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Do-It-Yourself: Das Smartphone selbst reparieren

Wenn das eigene Smartphone kaputt ist, kann man es auch selbst reparieren. Videos im Internet und Reparatur-Sets können dabei gute Hilfestellungen sein. Beim Basteln in Eigenregie ist allerdings Vorsicht geboten.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Eine unachtsame Bewegung, schon hat man das schicke Smartphone vom Tisch gefegt. Die Folgen solcher Missgeschicke reichen von Kratzern im Display über beschädigte Geräteteile bis zu Fehlfunktionen. Viele Nutzer schicken ihre kaputten Geräte dann direkt zur Reparatur an den Hersteller. Das muss aber gar nicht unbedingt sein.

Mit geringen Kenntnissen, entsprechendem Werkzeug und einer Reparatur­anleitung für das eigene Gerät ist es möglich, selbstständig beschädigte Backcover, Displays oder Akkus auszuwechseln. Wer sich allerdings unsicher ist und feinteilige Arbeiten scheut, dem raten wir, sich besser an eine Fachwerkstatt zu wenden. Dort sind die Reparaturen zwar teurer als das Basteln zu Hause - Technikmuffel sparen so aber Zeit und Nerven.

Vorab Gewährleistung und Garantie prüfen

Kleine Reparaturen am Smartphone kann man auch selber machenKleine Reparaturen am Smartphone kann man auch selbst machen Bevor Verbraucher ihr Smartphone öffnen, sollten sie prüfen, ob Gewähr­leistung und Garantie noch gültig sind. Denn in der Regel gilt: Wird das Gerät auch nur einmal eigenmächtig geöffnet, erlischt die Garantie. Aller­dings deckt sie ohnehin nicht jeden Schaden ab, denn in der Garantie­leistung sind nur Schäden inbegriffen, die nicht von außen herbei­geführt werden. Ausgeschlossen von der Garantie sind beispielsweise Defekte durch Stürze - hierzu zählen Risse im Display - oder Wasser­schäden durch unsachgemäße Anwendung. Und auch die gesetzliche Gewähr­leistung des Händlers gilt nur, wenn der Nutzer den Schaden nicht selbst verursacht hat.

Damit die Reparatur gelingt, braucht es vor allem passende Ersatz­teile. Gute Anlaufstellen dafür sind Online-Shops oder Ver­steigerungs-Plattformen wie eBay. Außerdem brauchen Bastler spezielles Werkzeug. Zwar kann man sich Mikro-Schrauben­dreher für einen Display-Wechsel im Baumarkt besorgen, sinnvoller und sicherer für eine einmalige Reparatur ist allerdings ein Set, bei dem das passende Werkzeug gleich beim Ersatzteil dabei ist. Um verklebte Bauteile zu lösen, sollten Smartphone-Bastler außerdem eine Heiß­luft­pistole griffbereit haben.

Sind alle Spezial-Werkzeuge und Ersatz­teile besorgt, sucht sich der Bastler am besten einen gut beleuchteten Arbeitsplatz. Das Handy wird natürlich ausgeschaltet und die SIM-Karte entfernt. Wir empfehlen unseren Lesern außerdem, vor dem Öffnen des Geräts eine Sicherheits­kopie der wichtigsten Daten anzulegen.

Bei der Reparatur können Videos helfen

Wie die Reparatur abläuft, ist je nach Gerät und defekter Komponente unterschiedlich. Gleiches gilt für Schwierigkeit und Dauer der Bastelei. Relativ simpel ist es zum Beispiel oft, Backcover und Akku aus­zu­tauschen. Beim Kratzer auf dem Touchscreen wird es dagegen kniffliger. Wir wissen, dass für den Austausch eines Displays oft das gesamte Gerät zerlegt werden muss. Spätestens dann geht es nicht mehr ohne eine detaillierte Anleitung.

Die gibt es vor allem im Internet auf Seiten wie beispielsweise YouTube. Viele Clips präsentieren die Reparaturen im Detail - so können auch Anfänger einfacher mitbasteln. Weit verbreitet sind vor allem Anleitungen zu Geräten von Apple und Samsung - Besitzer anderer Modelle werden nicht immer fündig.

Einen schier unerschöpflichen Fundus an Anleitungen für alte und neue Modelle bietet das Portal Ifixit.com. Die Seite erklärt jeden einzelnen Schritt in Wort, Bild und manchmal auch in Videoform, allerdings auf Englisch. Warn­hinweise zeigen an, welche Abläufe mit besonderer Vorsicht durchzuführen sind. Und ein Blick auf die Seite zeigt auch schnell, welche Reparaturen Anfänger vielleicht besser einem Fachmann überlassen: Um beim Samsungs Galaxy S3 das Display zu wechseln, nutzen die Ifixit-Experten zum Beispiel sogar Gitarrenplektren und Lötkolben.

Während der Reparatur lautet die oberste Regel: Vorsicht walten lassen und keine Gewalt anwenden. Der Hobby-Bastler sollte immer den Überblick über die Einzelteile haben, schließlich müssen ausgebaute Teile und Schrauben später wieder zusammenfinden. Wir raten unseren Lesern, die entfernten Teile exakt so, wie sie im Gerät platziert sind, auf einem Klebestreifen zu befestigen.

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