zu verkraften, denn von Anfang an brachen das Galaxy S8 und das S8 Plus sämtliche Vorbestellungsrekorde.

Samsung Galaxy S8
12/13 – dpa
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Derzeitiger Trend: Schlank und groß

Wohin der Trend geht, ist klar: Phablets mausern sich immer mehr zum Standard und verdrängen die kompakteren Formen vom Markt. Mittlerweile bieten auch große Hersteller wie Samsung und Apple ihre Flaggschiffe mit 5,5-Zoll-Display an. Die großen Modelle erinnern unweigerlich an den Anfang der Smartphone-Ära im Jahr 2000, wo ein 158 mal 56 mal 27 Millimeter messender Nokia 9210 Communicator noch als "Totschläger" galt. In Höhe und Breite übertrifft das Apple iPhone 7 Plus mit 158,2 mal 77,9 Millimetern das finnische Urgestein sogar, auch wenn es mit 7,3 Millimetern deutlich dünner ist.

Auch beim Gewicht kommt es zum Déjà-vu: Seit 2007 waren Smartphones mit 140 Gramm oder mehr eine Seltenheit. Heute ist aufgrund der großen Bildschirme eher das Gegenteil der Fall. Die Mobilgeräte haben also etwas an Mobilität eingebüßt, da hilft auch die schlanke Bauweise eines Motorola Moto Z von 2016 mit seinen 5,2 Millimetern Dicke nichts. Ob einem dieser Trend zusagt oder nicht, das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Auf ein effizientes Verhältnis vom Bildschirm zum Gehäuse achten heutzutage zwar nicht alle Hersteller, aber insbesondere Xiaomi hat in diesem Bereich überrascht. Das Xiaomi Mi Mix wartet mit einem Screen-to-Body-Ratio von 91,3 Prozent auf - und ist damit fast randlos. Wir sind gespannt, wie sich die Mobilität der Smartphones in den kommenden Jahren weiter verändern wird.

Noch mehr Nostalgie gefällig? In unserer Bilderstrecke können Sie nachverfolgen, wie sich das ehemals gefeierte Top-Modell Samsung Galaxy Note entwickelt hat - von 2011 bis heute.

Lenovo Moto Z
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