Reparatur

Nachhaltig, aber teuer: Smartphone-Reparatur lohnt selten

Das Handy ist kaputt? Dann ist guter Rat im Wort­sinne häufig teuer. Denn die Repa­ratur­kosten reichen oft an den Neupreis des Gerätes heran oder über­steigen diesen sogar. Was also tun?

Stiftung Warentest hat Handy-Reparaturdienste unter die Lupe genommen Stiftung Warentest hat Handy-Reparaturdienste unter die Lupe genommen
© Stiftung Warentest / Ralph Kaiser
Mobil­funk­kunden müssen oft lange warten und viel bezahlen: Diese Erfah­rungen hat die Stif­tung Waren­test gemacht, als sie jetzt Repa­ratur­dienste für Smart­phones vergli­chen hat. Wie die Stif­tung in ihrer Zeit­schrift "test" (Ausgabe 4/2020) berichtet, haben die Tester insge­samt acht Online-Dienst­leister und Werk­stätten sowie zwei Hersteller auf die Probe gestellt. Repa­riert werden sollten jeweils drei defekte, drei bis vier Jahre alte Smart­phones, die alle die glei­chen Defekte aufwiesen: einen zerbro­chenen Bild­schirm und eine funk­tions­untüch­tige Kopf­hörer­buchse.

46 Tage warten für Nichts und wieder Nichts

Stiftung Warentest hat Handy-Reparaturdienste unter die Lupe genommen Stiftung Warentest hat Handy-Reparaturdienste unter die Lupe genommen
© Stiftung Warentest / Ralph Kaiser
Die schnellsten Anbieter im Test repa­rierten in durch­schnitt­lich 4 Tagen, die lang­samsten kamen im Schnitt auf 17 Tage Repa­ratur­dauer. Im Extrem­fall sandte ein Dienst­leister ein Gerät erst nach 46 Tagen zurück - und zwar nicht repa­riert. Andere Anbieter gaben Smart­phones beschä­digt zurück oder verbauten zum Beispiel minder­wertige Displays.

Die eigenen Kosten­voranschläge hielt nach Angaben der Stif­tung nur knapp die Hälfte der Dienst­leister ein. Zudem reichten im Vergleich die Repa­ratur­kosten oftmals an den aktu­ellen Markt­neupreis des jewei­ligen Smart­phone-Modells heran oder über­stiegen diesen sogar.

Oft lohnt nur die Repa­ratur neuer und teurer Geräte

Die Waren­tester raten daher dazu, zuerst zu schauen, ob viel­leicht der Hersteller selbst Repa­raturen zum güns­tigen Fest­preis anbietet. Ansonsten gelte die Faust­regel: Je neuer, teurer und besser in Schuss das Gerät ist, desto eher lohnt sich eine Repa­ratur - zumin­dest aus finan­zieller Sicht.

Geht es um Nach­haltig­keit, ist Repa­rieren dagegen immer besser, und nicht alle Schäden oder Defekte bewegen sich in der Display-Dimen­sion. Ein Akku­tausch etwa ist meist deut­lich güns­tiger.

Unterm Strich zähle bei der Repa­ratur­frage auch die Gesamt­schau, urteilen die Tester: Sind diverse Kompo­nenten in einem schlechten Zustand, wackeln Tasten bedroh­lich, reicht die Rechen­kraft für einige Apps nicht mehr und hat das Gerät schon lange keine Soft­ware-Updates mehr erhalten, so sei ein Neukauf eindeutig attrak­tiver.

Daten sichern und an Backup-Telefon denken

Wer sein Smart­phone zum Repa­rieren aus der Hand geben will, muss vorher unbe­dingt wich­tige Daten wie Adressen, Bilder, Videos oder Nach­richten sichern - und sollte ein anderes Telefon, das viel­leicht noch daheim herum­liegt, reak­tivieren und einrichten, um nicht tage- oder gar wochen­lang ohne Smart­phone auskommen zu müssen. Anspruch auf ein Leih­gerät vom Repa­ratur­dienst­leister hat man zwar nicht. Danach zu fragen kostet aber auch nichts, raten die Tester.

Wer gar nicht erst für ein Handy 1000 Euro und mehr ausgeben will, erhält mit dem Samsung Galaxy A10, das es seit Donnerstag beim Discounter Aldi redu­ziert ange­boten wird, eine Alter­native. Ob es sich tatsäch­lich lohnt, lesen Sie im Schnäpp­chen-Check.

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