Kaputt

Alte Fernseher und Smartphones reparieren: Lohnt sich das?

Die Zeiten, als Röhrenfernseher und Transistorradios mehrere Generationen überdauerten, scheinen vorbei zu sein: Moderne Unterhaltungselektronik ist offenbar deutlich kurzlebiger. Doch zwischen defekt und dem Weg zum Schrott gibt es oft noch einen goldenen Mittelweg.
Von dpa / Ulrike Michel
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Kurz vor dem Ende des Krimis wird der Bildschirm des gerade mal vier Jahre alten Flachbildfernsehers plötzlich schwarz. Ein Anschreiben muss dringend zu Papier gebracht werden, doch der Tinten­strahl­drucker verweigert aus heiterem Himmel die Arbeit. Und beim Scrollen durch ein E-Book friert das Smartphone ein - für immer. Technische Macken und fatale Fehler, die moderne Technik praktisch unbrauchbar machen, sind keine Seltenheit. Unweigerlich verbunden damit sind zwei Fragen: Lohnt sich die Reparatur noch, und geht Elektronik heute deutlich schneller kaputt?

Warum sind moderne Geräte weniger langlebig?

Grafik mit Schraubenschlüssel und Schrauben vor Flachbildschirm, Laptop und defektem SmartphoneAlte Fernseher und Smartphones reparieren "Es nimmt auf jeden Fall die Nutzungsdauer der Technik ab", sagt Christoph de Leuw von der Zeitschrift Computerbild. Der Grund dafür sei aber meist, dass die Nutzer auf aktuellere Produkte umsteigen möchten - mit neuen Funktionen, schnelleren Prozessoren oder mehr Megapixeln: "Echte Hardware-Defekte spielen immer seltener eine Rolle, wenn Technik-Produkte ausgemustert werden." Oftmals seien auch fehlende Software-Updates ein Grund dafür, dass Technik auf den Müll wandert.

Bei Android-Geräten könne man diese Problematik genauso beobachten, wie zum Beispiel beim iPad der ersten Generation. Wegen fehlender Updates sind mit solchen Produkten inzwischen kaum noch Websites nutzbar, auch Video-Streaming-Dienste laufen nicht mehr. De Leuw zufolge liegt die Nutzungsdauer von Fernsehern aktuell zwischen fünf und sieben Jahren. Ausschlaggebend für den Neukauf sei jedoch häufiger der Wunsch nach aktueller Technik und größeren Bildschirmdiagonalen als ein echter Defekt.

Was Sie schon beim Technik-Neukauf beachten sollten

Als nützlichen Anhaltspunkt, um langlebige Produkte zu erkennen, verweist Ulrike Kuhlmann von der Fachzeitschrift c't auf die Garantiezeit und die Möglichkeit der Garantieverlängerung beim Hersteller: "Wenn ein Gerät mit fünfjähriger Garantie angeboten wird, kann man davon ausgehen, dass es auch für einen Nutzungs­zeit­raum von mindestens fünf Jahren konzipiert wurde."

Bei Druckern helfe etwa ein Blick auf das Druckvolumen: Die Hersteller geben für jedes Gerät ein empfohlenes Druckvolumen pro Monat an. Sehr günstige Geräte sind Kuhlmann zufolge nur für geringe Druckmengen ausgelegt, etwa 100 Seiten pro Monat, während höherpreisige Bürogeräte für monatlich 1 000 Seiten konzipiert sind und über einen wechselbaren Tintenfilz verfügen.

Wer sich ein Smartphone zulegen will, kann dessen Reparaturfähigkeit etwa vorab bei iFixit prüfen. Die Macher des Reparaturportals nehmen viele Mobilgeräte komplett auseinander, um zu begutachten, ob und wie leicht sich Bauteile auswechseln lassen.

Wann ist eine Reparatur sinnvoll und welche Anlaufstellen gibt es?

Bei einem Defekt kommt es laut de Leuw immer auf Alter und Neupreis an. "Bei Preisen unter 300 Euro dürfte sich kaum eine Reparatur lohnen, bei Neupreisen ab 500 Euro würde ich immer nachfragen", sagt der Experte. "Aus der Erfahrung lohnt es sich oft, außer bei offiziellen Anlaufstellen wie Hersteller und Vertragswerkstätten auch bei kleinen, unabhängigen Reparaturdiensten nachzufragen."

Ulrike Kuhlmann empfiehlt bei Defekten oder Schäden außerhalb der Gewährleistungs- und Garantiezeit zu prüfen, ob sich die Fehlerbeschreibung im Internet finden lässt - vielleicht sogar inklusive Ursache beziehungsweise Reparatur­möglichkeit.

On- wie offline bieten zahllose Smartphone-Werkstätten ihre Dienste an, um defekte Displays, schlappe Akkus, kaputte Lautsprecher oder Kopfhörerbuchsen zu reparieren oder auszutauschen. Ganz billig ist aber auch das nicht immer. Eine gute Alternative, wenn man die Geduld und die Zeit mitbringt, können Repair-Cafés sein, wo geübte Reparateure blutigen Anfängern helfen. Denn ganz in Eigenregie und im stillen Kämmerlein sind Unerfahrene gerade mit Smartphone-Reparaturen meist überfordert, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat. Allerdings sollte man bedenken, dass der Hersteller später eventuell die Reparatur verweigert, wenn das Smartphone außerhalb seiner Vertragswerkstätten geöffnet wurde. Deshalb ist Bastelei in Eigenregie insbesondere außerhalb der Gewährleistungs- und Garantiezeit sinnvoll.

Garantieverlängerungen, wie sie etwa in Elektromärkten angeboten werden, lohnen sich de Leuw zufolge kaum: "Technik geht entweder gleich zu Beginn kaputt, wenn ohnehin noch die Herstellergarantie greift, oder sie stirbt nach mehr als fünf Jahren, wenn auch Garantieverlängerungen abgelaufen sind. Dazwischen sind Ausfälle erfahrungsgemäß selten." In unserem Ratgeber haben wir Tipps und Tricks für die Handy-Reparatur zusammengestellt.

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